Wolfsburg - Der VfL Wolfsburg präsentiert sich im Abstiegskracher gegen Hamburg erschreckend schwach. Die Fans sind sauer, Trainer Bruno Labbadia könnte das Aus drohen.

Nach der achten Niederlage in den letzten zwölf Spielen machten die Anhänger des VfL Wolfsburg ihrem Ärger Luft:

"Wir wollen euch kämpfen sehen" und "Wir haben die Schnauze voll" skandierten die Fans in der 2. Halbzeit gegen den Hamburger SV.

Es half nichts, der VfL bleibt bei mageren zwei Heimsiegen in dieser Saison stehen und verlor den Abstiegskracher mit 1:3 (0:2).

Nach dem Schlusspfiff verloren einige Zuschauer die Nerven.

Führungsspieler Maximilian Arnold wollte mit den VfL-Ultras vor der Fankurve die Situation diskutieren, Sekunden später geriet die Situation nach einer Schubserei außer Kontrolle (ein Fan hatte Arnolds Gesprächspartner weggerempelt) und Arnold verließ den Schauplatz wieder. (Die Tabelle der Bundesliga)

Highlights der Spiele in Bundesliga Pur, Sonntag ab 9.30 Uhr im TV auf SPORT1

Labbadia vor dem Aus?

Die Nerven liegen blank in Niedersachsen: Keine 24 Stunden nach der Trennung von Sportdirektor Olaf Rebbe könnte auch die Ära Bruno Labbadia ein schnelles Ende finden. Der Trainer, der 2015 Gegner HSV in der Relegation zum Klassenerhalt führte, verschwand nach Abpfiff wortlos in der Kabine.

Später stellte er sich, Hoffnung konnte er mit seinem knappen Fazit aber nicht verbreiten.

"Der Druck ist die ganze Zeit da. Es wird nicht leichter. Wir müssen die Nerven behalten und als Mannschaft funktionieren. Wir belohnen uns nicht", sagte der 52-Jährige bei Sky. (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

Einen Sieg holte Labbadia in neun Spielen mit Wolfsburg, nur noch das bessere Torverhältnis trennt seinen Klub vom Relegationsplatz. "Wir liegen heute am Boden", räumte der Trainer auf der PK ein. Noch nie hatte der Werksklub in seiner Bundesligahistorie weniger Zähler (30) nach 32 Spieltagen gesammelt.

Das Restprogramm führt das Team zunächst zu RB Leipzig, zum Abschluss gastiert der 1. FC Köln in Wolfsburg. Neun Jahre nach der Meisterschaft 2009 droht dem VfL nicht nur wie im Vorjahr die Relegation - nach der Pleite gegen den HSV ist der Nord-Rivale selbst auf Platz 17 nur noch zwei Zähler entfernt.

Wolfsburg enttäuscht gegen HSV

"Es tut uns sehr leid. Es ist eine sehr schwierige Situation, aber wir müssen nach vorne schauen", sagte Jakub Blaszczykowski nach der Partie. "Wir haben noch alles in der Hand. Ich habe keine Angst."  (Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Alles zum 32. Spieltag in der Bundesliga am Sonntag ab 11 Uhr im CHECK24 Doppelpass auf SPORT1 mit den Gästen Stefan Kießling und Hamit Altintop

Dazu bedarf es aber einer besseren Leistung als gegen den HSV. Labbadia hatte sein Team nach dem enttäuschenden 0:3 bei Borussia Mönchengladbach in der Vorwoche auf gleich sechs Positionen umgestellt, eine Besserung war vor dem Seitenwechsel zu keiner Zeit zu sehen.

Nach der Halbzeit rannte der VfL an, kam jedoch nie zu hochkarätigen Chancen. Lediglich der Anschluss durch einen Freistoß von Josip Brekalo gelang, dabei machte allerdings HSV-Keeper Julian Pollersbeck eine unglückliche Figur.

VfL verschuldet zwei Elfmeter

Die Chance auf den glücklichen Ausgleich nahm sich Wolfsburg selbst, als William in der Nachspielzeit den zweiten Elfmeter des Spiels verschuldete. Keeper Koen Casteels parierte zwar gegen Filip Kostic, im Nachschuss traf jedoch Gian-Luca Waldschmidt.

Bereits in der ersten Halbzeit war der VW-Klub am Ende eingebrochen, Bobby Wood (43., Foulelfmeter) und Lewis Holtby (45.+1) trafen kurz vor dem Seitenwechsel.

"Es ist nicht meine Aufgabe, den HSV zu retten, sondern den VfL", hatte Labbadia vor der Partie gemeint. Am Ende aber jubelte sein Ex-Klub - und Labbadias Zeit in Wolfsburg könnte ein jähes Ende finden.

Das Restprogramm:

VFL WOLFSBURG
(A) RB Leipzig
(H) 1. FC Köln

HAMBURGER SV
(A) Eintracht Frankfurt
(H) Borussia Mönchengladbach

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