München - Durch die starken Leistungen von Ante Rebic mit Kroatien bei der WM wird es immer unwahrscheinlicher, dass Frankfurt den Stürmer halten kann. Doch Eintrachts Sportvorstand Fredi Bobic kämpft.

von Ivo Hrstic , Stefan Junold

Die kroatische Nationalmannschaft schreibt bei der WM in Russland Fußball-Geschichte: Zum ersten Mal überhaupt könnte das kleine Land das Endspiel einer Weltmeisterschaft erreichen. Am Mittwoch (20 Uhr im LIVETICKER) steht das Halbfinale gegen England an.

Der Halbfinaleinzug ist der erste seit 1998 und der zweite überhaupt. Großen Anteil am kroatischen Märchen hat ein junger Stürmer aus Split, der auf Vereinsebene bei Eintracht Frankfurt unter Vertrag steht: Ante Rebic.

"Ich freue mich sehr über den Erfolg von Ante Rebic mit der kroatischen Nationalmannschaft. Mannschaft und Trainerteam schauen gemeinsam im Frankfurter Trainingslager in den USA die WM-Spiele und fiebern natürlich besonders mit Ante mit", sagte Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic im Gespräch mit SPORT1.

Zukunft von Rebic offen

Doch ob der 24-Jährige auch in der kommenden Saison noch für den deutschen Pokalsieger auflaufen wird, ist ungewiss. Durch die starken Leistungen in der zweiten Hälfte der abgelaufenen Saison und insbesondere im Nationaltrikot steht Frankfurts Pokalheld bei mehreren renommierten Klubs auf der Wunschliste. Vom FC Everton über Tottenham Hotspur bis hin zum FC Bayern mit Ex-Trainer Niko Kovac - die Interessenten stehen dem Vernehmen nach Schlange.

"Bislang liegen uns keinerlei Angebote vor. Wir planen fest mit Ante Rebic für die neue Saison", konstatierte Bobic den Status quo. Doch der ehemalige Bundesliga-Profi weiß auch: "Natürlich ist uns bewusst, dass immer viel passieren kann, wenn ein großer Verein Interesse anmeldet. Wir können wirtschaftlich mit den ganz Großen nicht mithalten, das ist aber nichts Neues."

Heißt: Wenn ein Topklub genug Geld bietet, ist Rebic nicht zu halten. Bei 50 Millionen Euro Ablöse dürfte die Schmerzgrenze liegen. Rebic' Vertrag bei der Eintracht läuft bis 2021, beinhaltet laut Sportdirektor Bruno Hübner aber keine Ausstiegsklausel. 

Kovac begeistert von Kroatien-Stürmer

Auch Rebic selbst hat sich unlängst zu seiner Zukunft geäußert. "Im Moment zählt für mich nur die WM. Über alles andere können wir uns nach der WM unterhalten", stellte der 20-malige Nationalspieler klar.

Zu den lobenden Worten von Kovac meinte Rebic: "Ich habe mit Niko Kovac mehrere Jahre zusammen gearbeitet. Ich würde sagen, dass es eine sehr erfolgreiche Zeit war. Kovac ist beim FC Bayern und ich bin nach wie vor Spieler bei Eintracht Frankfurt."

Sollte sich Rebic im Sommer einem anderen Verein anschließen, wäre er nicht der erste Leistungsträger, den die Eintracht zur kommenden Spielzeit ersetzen muss. Nach Torwart Lukas Hradecky (geht zu Bayer Leverkusen), Flügelflitzer Marius Wolf (zu Borussia Dortmund) und Mittelfeldstratege Omar Mascarell (zu Schalke 04) suchte auch Kevin-Prince Boateng (nach Sassuolo) das Weite.

Zwar haben Bobic und Hübner mit Frederik Rönnow (Torwart), Nicolai Müller und Lucas Torro (beide Mittelfeld) bereits für personellen Ersatz gesorgt, im Falle eines Abgangs von Rebic müssten sie jedoch noch nachlegen.

Bobic beruhigt Fans

Sorgen brauchen sich die Eintracht-Fans jedoch keine zu machen, Bobic beruhigt: "Wir bauen gerade ein sehr gute und junge Mannschaft auf. Die Frankfurter Fans dürfen sich auf ein entwicklungsfähiges Team freuen, das vor allem Ehrgeiz und Spielfreude verbindet."

Bobic will den Umbruch vorantreiben und dem neuen Trainer Adi Hütter ein runderneuertes, junges und hungriges Team zur Verfügung stellen, das an die Erfolge der vergangenen Spielzeit anschließen soll. 

Vielleicht, so hofft es Bobic, weiter mit Rebic.

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