München und Liverpool - Der FC Bayern tritt zum Legendenspiel in Liverpool an. Zuvor spricht Ze Roberto im SPORT1-Interview über die Vergangenheit und Gegenwart des Rekordmeisters.

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Klangvolle Namen, legendäres Stadion, große Fußballshow: Weltmeister, Europameister und Champions-League-Sieger werden auf dem Platz stehen, wenn sich die FC Bayern Legends mit den Klub-Ikonen des FC Liverpool an der Anfield Road messen.

SPORT1 überträgt das Duell der Superstars am Samstag, 24. März, LIVE ab 15.55 Uhr im Free-TV. Mit dabei ist auch Ze Roberto. Der 43 Jahre alte Brasilianer bezeichnet das Zusammentreffen der Legenden im SPORT1-Interview als "Traum" und erklärt, warum er sich ganz besonders auf Lothar Matthäus freut.

Außerdem erzählt Ze Roberto spannende Anekdoten aus der Vergangenheit und spricht über die aktuelle Mannschaft der Rekordmeisters.

SPORT1: Willkommen zurück in Deutschland, es steht ein großer Termin an: Liverpool gegen Bayern - das Legendenspiel.

Ze Roberto: Ich hab mich über die Einladung sehr gefreut. Endlich habe ich mal wieder die Chance, das Bayern-Trikot zu tragen und es ist eine schöne Möglichkeit, Spieler, mit denen ich zusammengespielt habe, wieder zu treffen. Darüber bin ich sehr glücklich.

SPORT1 überträgt das Duell der Superstars am Samstag, 24. März, LIVE ab 15.55 Uhr im Free-TV

SPORT1: Auf welche Spieler und ehemaligen Kollegen freuen Sie sich denn besonders?

Ze Roberto: Ich freue mich darauf, Giovane Elber, Paulo Sergio, Martin Demichelis und Lothar Matthäus nach langer Zeit mal wieder zu sehen. Als ich jung war, habe ich immer Lothar in Brasilien im Fernsehen verfolgt und dann, ein paar Jahre später, war mein erster Verein in Deutschland Leverkusen. Ich habe mit Bayer Leverkusen gegen Bayern München gespielt. Und Lothar stand auf dem Platz. Für mich war das ein Traum, einmal selbst gegen Lothar zu spielen. Ich habe danach auch versucht, mein Trikot mit ihm zu tauschen. Aber ich habe Pech gehabt. Ein paar Jahre später, nachdem ich zu Bayern München gekommen bin, hat mir der Vorstand ein Trikot mit der Unterschrift von Lothar Matthäus geschenkt. Jetzt bin ich wegen der Einladung zum Legendenspiel der Bayern gegen Liverpool gekommen und früher habe ich genau diese Leute im Fernsehen verfolgt. Für mich ist das wie in einem Traum.

SPORT1: Eine ganz besondere Rolle nimmt in diesem Spiel ja auch Xabi Alonso ein, der bei beiden Mannschaften aktiv gespielt hat und nun eine Halbzeit für die Bayern und eine für Liverpool auflaufen wird. Wie sehen Sie seine Rolle? Welche Erinnerungen haben Sie an Xabi Alonso?

Ze Roberto: Gegen Xabi Alonso habe ich in der Champions League gespielt. Und jetzt habe ich die Chance, mit ihm zusammen zu spielen. Ich glaube, wir werden viel Spaß haben.

SPORT1: Viele sind neugierig auf Sie, haben in letzter Zeit nur immer gehört: Ze Roberto wird 43. Und er spielt immer noch. Früher hat man sie auch den Dauerbrenner genannt. Sie haben immer gespielt und waren nie verletzt. Wie haben Sie das geschafft?

Ze Roberto: Gott sei Dank, habe ich in meiner Karriere nie eine schwere Verletzung gehabt. Das ist ganz wichtig für einen Profifußballer und auch für die Karriere. Deswegen konnte ich auch jahrelang auf hohem Niveau Fußball spielen. Während meiner Profizeit war ich immer sehr konzentriert auf meine Aufgabe, bin auf dem Platz immer hungrig geblieben, habe versucht immer mit vollem Engagement zu spielen. Diese Tugenden waren für meine lange Karriere sehr wichtig. Deshalb konnte ich auch so lange spielen.

SPORT1: Wie hat Ihnen Giovane Elber geholfen, als Sie zu Bayern München kamen?

Ze Roberto: Giovane hat mir sehr viel geholfen. Bei Leverkusen hatte ich große Probleme mit der deutschen Sprache. In dieser Zeit war das schlimm. Wir waren vier Brasilianer bei Leverkusen. Also haben wir auf dem Platz oder im Training immer Portugiesisch geredet. Und dann nach vier Jahren, als ich nach München gekommen bin, wollte ich immer mit Giovane auf Portugiesisch reden. Aber Giovane sagte zu mir, dass wir hier Deutsch sprechen müssen. Und ich fragte ihn: Was? Und er antwortete mir erneut, dass wir hier nur Deutsch sprechen dürfen, weil es sonst große Probleme geben würde. Und dann dachte ich mir, okay, dann probieren wir jetzt Deutsch zu sprechen. Während des Spiels haben wir trotzdem immer auf Portugiesisch kommuniziert. So konnten uns die Gegner nicht verstehen. Das funktionierte sehr gut.

SPORT1: Weil Sie gerade die Sprache ansprechen: Wie wichtig war Deutsch, damit Sie sich hier in München einfinden und nicht nur die brasilianischen Mitspieler verstehen, sondern auch die anderen Spieler und vor allem den Trainer. Ihre erste Station bei Bayer Leverkusen galt früher als Paradies für brasilianische Spieler, da sich Reiner Calmund um alles gekümmert hat.

Ze Roberto: Für mich persönlich war es sehr wichtig. Giovane und seine Familie haben meine Frau und mich immer unterstützt. In dieser Zeit musste ich viel lernen. In Leverkusen wurde alles übersetzt, wir hatten viele brasilianische Spieler. Als ich angefangen habe, Deutsch zu lernen, habe ich nach und nach immer mehr verstanden. Es wurde immer besser.

SPORT1: Wie hat sich die Bundesliga von früher zu heute verändert? Wie erleben sie den Wandel? Fehlen große Schlachten, wie damals zu Ihrer Zeit zwischen Leverkusen und Bayern?

Ze Roberto: Zu meiner Zeit gab es viel mehr Mannschaften, die um die Meisterschaft mitgespielt haben. Damals hatte Leverkusen eine gute Mannschaft, Schalke und auch Werder Bremen. Auch damals waren die Bayern meistens die Besten. Aber es ist nicht mehr wie früher. Jetzt investieren die Vereine mehr in die Spieler und hätten eigentlich eine bessere Chance die Meisterschaft zu gewinnen. Aber Bayern hat einfach ein höheres Niveau als alle anderen.

SPORT1: Sind Sie zu früh geboren? Hätten Sie Lust mit der derzeitigen Mannschaft bei Bayern München zu spielen?

Ze Roberto: Ja, das ist schade. Aber auch bei uns gab es die selbe Philosophie wie heute: Immer gewinnen. Aber die jetzige Mannschaft hat eine höhere Qualität. Bayern München hat jetzt viele Spieler, die technisch besser sind. Zu meiner Zeit kam es mehr auf das Laufen, auf die Kraft und auf den Zweikampf an. Aber heute ist der Fußball anders. Er ist viel dynamischer, für das heutige Spiel musst du cleverer sein und den Ball laufen lassen und brauchst mehr Ballgefühl.

SPORT1: Fehlt Ihnen in Brasilien etwas aus Bayern?

Ze Roberto: Die Sicherheit. In Brasilien haben wir eine schwere Zeit, machen gerade einen schwierigen Prozess durch. Unsere Regierung macht ganz wenig für die Leute. Es gibt viel Kriminalität, die Leute haben keine Arbeit, können ihre Familien nicht ernähren. Aber ich bin positiv. Ich denke, dass wir in ein paar Monaten unser Brasilien zurück haben. Wir Bürger müssen ein neues Parlament wählen und hoffen, dass alle schauen, was am besten für Brasilien ist und es dann besser machen.

SPORT1: Wo sehen Sie Bayern München zurzeit? Sind Sie in der Champions League ein Titelaspirant?

Ze Roberto: Bayern ist immer ein Mitfavorit. Immer wenn Bayern Champion League spielt, gehen sie mit dem Ziel in die Partien, den Pokal zu gewinnen. Es sind nur noch acht Mannschaften dabei.

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