2014 flog Niko Kovac Pep Guardiola hinterher, um von ihm in Katar zu lernen. Jetzt ist der Kroate selbst Bayern-Trainer. Guardiola traut ihm dort den Erfolg zu.

von Florian Plettenberg

Viereinhalb Jahre ist es her, da flog Niko Kovac im Januar 2014 mit seinem Bruder Robert für eine Woche nach Katar. Nicht in den Urlaub, sondern um Pep Guardiola zu treffen. Sie flogen auf eigene Kosten ins Wintertrainingslager der Bayern, um vom Katalanen zu lernen.

Warum ihm diese Reise wichtig war? Weil Kovac Guardiola-Fan ist! "Für mich ist er der weltbeste Trainer. Es war mir damals eine Ehre, ihm im Trainingslager beiwohnen zu dürfen", schwärmt Kovac.

In der Nacht zu Sonntag (01.05 Uhr, LIVE im TV auf SPORT1) treffen sie erneut aufeinander - mittlerweile ist der Kroate selbst Bayern-Anführer.

Kovac erinnert sich an "tolle Zeit"

"Ich habe mich damals sehr über das Treffen gefreut. Wir haben diskutiert, sie waren allesamt sehr freundlich zu mir", erinnert sich Guardiola. Vor allem an ein einstündiges Gespräch mit Guardiola beim Kaffee denkt auch Kovac gern zurück: "Wir durften dort einiges erfahren. Das war eine tolle Zeit."

Eine Woche verbrachten die Kovac-Brüder an der Seite des Katalanen, der 2013 zu den Bayern wechselte. "Ich habe dort versucht zu sehen, wie er es macht. Ob ich Parallelen habe, ob ich noch was verbessern kann. Darum war ich da", sagt Kovac.

Eine bereits ersichtliche Bayern-Parallele zu Guardiola: Auch Kovac setzt beim Rekordmeister auf taktische Flexibilität. Anders als seine Vorgänger Jupp Heynckes und Carlo Ancelotti, deren taktische Ausrichtung starr und ausrechenbarer waren.

Anscheinend hat sich Kovac auch andere Dinge abgeschaut. Sein Weg führte als Trainer der kroatischen Nationalmannschaft über Eintracht Frankfurt zum Rekordmeister. Guardiola wechselte nach drei Jahren in München 2016 zu Manchester City.

Guardiola glaubt an Kovac

Den Weg seines Trainer-Fans hat Guardiola verfolgt, sogar die 0:2-Pleite gegen Juventus Turin im International Champions Cup analysierte Guardiola: "Was Niko in Frankfurt geleistet hat, war fantastisch. Ich bin mir auch sicher, dass er mit Bayern eine gute Saison spielen wird. Er kennt den Verein und die Mentalität des Klubs. Ich wünsche ihm viel Erfolg. Hoffentlich können wir uns in der Champions League wiedersehen."

Traut sich der Ex-Profi einen ähnlich erfolgreichen Werdegang wie Guardiola zu? "Ich maße mir ganz sicher nicht an, zu sagen, dass ich erfolgreicher werde als er. Ich muss erstmal zusehen, dass wir hier mit dem FC Bayern erfolgreich sind. Ich muss noch viel leisten, um überhaupt in die Nähe von Pep Guardiola zu kommen", sagt Kovac fast demütig auf SPORT1-Nachfrage.

Und was sagt Guardiola zum Wiedersehen mit seinem Ex-Klub? "Ich freue mich auf das Wiedersehen. Es war eine Ehre für mich, in meinem Leben Bayern-Trainer der Bayern gewesen zu sein."

Guardiola, der noch immer viele Freunde und eine Wohnung in München hat, weiter: "Ich erinnere mich noch an den Tag als sie mich anriefen und sagten, dass sie mich wollen. Wow! Das war ein Traum und die Erfahrung war einfach gut. Vergessen sind die Ergebnisse und das, was geschah. Meine Familie war so glücklich in München."

Jetzt will Niko Kovac in München glücklich werden.

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