Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic kritisiert die Einstellung vieler deutscher Nachwuchsspieler. Jungen Spielern aus dem Ausland spricht er mehr Ehrgeiz zu.

Eintracht Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic kritisierte die Haltung und Einstellung einiger deutschen Nachwuchsspieler.

"Es geht für viele zu leicht nach oben, so dass sie dann nicht gegen Wiederstände angehen können", sagte er gegenüber der Fußball Bild und simmte damit auch den Aussagen von Philipp Lahm zu, dass deutsche Nachwuchsspieler häufig durch ihre Ausbildung in Leistungszentren zu egoistisch und verweichlicht seien.

Junge Profis aus dem Ausland hungriger

Bobic stellte weiter fest, dass das bei jungen Profis aus dem Ausland anders sei: "Die wollen, die haben richtig Hunger", sagte er.

Zudem warnt angesichts der steigenden Ablösesummen vor einer gefährlichen Entwicklung im Jugendfußball. "Es ist extrem, was da passiert, da wird aus meiner Sicht einfach zu viel Geld gezahlt. Die Spieler sind mit 17, 18 Jahren die Kings der Generation, das ist nicht gut", wird Bobic in der Fußball Bild zitiert.

Die Nachwuchsprofis "sollen erst mal was leisten und abseits des Fußballs nach rechts und links schauen. Dann können wir vielleicht auch mal über das Gehalt reden", sagte der Sportchef des DFB-Pokalsiegers: "Das Problem ist: Es ist schwierig, das Rad zurückzudrehen – weil der Leistungsdruck so groß ist, weil jeder Verein immer größere Akademien baut, weil die Betten gefüllt werden müssen."

Die Eintracht werde diese Entwicklung, die dem Ex-Nationalspieler "gar nicht gefällt, weil sie auf Masse geht und weniger auf Qualität", aber nicht mitmachen. "Selbst wenn wir als einziger Klub so agieren. Wenn die Spieler deswegen woanders hingehen, dann ist es eben so", sagte Bobic: "Dann müssen wir die Rosinen woanders rauspicken."