München - Gegen Bayern bekommt Timo Werner nur eine kurze Verschnaufpause und entscheidet dann das Spiel für RB Leipzig. Sein Siegtor ist aus zwei Gründen umso wichtiger.

von Ljubo Herceg

Timo Werner ist der glücklichste Teilzeitarbeiter Deutschlands. Oder zumindest von RB Leipzig.

Denn gegen den FC Bayern München beendete der deutsche Top-Torjäger endlich seine Torflaute. 545 Minuten musste der 22-Jährige warten, bis er endlich wieder einen eigenen Treffer bejubeln durfte.

Dieser war dann umso wichtiger.

Werner: "Ich war überspielt"

Beim 2:1-Erfolg gegen den deutschen Rekordmeister musste Werner allerdings erst einmal mit der Bank vorlieb nehmen, da Trainer Ralph Hasenhüttl nach dem Europa-League-Spiel gegen Zenit St. Petersburg gleich sechs neue und frische Spieler brachte.

Mit der Jokerrolle hatte er auch keinerlei Probleme: "Nein, gar nicht. Das System war heute darauf ausgelegt, dass wir hinten erst einmal gut stehen", erklärte Werner. "Wir hatten viele laufstarke Spieler drin. Ich habe in den letzten Wochen wirklich fast jedes Spiel gemacht. Ich hatte gerade auch Probleme, weil ich überspielt war in der Vorrunde. Deswegen war das voll okay, dass ich von der Bank gekommen bin."

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Verletzung von Sabitzer

Bereits in der 10. Minute musste Teamkollege Marcel Sabitzer mit einem Bänderriss im Sprunggelenk vom Platz. Und Werner doch ran. (Datencenter: Bundesliga-Tabelle)

Eine gute Entscheidung, denn der gebürtige Stuttgarter war sofort ein belebendes Element im Leipziger Spiel. In der 28. Minute kratzte Niklas Süle nach einem Schuss von Werner den Ball noch von der Linie - neun Minuten später fiel dann doch das Tor. Nach Werners Schuss verwandelte Naby Keita den Abpraller zum 1:1.

 

Werner nutzt Süle-Fehler

Das 2:1 war dann Werner selbst vorbehalten: Süle konnte nach einem Abschlag von Peter Gulacsi in der 56. Minute nicht entscheidend klären, Keita steckte sofort auf Werner durch, der Süle davoneilte und aus zwölf Metern abzog. Spiel gedreht, 2:1 für Leipzig.

Mit seinem elften Bundesliga-Treffer stellte der 22-Jährige schließlich die Weichen auf Sieg und verwunderte viele mit seinem überschwänglichen und zugleich außergewöhnlichen Jubel. 

"Das ist eine witzige Geschichte. Wir spielen gerade in der Mannschaft ein PlayStation-Spiel", sagte Werner bei Sky. "Da geht es darum, dass man nur mit einer Axt auf der Welt landet und sich durchkämpfen muss. Deswegen war der Jubel angelehnt an das Spiel."

Überglücklicher Kurzarbeiter

Sieben Minuten vor Spielende nahm Hasenhüttl den Matchwinner schließlich wieder vom Platz. "Es war sehr kalt. Ich bin eineinhalb Minuten durchgesprintet und dann hat es ein bisschen im Oberschenkel gezwickt", erklärte Werner. "Die Auswechslung war dann vorsichtshalber."

Vielmehr freute sich der glückliche Teilzeitarbeiter über den wichtigen Sieg im Kampf um die Champions-League-Plätze - und darüber, dass er endlich wieder getroffen hat (Datencenter: Ergebnisse/Spielplan).