Mönchengladbach - Die Borussia spielt besser als Hoffenheim - doch die Gäste bestrafen jeden Fehler. Während Matthias Ginter die Niederlage verhindert, wächst das Lazarett weiter an.

Der Weg nach Europa ist für Borussia Mönchengladbach weiterhin äußerst steinig. Die Mannschaft von Trainer Dieter Hecking musste sich gegen den direkten Konkurrenten TSG Hoffenheim trotz toller Moral mit einem 3:3 (1:1) begnügen (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker).

Nach nur einem Sieg aus den vergangenen acht Spielen liegt der fünfmalige deutsche Meister weiterhin drei Punkte hinter den Hoffenheimern, die auf Platz sieben bleiben, der wohl zur Qualifikation für die Europa League ausreichen wird (Die Tabelle der Bundesliga).

Ein Grund für die Gladbacher Misere ist die ellenlange Verletztenliste, die die Borussia schon während der gesamten Saison begleitet. Neues Mitglied des Gladbacher Lazaretts ist Raul Bobadilla, der sich bereits in der 21. Minute an den Oberschenkel fasste und ausgewechselt werden musste.

"Die Muskelverletzungen können, was die Anzahl betrifft, kein Zufall sein", glaubt Matthias Ginter. Auch für Trainer Dieter Hecking sind die unzähligen Ausfälle seiner Schützlinge alles andere als Schicksal. "Das wird kritisch analysiert werden müssen",

Die Highlights des Spiels am Sonntag ab 9.30 Uhr in "Bundesliga Pur" und ab 13 Uhr in "Bundesliga Pur - Lunchtime" im Free-TV auf SPORT1

Benjamin Hübner (13.), Andrej Kramaric (58./Foulelfmeter) und Florian Grillitsch (73.) brachten Hoffenheim dreimal in Führung, Josip Drmic (33.), Lars Stindl (72,.) und Matthias Ginter (90.) bewahrten die Borussia vor einem weiteren herben Rückschlag (Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga).

"Am Ende des Tages war das ein sehr schönes und emotionales Spiel für die Zuschauer", sagte TSG-Trainer Julian Nagelsmann, "für uns Trainer ist das Gefühl eher nicht so überragend."

Gladbachs Trainer stimmte seinem jüngeren Kollegen zu. "Es war ein tolles Fußballspiel, aber natürlich auch ein Fehlerspiel. Die Leidenschaft und der Charakter, mit denen die Mannschaft immer wieder zurückgekommen ist, stehen über allem", sagte Hecking. "Wir müssen mit dem Punkt leben."

Gladbach kombiniert ansehnlich

Vor 51.049 Zuschauern im Borussia-Park erwischten die Gäste den besseren Start. Nach einem Eckball von Kramaric setzte sich Hübner im Luftduell gegen Nico Elvedi durch und köpfte aus fünf Metern zur Führung der Kraichgauer ein.

Trotz zahlreicher Ausfälle kombinierten die Gastgeber aber durchaus ansehnlich und schalteten nach Hoffenheimer Ballverlusten immer wieder schnell um. Die Chancenverwertung der Gladbacher ließ aber zunächst zu wünschen übrig. Patrick Herrmann scheiterte per Kopf am stark reagierenden TSG-Schlussmann Oliver Baumann (15.), Oscar Wendt (25.) schoss freistehend drüber.

"Wir haben Gladbach nicht in dieser Grundordnung erwartet und deswegen wenig Zugriff bekommen", begründete Nagelsmann die guten Chancen des Gegners. 

Zwischen diesen beiden Szenen hatte die Borussia den nächsten Ausfall zu beklagen. Raul Bobadilla humpelte mit einer Oberschenkelverletzung vom Feld, für ihn kam Drmic (21.).

"Er fällt erst einmal aus", sagte Hecking. Die Situation mit den zahlreichen Verletzten "wird kritisch analysiert werden müssen", kündigte Hecking an.

Auch in der Mannschaft sind die vielen Ausfälle ein Thema. "Es beschäftigt uns alle", sagte Nationalspieler Matthias Ginter: "Die Muskelverletzungen können, was die Anzahl betrifft, kein Zufall sein."

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Gladbach bestraft TSG

Hoffenheim ruhte sich auf der frühen Führung aus und tat zu wenig im Spiel nach vorne. Dennoch hätte das Team von Trainer Nagelsmann fast den zweiten Treffer nachgelegt. Nach einem schönen Konter vergab Kramaric freistehend (28.).

Die Passivität der Hoffenheimer wurde bestraft. Baumann schoss bei einer missglückten Abwehraktion Drmic an und der Schweizer schob den Ball ins leere Tor. Die Gäste monierten zwar ein Handspiel des Angreifers, doch Schiedsrichter Martin Petersen entschied nach Ansicht der Bilder auf Tor. Kurz vor der Pause scheiterte Herrmann erneut an Baumann (45.+2).

Nach dem Wechsel setzte Nagelsmann mit der Einwechslung des offensiveren Mark Uth für den defensiven Ex-Gladbacher Eugen Polanski (53.) ein Zeichen. Der Mut wurde belohnt. Nach einem überflüssigen Foul von Jonas Hofmann an Serge Gnabry verwandelte Kramaric den Elfmeter sicher zur erneuten Führung.

Raffael feiert Comeback

Gladbach steckte aber nicht auf. Hecking brachte den lange verletzten Raffael, kurze Zeit später beendete Stindl seine Torflaute nach 1506 Minuten. Doch Grillitsch brachte Hoffenheim erneut nach vorne, nachdem Schiedsrichter Petersen im Mittelfeld etwas unglücklich Hofmann im Weg gestanden hatte.

Nico Schulz (82.) verpasste nach einem Konter mit einem Schuss an die Unterlatte die Vorentscheidung, bevor Ginter den Gastgebern im Anschluss an eine Ecke zumindest einen Punkt bescherte.