Freiburg - Der FC Bayern hat nach einer Tor-Gala in Freiburg seinen Vorsprung auf die Verfolger erneut ausgebaut. Haupt-Garant ist der frischgebackene Vater Thomas Müller.

von Markus Bosch , Sportinformationsdienst

Nach eineinhalb Toren und einer Vorlage war Bayern-Profi Thomas Müller bester Laune.

Aber nicht nur der 4:0-Sieg beim SC Freiburg ließ den Weltmeister freudig strahlen. "Ich habe mich auch ein bisschen anstacheln lassen. Gestern Abend ist mein erstes Fohlen auf die Welt gekommen. Ich bin sozusagen frischgebackener Papa geworden, dementsprechend war ich schon sehr motiviert", verriet Müller bei Sky.

Seinen Worten ließ er zuvor Taten folgen. Freiburgs Torhüter Alexander Schwolow konnte den Ball in der 25. Minute nur noch ins eigene Tor lenken, nachdem Müller ihn zuvor angeschossen hatte. "Können Torhüter überhaupt Eigentore schießen?", fragte Müller spitzbübisch nach der Partie. Denn die Liga wertete den Treffer als Eigentor.

In der 69. Minute trug sich der Weltmeister dann doch noch in die Torschützenliste ein - es war bereits sein 102. Treffer im Bayern-Trikot. Nur Gerd Müller, Karl-Heinz Rummenigge und Roland Wohlfahrt gelangen mehr Tore.

"Ich bin Thomas Müller, von Figur und Dialekt ein Tick anders. Auch wenn er mein Mentor war. Mit ihm kann man sich schlecht messen, da fehlen mir noch zirka 200 Tore", wiegelte Müller Vergleiche mit seinem legendeären Namensvetter ab. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

Heynckes verteilt Sonderlob an Müller

"Ich werde zwar an Toren gemessen, aber nicht von mir selbst. Dementsprechend kann ich heute locker flockig in den Bus steigen", befand der 28-Jährige abschließend. Von Trainer Jupp Heynckes gab es ein bei Sky ein Sonderlob: "Kapitän Thomas Müller ist mit Leistung, Laufarbeit und Torgefährlichkeit vorangegangen."

Corentin Tolisso (29.) und Sandro Wagner (54.), nach Vorlage des überragenden Müller, erzielten die weiteren Tore.

"Das war eines unserer besten Spiele in dieser Saison", lobte Heynckes sein Team. Besonders Juan Bernat, Ersatz des verletzten Kingsley Coman, zollte der 72-Jährige Respekt:"Er hat genau wie Tolisso und Wagner sehr gut gespielt. Er ist ein riesiger Fußballer und läuferisch stark."

20 Punkte Vorsprung auf Schalke

Durch den höchsten Auswärtssieg in der laufenden Saison hat der Spitzenreiter bereits 20 Punkte Vorsprung auf "Verfolger" Schalke 04. Der Rückstand der Königsblauen auf den Rekordmeister ist größer als ihr Vorsprung auf den Relegationsrang (18 Punkte).

Gegner Freiburg kassierte seine erste Heimniederlage seit vier Monaten. (Spielplan und Ergebnisse der Bundesliga)

"Wir haben das die ersten 25 Minuten gut gemacht, dann aber zwei unglückliche Gegentore kassiert. Das hat uns den Stecker gezogen", sagte SC-Sportvorstand Jochen Saier nach dem Abpfiff bei Sky.

Am Tag vor der Partie hatte die Bild berichtet, dass Freiburg-Trainer Christian Streich ein Kandidat für die Nachfolge von Jupp Heynckes bei den Bayern sei. (Tabelle der Bundesliga)

"Jede Woche ist ein anderer der neue Trainer in München. Ich wäre ja fast beleidigt gewesen, wenn mein Name da nicht aufgetaucht wäre", sagte Streich vor dem Anpfiff bei Sky: "Es gab keine Anrufe, keinen Kontakt, gar nichts." 

Heynckes schickte Streich SMS

"In den letzten vier Jahren habe ich Christian immer mal wieder eine SMS geschrieben, in der ich ihm mitgeteilt habe, was für eine großartige Arbeit er leistet", schwärmte Heynckes von seinem Gegenüber auf der Trainerbank.

Die 24.000 Zuschauer im ausverkauften Schwarzwald-Stadion sahen in der Anfangsphase starke Freiburger. Die Gastgeber, bei denen Mike Frantz und Florian Niederlechner fehlten, machten den Münchnern wesentlich mehr Mühe als erwartet.

In der 12. Minute hätten die Freiburger eigentlich in Führung gehen müssen. Bayern-Keeper Sven Ulreich rettete aber gegen Lucas Höler. 

Der frischgebackene Papa Müller führte die Bayern schließlich auf die Siegerstraße.

-----

Lesen Sie auch:

Zum FCB? Streich reagiert mit Humor
Zu alt für Real? Das rät der Dopa Lewy