FC Bayern Muenchen v Hamburger SV - Bundesliga
HSV-Keeper Christian Mathenia musste sechsmal hinter sich greifen © Getty Images

München - Der Hamburger SV erlebt in München einmal mehr ein Debakel - der Klassenerhalt ist illusorisch, Hollerbachs Weiterbeschäftigung auch. Lewandowski glückt ein Rekord.

Schützenfest beim Rekordmeister zum Warmlaufen für die Königsklasse - der HSV dagegen dem Abstieg ganz nahe:

Der FC Bayern  hatte vier Tage vor dem Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League bei Besiktas Istanbul leichtes Spiel mit einem verängstigten Hamburger SV und siegte ohne jede Mühe mit 6:0 (3:0).

(So., ab 9.30 Uhr im TV auf SPORT1: Bundesliga Pur - 26. Spieltag)

Der einmal mehr wie ein Absteiger auftretende HSV ist einen weiteren Schritt näher an der 2. Liga. Die Münchner können dagegen schon am kommenden Spieltag ihren 28. Meistertitel perfekt machen.  (SERVICE: Das Spiel zum Nachlesen im Liveticker)

"Man kann verlieren, aber man muss ordentlich dagegenhalten. Wir waren heute nicht griffig genug", resümierte HSV-Trainer Bernd Hollerbach, dessen Weiterbeschäftigung im Abstiegsfall fast schon illusorisch ist. "Wenn man nach 18 Minuten 3:0 hinten liegt, ist es natürlich schwierig hier. Wir wollten mutig sein und vorne draufgehen. Aber man hat gesehen, was passiert, wenn man den Bayern Räume gibt."

Das Unheil für den bedauernswerten und seit 13 Bundesliga-Spielen sieglosen HSV nahm in der 8. Minute mit dem Führungstreffer von Franck Ribery seinen Lauf. Kurz darauf nutzte Robert Lewandowski (12.) seinen Freiraum zum 2:0 für die in der möglichen Bestbesetzung spielende Elf von Trainer Jupp Heynckes. (DATENCENTER: Ergebnisse und Spielplan)

Lewandowski verschießt Strafstoß

In der 19. Minute war Lewandowski wieder an der Reihe. Arjen Robben (55.) traf dann noch zum ersten Mal in der Rückrunde. Nach dem zweiten Tor von Ribery (81.) verschoss Lewandowski (86.) erst einen Foulelfmeter, um kurz darauf doch noch einen Strafstoß zu verwandeln (90.). (DATENCENTER: Die Tabelle)

"Wir haben einen sehr guten Start gehabt, wir haben gut ins Spiel gefunden, wir haben früh die ersten drei Tore erzielt. Dann ist es für jeden Gegner schwierig, das Ergebnis zu korrigieren. Für mich war wichtig, dass wir nachgelegt und defensiv nichts zugelassen haben", sagte Heynckes. "Das ist schon wichtig für das Spiel in der Champions League bei Besiktas und die nähere Zukunft. Es war ein verdienter Sieg gegen eine verunsicherte Mannschaft, deswegen bewerte ich das Ergebnis auch nicht über. Wichtig ist, dass wir dranbleiben und uns auch noch steigern."

8:0, 5:0, 8:0, 3:1, 9:2, 5:0, 6:0 sind nicht etwa Eishockey-Ergebnisse, sondern waren die Resultate des FC Bayern in den vorangegangenen sieben Heimspielen gegen den HSV. Und auch diesmal sah es schnell nach einer Fortsetzung der Horrorserie für den Noch-Tabellenvorletzten aus, der in der wohl größten Krise seiner Vereinsgeschichte steckt und erst vor wenigen Tagen die komplette Führungsriege ausgetauscht hatte.

(CHECK24 Doppelpass: So., ab 11 Uhr LIVE im TV mit Hamburgs Ex-Coach Huub Stevens)

Hilflos, orientierungslos, harmlos: Hollerbachs Mannschaft ähnelte dem Kaninchen, das wie versteinert vor der Schlange sitzt und darauf wartet, verschlungen zu werden. Dass der HSV bisher die wenigsten Tore geschossen und die wenigsten Auswärtspunkte geholt hat, ist keine Überraschung.

HSV-Legende Bernd Wehmeyer hatte bei Sky bereits zur Pause erklärt: "Das Herz blutet einem da schon sehr. Das Spiel war vorbei, da hatte es noch gar nicht richtig angefangen. Wir waren überfordert vom Tempo her."

Bayern-Torwart Sven Ulreich führte in der ersten Halbzeit sogar einen Einwurf selbst aus, weil sich der HSV kaum über die Mittellinie traute.

Bayern sparen schon Kräfte

Der FC Bayern, der angesichts des 5:0 aus dem Achtelfinal-Hinspiel gegen Istanbul keine Kräfte für den kommenden Mittwoch schonen musste, hatte selten so leichtes Spiel wie diesmal. Angriff auf Angriff rollte auf die HSV-Abwehr zu, die anfangs als solche eigentlich nicht zu bezeichnen war. Die Münchner kombinierten nach Herzenslust und mussten sich nicht einmal beim Torabschluss sonderlich anstrengen.

Ribery spielte noch HSV-Torhüter Christian Mathenia aus, Lewandowski köpfte und schoss vollkommen freistehend. In der 24. Minute folgte prompt der erste HSV-Tausch. Dennis Diekmeier wurde erlöst, es hätte aber auch jeden anderen treffen können. Zumindest wurden die Hamburger fortan einen Hauch stabiler, wenngleich die Bayern nicht mehr so konsequent wie in den ersten 20 Minuten agierten

Die Spielfreude blieb den Münchnern auch nach der Pause erhalten. Thomas Müller (47.) gelang per Hackentrick fast der vierte Treffer. Allein die individuelle Klasse der Bayern reichte für weitere Glanzpunkte - wie bei Robbens sattem Schuss zum 4:0.

Eine Verletzung des eingewechselten Corentin Tolisso bei einem Pressschlag war der einzige Wermutstropfen.

Weiterlesen