München - Im Nachwuchs-Bereich des FC Bayern schreitet der Umbruch voran. Die Zukunft von Tobias Schweinsteiger ist ungewiss - auch Hermann Gerland steht auf dem Prüfstand.

von Florian Plettenberg

Die Umbauarbeiten beim FC Bayern München sind nicht nur an der Säbener Straße in vollem Gange - auch im 17 Kilometer entfernten Bayern-Campus ist einiges im Wandel.

Dort werden zwar keine Trainingsplätze renoviert, dafür wird der Jugendbereich des Rekordmeisters generalüberholt.

Einen, den die Umbaumaßnahmen treffen könnten, ist Klub-Legende Hermann Gerland. Nach SPORT1-Informationen gibt es intern vereinzelte Zweifel daran, dass der nunmehr 64-Jährige auch zukünftig der passende Mann für die sportliche Leitung des Nachwuchsleistungszentrums ist.

Seit Sommer 2017 hat "Tiger" Gerland diese Stelle inne, ehe er im Vorjahr auf die Trainerbank des FC Bayern zurückkehrte, um Jupp Heynckes für acht Monate zu assistieren. NLZ-Chef Jochen Sauer vertrat ihn während dieser Zeit.

Gerland förderte Lahm, Müller und Co.

Die Bayern ohne Gerland? Eigentlich undenkbar.

Nicht zuletzt wegen seiner sportlichen Erfolge als langjähriger Co-Trainer der Münchner ist Gerland bei Spielern und Fans Kult. Gerland machte sich zudem als Entdecker und Förderer der Weltmeister Philipp Lahm, Thomas Müller und Bastian Schweinsteiger einen Namen.

Bereits von 1991 bis 1995 arbeitete er als Nachwuchstrainer beim FC Bayern. Nach mehreren Zwischenstationen kehrte der gebürtige Bochumer 2001 zurück und assistierte in den vergangenen Jahren unter anderem Jupp Heynckes, Carlo Ancelotti und Pep Guardiola.

Neu-Trainer Niko Kovac setzt indes auf seinen Bruder Robert und Peter Hermann, der noch in der Vorsaison mit Gerland das Co-Trainer-Duo unter Heynckes bildete.

Nun jedoch steht auch Gerlands Wirken auf dem Prüfstand. Hinterfragt wird, ob Gerland die konzeptionelle Ausrichtung im Jugendbereich der Bayern wie erwünscht umsetzen kann.

Holger Seitz trainiert ab der neuen Saison die Regionalliga-Mannschaft des FC Bayern
Holger Seitz trainiert ab der neuen Saison die Regionalliga-Mannschaft des FC Bayern © Getty Images

Als möglicher Gerland-Nachfolger wird unter anderem Holger Seitz gehandelt. Nach derzeitigem Stand stünde der 43-Jährige jedoch frühestens ab 2019 bereit, da Seitz erst in dieser Saison das Traineramt der Regionalliga-Reserve übernahm.

Der Saisonauftakt der Bayern-Reserve in der Regionalliga Bayern am Donnerstag, ab 18.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1

Gerland äußerte sich nach der Rückkehr aus seinem Urlaub am Dienstag. Er habe mit Sportdirektor Hasan Salihamidzic telefoniert. "Ich habe weiterhin Vertrag und werde diesen auch erfüllen", sagte er der Sport Bild. Der FC Bayern stand am Montag für SPORT1 für eine aktuelle Stellungnahme nicht zur Verfügung.

FC Bayern unter Salihamidzic im Umbruch

Für den Umbruch im Nachwuchs-Bereich des FC Bayern ist vor allem Salihamidzic verantwortlich: In den vergangenen Wochen stattete der Ex-Profi bereits Nachwuchs-Talente wie Lars Lukas Mai, Franck Evina, Meritan Shabani, Ron-Thorben Hoffmann und zuletzt auch die U-Nationalspieler Adrian Fein und Oliver Batista Meier mit Profiverträgen aus.

Auch auf den Trainerstühlen tat sich in der Sommerpause einiges. Tim Walter wurde in der U23 durch Seitz abgelöst: Die U17 wird ab sofort von Ex-Nationalspieler und Weltmeister Miroslav Klose trainiert.

Tobias Schweinsteiger wird trotz eines Vertrages bis 2019 in der laufenden Saison wohl keinen Trainerposten erhalten.

Nach SPORT1-Informationen wollte der Bruder von Weltmeister Bastian (jetzt Chicago Fire) beim Bayern-Nachwuchs gerne einen Posten als Cheftrainer übernehmen, nachdem er im Jahr zuvor Co-Trainer der Regionalliga-Reserve war. Diesen bekam er aber nicht. Ein vorzeitiger Abschied Schweinsteigers könnte folgen.

Trennen sich die Bayern spätestens nächstes Jahr nun auch von Gerland als NLZ-Boss? Auszuschließen ist das ob der angestoßenen Umbaumaßnahmen nicht.