Hans-Joachim Watzke hat Marc Bartra ziehen lassen - aus gutem Grund © imago

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke äußert Verständnis für den Wechsel von Marc Bartra. Außerdem kritisiert er die Justiz für den Prozess rund um den Bombenanschlag.

Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hat sich erstmals ausführlich zu dem Abgang von Marc Bartra geäußert.

"Der ist von uns weg, weil er es es nicht mehr ausgehalten hat", sagte Watzke der Frankfurter Allgemeinen Zeitung

Beim Anschlag auf Dortmunds Mannschaftsbus im April 2017 vor dem Champions-League-Viertelfinale gegen Monaco war Bartra von einem Bombensplitter verletzt worden und musste an der Hand operiert werden.

Bartra litt danach offenkundig unter den psychischen Folgen des Anschlags, fand nie wieder zu seiner alten Form. In der vergangenen Winterpause ging er zurück nach Spanien zu Betis Sevilla.

Dort spielt er, um es mit Watzkes Worten zu sagen, "wie ein Gott. Weil er endlich aus der ganzen Sache raus ist". 

Watzke: "Bombenprozess eine Showveranstaltung"

Zuvor musste Bartra in der Angelegenheit jedoch im Prozess gegen den Bombenbauer vor dem Dortmunder Landgericht als Zeuge aussagen - und wurde abermals von den Erlebnissen eingeholt. 

In diesem Zusammenhang bezeichnete Watzke den Prozess in der FAZ als "Showveranstaltung" und kritisierte die Justiz. 

"Sechs sieben Monate sind doch die kritische Phase in der posttraumatischen Problematik und genau da fiel die Mannschaft in ein Loch. Und als diese Zeit rum war, fing der Prozess an", sagte er. "Das hat die Spieler noch einmal schwer belastet, das ging ja über zwei Monate".

Watzke stört sich besonders an der Tatsache, dass mehr als ein Dutzend Dortmunder Spieler vor Gericht als Zeugen geladen wurden. "Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich für die Justiz auch nur eingeschränktes Verständnis habe, warum fünfzehn Spieler von uns befragt werden mussten, als ob die alle eine ganz andere Wahrnehmung gehabt hätten."