München - Vor dem Legendenspiel zwischen dem FC Bayern und Liverpool spricht Giovane Elber im SPORT1-Interview über die Partie und Bayerns Chancen in der Königsklasse.

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Am Samstag kommt es an der Anfield Road zum Legendentreffen, wenn die FC Bayern Legends auf die Klub-Ikonen des FC Liverpool trifft. SPORT1 überträgt das Duell der Superstars am Samstag, 24. März, LIVE ab 15.55 Uhr im Free-TV.

Weltmeister, Europameister, Landesmeister, Champions-League-Sieger - große Namen stehen auf dem Platz. Darunter ist Giovane Elber. Der frühere Bayern-Stürmer spricht im SPORT1-Interview über die Bedeutung des Duells, die Entwicklung des FC Bayern und die Chancen des FCB auf den Titel in der Königsklasse.

SPORT1: Was ist das Besondere an so einem Legendenspiel? Gerade gegen Liverpool?

Giovane Elber: Das ist wie früher. Man möchte auch dieses Spiel nicht verlieren und gut ausschauen. Das Schönste ist, dass Jeder, der gefragt wurde, sofort zugesagt hat. Das freut mich einfach, das ist dann wie ein Klassentreffen. Und weil das Spiel ja auch noch für einen guten Zweck ist, spielt man gerne mit.

SPORT1: Wie ist es, wenn man sich so lange nicht gesehen hat? Schaut man zuerst, ob der ehemalige Kollege ein kleines Bäuchlein oder Falten bekommen hat? Wo geht der erste Blick von Giovane Elber hin?

Elber : Ganz klar! Der erste Blick geht direkt auf den Bauch. Da sieht man, ob einer etwas gemacht hat oder nicht. Wenige haben in letzter Zeit trainiert. Aber das ist normal und selbstverständlich. Wenn man 15 Jahre Profi war, versucht man fit zu bleiben. Aber viele haben Knieprobleme, ich habe Probleme mit dem Sprunggelenk. Laufen geht bei mir leider nicht mehr so gut, aber dafür kann ich vier bis fünf Stunden am Tag Reiten. Das geht gut und macht mir viel Spaß.

SPORT1 überträgt das Duell der Superstars am Samstag, 24. März, LIVE ab 15.55 Uhr im Free-TV

SPORT1: Vor kurzem gab es ein Video von Ihnen, das zeigt, wie sie einen Fallrückzieher probieren. Können wir eine solche Szene auch gegen Liverpool erwarten?

Elber: Das ist leider zu gefährlich. Ich habe heute noch Nackenschmerzen davon. Hoffentlich gehen die jemals wieder weg. Aber im Spiel weiß man nie, man versucht einfach immer den Ball zu treffen. Egal ob per Fallrückzieher oder Hacke.

SPORT1: Auf welchen Kollegen freuen Sie sich denn besonders?

Elber: Auf die Brasilianer. Wir treffen uns leider in Brasilien nie, und hier in München gibt es immer ein großes Wiedersehen. Und ich freue mich besonders darauf, mit Lothar Matthäus zu spielen. Er ist eine ganz große Legende. Ich hatte früher zuhause Bilder von Lothar, und dann kurze Zeit später habe ich mit ihm zusammen gespielt.

SPORT1: Gibt es beim Legendspiel Manche, die man auch zügeln muss? Die das Spiel ein bisschen zu ernst nehmen?

Elber: Ja, da gibt es schon den ein oder anderen. Alex Zickler kann beispielsweise noch sehr viel laufen. Der fordert dann immer die Bälle, aber wir kommen einfach nicht mehr nach. Da muss man dann manchmal zu ihm sagen, dass wir sein Tempo nicht mehr durchziehen können. Wir müssen langsamer spielen. Langsamer nach vorne und dann auch langsamer wieder zurück.

SPORT1: Zé Roberto ist auch beim Legendenspiel dabei. Er hat als einer der letzten erst mit 43 Jahren seine Karriere in Brasilien beendet. Wäre das auch was für Sie gewesen?

Elber: Nein, das schafft nicht jeder. Zé Roberto ist was ganz Besonderes. Da sieht man auch, dass er sein ganzes Leben sehr professionell gelebt hat. Nicht, dass wir unprofessionell waren, aber er war einfach zu 100 Prozent Profi, hatte nie eine schwere Verletzung. Dann kann man schon ein bisschen länger spielen. Aber mit 43 Jahren muss ich ihm wirklich großen Respekt zollen. Hut ab! Unsere Mannschaft braucht so einen Spieler, der richtig Gas geben kann.

SPORT1: Wie lange muss man sich von seinen Gegnern oder Mitspielern etwas anhören, wenn man mal verliert, oder der Sprint auf der Außenbahn nicht mehr so gelingt wie früher?

Elber: Während des Spiels beginnt das schon. Dann auf dem Weg in die Kabine. Da lachen sich alle kaputt, dass man den Ball nicht stoppen konnte, oder wenn der Schuss aufs Tor einfach nicht mehr so hart gelingt wie früher.

SPORT1: Früher war es schwerer für den FC Bayern, deutscher Meister zu werden. Trauern Sie den alten Zeiten hinterher?

Elber: Ich glaube nicht, dass die anderen Mannschaften in der Bundesliga schlechter geworden sind. Der FC Bayern hat einen ganz großen Schritt nach vorne gemacht. Wir dürfen uns nicht zurücklehnen und warten, bis die anderen Mannschaften zu uns aufschließen. Wir schauen Richtung Champions League. Wir sind ins Viertelfinale eingezogen, aber die Hausaufgabe ist der Gewinn der Meisterschaft. Das macht der FC Bayern richtig gut. Die anderen müssen auf uns schauen und versuchen, auf unser Niveau zu kommen.

SPORT1: Wo würden Sie die Bayern unter den letzten acht verbleibenden Teams in der Champions League einordnen?

Giovane Elber: Die Mannschaft hat durch die Champions League eine große Entwicklung gemacht in dieser Saison. Unter Carlo Ancelotti war es keine Mannschaft, die Wert darauf gelegt hat, dass Bayern bis ins Viertelfinale kommen kann. Aber mit Jupp Heynckes ist es ganz anders geworden. Die Niederlage gegen Paris war nicht schön. Aber dann haben sie zuhause gezeigt, dass sie die Pariser doch schlagen können – und nach dem Spiel gegen Besiktas ist Bayern für alles bereit. Da Real Madrid in der Meisterschaft sehr schlecht steht, liegt ihr Hauptaugenmerk auf der Champions League. Dazu Barcelona mit Messi. Ich würde Bayern an dritter Stelle sehen. Aber in zwei Spielen ist alles möglich. Für die weiteren Auslosungen wünsche ich mir Real. Letzte Saison sind wir unglücklich ausgeschieden. Durch eigene Fehler, die man gegen so eine Mannschaft einfach nicht machen darf. Auch auswärts haben wir super gespielt. Dann bekommt man eine Rote Karte und hadert mit dem Schiedsrichter. Und dazu noch ein guter Cristiano Ronaldo - so sind wir leider ausgeschieden. Aber mit der jetzigen Mannschaft glaube ich, dass wir Real Madrid schlagen können.

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