Wolfsburg - Der FC Schalke 04 gewinnt durch ein Eigentor gegen den VfL Wolfsburg. Die Meisterschaft der Bayern kann nicht mehr an diesem Spieltag perfekt werden.

Schalke 04 marschiert mit großen Schritten Richtung Champions League und hat die Nöte des VfL Wolfsburg trotz eines lange uninspirierten Auftritts in der Autostadt erheblich vergrößert (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER).

Das Team von Trainer Domenico Tedesco feierte mit dem schmeichelhaften 1:0 (0:0) bei den Wölfen bereits den fünften Sieg in Serie und festigte damit am 27. Spieltag Rang zwei. Eine vorzeitige Meisterschaft des FC Bayern München durch einen Sieg am Sonntag gegen RB Leipzig (ab 18 Uhr im LIVETICKER) ist damit nicht mehr möglich (Die Tabelle der Bundesliga)

"Die Art und Weise war heute richtig gut. Es war ein Spiel auf des Messers Schneide, aber der Sieg war aus meiner Sicht nicht unverdient", sagte Tedesco. 

Die Highlights des Spiels am Sonntag ab 9.30 Uhr in "Bundesliga Pur" und ab 13 Uhr in "Bundesliga Pur - Lunchtime" im Free-TV auf SPORT1

Der VfL bleibt dagegen auch nach vier Partien unter Coach Bruno Labbadia sieglos und schwebt weiter in akuter Abstiegsgefahr. Der letzte Erfolg gelang dem teuren Team Ende Januar. Die Niedersachen bleiben punktgleich vor Mainz 05, das den Relegationsplatz 16 belegt (Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga).

"Das war für die Mannschaft, für uns alle, ein Nackenschlag, aber es nützt nichts. Die Situation ist so, wie sie ist", sagte Labbadia bei Sky und verwies auf die positiven Ansätze seines Teams: "Die Mannschaft hat heute ein Gesicht gezeigt, das wir brauchen."

"Wir haben Schalke das Leben schwer gemacht, wir hätten den Sieg verdient gehabt. Den einen Fehler haben wir dann zu viel gemacht. Wir haben uns einiges erarbeitet, die wichtigsten Dinge umgesetzt", so Labbadia.

VfL gibt Ton an

Ein Eigentor von Robin Knoche (86.) bescherte Schalke den Dreier. "Ich versuche, irgendwie an den Ball zu kommen und ihn aus der Gefahrenzone zu bringen. Es tut mir leid für die Mannschaft und die Leute, weil wir über 90 Minuten ein super Spiel gemacht haben", sagte Knoche. "Ich denke, dass wir mindestens einen Punkt verdient gehabt hätten."

Den Sieg in einer schwachen Partie verdankten die Gäste aber vor allem Torhüter Ralf Fährmann, der einen schwach geschossenen Foulelfmeter von Paul Verhaegh (76.) entschärfte. Vorausgegangen war ein Foul von Matija Nastasic an Riechedly Bazoer.

"Ich muss den Elfmeter natürlich verwandeln. Es tut mir für meine Mannschaftskollegen und die Fans im Stadion leid", sagte Verhaegh. "Wir müssen das verkraften, wie schwer das jetzt auch fällt."

Fährmann wollte das Lob für den gehaltenen Strafstoß weitergeben. "Ich bin der Glückliche, der den Applaus genießen darf. Aber es ist einfach eine Arbeit von unserem Torwartteam. Vor jedem Spiel arbeiten wir die Videos durch, dazu gehören auch die Elfmeter der Schützen."

Wolfsburg hatte die Patzer der Konkurrenz aus Hamburg und Mainz zufrieden vernommen und wollte die Steilvorlage nutzen, um sich im Abstiegskampf Luft zu verschaffen. Das gelang am Ende nicht.

Das Team von Labbadia gab im eigenen Stadion zunächst den Ton an, doch an der gewohnt stabile Schalker Defensive um den früheren Wolfsburger Naldo prallten sie immer wieder ab. Ein Fernschuss von Maximilian Arnold war zu Beginn das einzige Achtungszeichen (10.).

Alle Themen und Aufreger des 27. Bundesliga-Spieltags werden am Sonntag ab 11 Uhr im "CHECK24 Doppelpass" im Free-TV auf SPORT1 diskutiert

Tedesco kann nicht zufrieden sein

Die Minimalisten aus Gelsenkirchen taten erst einmal nicht mehr als sie mussten und warteten auf Umschaltgelegenheiten über Leon Goretzka und Amine Harit.

Doch die flinken Offensivmänner kamen kaum in Position, Mittelstürmer Guido Burgstaller rieb sich viel in Zweikämpfen rund um die Mittellinie auf. Tedesco konnte nicht zufrieden sein.

Der hochgelobte Trainer der Gäste sah weiter gefälligere Gastgeber: Daniel Didavi köpfte nach einer Ecke knapp vorbei (24.), Arnold prüfte Schalke-Keeper Ralf Fährmann sieben Minuten später mit einer langen Freistoß-Flanke (31.).

Doch ein Geistesblitz von Goretzka hätte den Schalkern kurz vor dem Halbzeitpfiff fast doch noch die überraschende Führung beschert. Der Nationalspieler initiierte eine Kombination an deren Ende Nastasic aus kurzer Distanz freistehend an Keeper Koen Casteels scheiterte (41.).

Embolo bringt sofort Schwung

Schalke kam wacher aus der Kabine, ging aber weiter kaum Risiko und ließ Wolfsburg im Mittelfeld immer wieder gewähren. Tedesco war es ein bisschen wenig Offensivpower - er brachte Breel Embolo für den enttäuschenden Harit (60.).

Kaum auf dem Platz hatte der Schweizer die bis dato größte Chance zur Führung, scheiterte aber am starken Casteels (65.). Die Gäste liefen nun etwas höher an und zeigten mehr Courage in der Offensive, in der Schlussphase war es eine offene Partie. Mit einem glücklichen Ausgang für S04.

Das Restprogramm des VfL Wolfsburg:

28. Spieltag: Hertha BSC (A)

29. Spieltag: SC Freiburg (A)

30. Spieltag: FC Augsburg (H)

31. Spieltag: Borussia Mönchengladbach (A)

32. Spieltag: Hamburger SV (H)

33. Spieltag: RB Leipzig (A)

34. Spieltag: 1. FC Köln (H)