Sinsheim - Hoffenheim springt unter die ersten Vier und darf weiter von der Champions League träumen. Torjäger Kramaric avanciert zum Matchwinner.

Der "kroatische Kracher" lässt den Kraichgau von der Königsklasse träumen. Dank des ersten Bundesliga-Dreierpacks von Andrej Kramaric (16./50./86.) gewann TSG Hoffenheim zum Auftakt des 32. Spieltags 3:1 (1:1) gegen Hannover 96.

Damit kletterte die TSG zumindest vorübergehend auf den vierten Platz, der erstmals zur direkten Teilnahme an der Gruppenphase der Champions League berechtigt. (Tabelle der Bundesliga)

"Wenn wir uns für die Champions League qualifizieren würden, wäre das eine Sensation", sagte Trainer Julian Nagelsmann bei Eurosport. "Die Europa League wäre auch schon ein großer Erfolg. Natürlich streben wir nach dem Maximum und gucken, was möglich ist."

Durch den Sieg sind die Hoffenheimer seit nunmehr neun Partien ungeschlagen. Dagegen haben die Niedersachsenseit einem halben Jahr auswärts nicht mehr gewonnen - daran änderte auch der Treffer von Kenan Karaman (24.) nichts. (Spielplan und Ergebnisse)

Vor 26.452 Zuschauern in der Rhein-Neckar-Arena gaben die Hoffenheimer in der Anfangsphase mächtig Gas. Kramaric (7.) und Kerem Demirbay (11.) konnten die sich bietenden Chancen aber nicht nutzen. Die Gäste fanden zunächst in der Offensive kaum statt. (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

Verletztem Gnabry droh das Saison-Aus

Nach einem haarsträubenden Fehler von Hannovers Innenverteidiger Salif Sane und der Vorarbeit Gnabrys brachte Kramaric die Gastgeber in Führung (16.). Gnabry verletzte sich in der Szene allerdings am Oberschenkel und musste raus. Für die Leihgabe von Bayern München bedeutet das aller Voraussicht nach Saison-Aus.

"Bei Serge Gnabry ist aktuell zu befürchten, dass er nicht mehr für uns auflaufen kann", sagte Nagelsmann nach dem Spiel. Zur neuen Saison soll der 22-Jährige nach München zurückkehren.

Die Highlights der Partie am Sonntag in Bundesliga Pur ab 9.30 Uhr im TV auf SPORT1.

Nach dem Gnabry-Schock kassierte Hoffenheim aus dem Nichts den Ausgleich. Nach Vorarbeit des Ex-Hoffenheimers Pirmin Schwegler hatte Karaman aus kurzer Distanz keine Mühe (24.). Der unerwartete Gegentreffer brachte die TSG aus dem Konzept, Karaman hätte fast nachgelegt (33.).

Lupfer von Kramaric macht alles klar

Nach dem Seitenwechsel erhöhten die Hoffenheimer den Druck - mit Erfolg: Das Tor von Kramaric, der eine Ecke Demirbays volley verwandelte, war eine Augenweide.

Wie schon Gnabry musste auch der zweite Vorlagengeber verletzt raus. "Bei ihm sieht es ebenfalls nicht gut aus", sagte Nagelsmann. Für Demirbay kam Ermin Bicakcic (68.).

Im Anschluss drängte Hannover auf den Ausgleich, Hoffenheim kam ins Schwimmen - doch mit einem feinen Lupfer machte Kramaric schließlich alles klar. 

Heldt-Wirbel beschäftigt Hannover

Hannovers Trainer Andre Breitenreiter konnte sich nur schwer mit dem Resultat abfinden: "Das Ergebnis entspricht überhaupt nicht dem Spielverlauf", sagte er bei Eurosport. "Wir haben ein diszipliniertes Spiel gemacht, Hoffenheim neutralisiert und selbst immer wieder Torchancen herausgespielt."

Bei 96 hatten in den Tagen vor der Partie die Wechselgerüchte um Sportdirektor Horst Heldt für Wirbel gesorgt. Torwart und Kapitän Philipp Tschauner gestand: "Natürlich ist das ein Thema in der Mannschaft. Wir haben fast mehr über etwas andere als Hoffenheim gesprochen."

Tschauner bekräftigte aber auch, dass die Nebengeräusche sich nicht auf die Leistung ausgewirkt habe. "Wir haben ein fantastisches Auswärtsspiel gemacht. Aber wir haben alle 3 Tore selber geschossen", sagte er. "Das tut weh."

Das Restprogramm von Hoffenheim:

(A) VfB Stuttgart
(H) Borussia Dortmund

Das Restprogramm von Hannover:

(H) Hertha BSC
(A) Bayer Leverkusen