Michy Batshuayi erzielte sein fünftes Saisontor für den BVB
Michy Batshuayi erzielte sein fünftes Saisontor für den BVB © Getty Images

Dortmund - Borussia Dortmund gelingt in einer dramatischen Schlussphase ein wichtiger Sieg gegen Frankfurt. Matchwinner Michy Batshuayi glänzt in neuer Rolle als Joker.

von Maximilian Lotz , Sportinformationsdienst

Nach dem Finale furioso stand Michy Batshuayi bei Borussia Dortmund wieder im Mittelpunkt der Ovationen.

Mit zwei späten Toren in der spektakulären Schlussphase schoss die Leihgabe des FC Chelsea den BVB zum enorm wichtigen 3:2 (1:0) gegen Eintracht Frankfurt.

"Ich bin sehr erleichtert, weil ich in den letzten Spielen nicht mehr getroffen hatte. Ich habe meiner Mannschaft in einem wichtigen Spiel geholfen", sagte Matchwinner Batshuayi bei Sky. (Spielplan und Ergebnisse)

Erst hatte der 15 Minuten zuvor eingewechselte Belgier das 2:1 für den BVB erzielt (77.). Dann traf er nach dem Ausgleich durch Danny Blum (90.+1) in allerletzter Sekunde noch einmal (90.+4). (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

"Batsman" glänzt auch als Joker

"Ich habe erst gedacht, es wäre Abseits", sagte Batshuayi über sein Siegtor, "dann habe ich einfach draufgeschossen." Es war bereits sein fünfter Bundesligatreffer im sechsten Spiel für Dortmund - und dabei glänzte der "Batsman" in neuer Rolle als Joker.

Nach dem Spiel twitterte Batshuayi in englischer Sprache: "I got your call."

Er habe den Hilferuf erhalten. Und er hat ihn entsprechend beantwortet.

Nicht böse über Reservistenrolle

Dass er diesmal zu Beginn nicht auflaufen durfte, nahm Batshuayi Trainer Peter Stöger nicht krumm - im Gegenteil. "Ich bin sogar froh, weil ich ein wenig müde war nach den ganzen Spielen in letzter Zeit", kommentierte der 24-Jährige seine Ersatzbank-Premiere beim BVB überraschend gelassen: "Man hat gesehen, dass ich dann frisch war, als ich reingekommen bin."

Stöger führte seine Entscheidung auf die intensiven Spiele der vergangenen Wochen zurück. "Ich wollte ihm etwas den Druck nehmen. Dass er seine Chancen so nutzt, ist sehr erfreulich", sagte der Dortmunder Coach, der neben Batshuayi auch Mario Götze, Julian Weigl und Sokratis auf die Bank setzte.

Am Ende konnte sich Stöger bei Batshuayi bedanken, dass der BVB seine Europa-League-Blamage vom Donnerstag abschüttelte und wieder Kurs auf die Champions League nahm. Keine 72 Stunden nach der 1:2-Pleite gegen Salzburg distanzierten die Dortmunder die zuvor punktgleiche Eintracht und eroberte den dritten Tabellenplatz von Bayer Leverkusen. (Die Tabelle der Bundesliga)

Der BVB änderte aus Dankbarkeit prompt das Titelbild seines Twitter-Accounts und präsentierte sich in Batman-Optik.

Stöger sieht Team für Salzburg gerüstet

Auch für das Rückspiel am kommenden Donnerstag tankten die Schwarz-Gelben Selbstvertrauen. "Die Leistung gegen Salzburg war nicht das, was wir sehen wollen. Heute haben einige Dinge besser funktioniert. Wir haben die Hoffnung, dass wir das Ergebnis in Salzburg noch drehen können", betonte Stöger, der in der Liga mit seinem Team weiter ungeschlagen bleibt.

SPORT1 überträgt das Achtelfinal-Rückspiel in der UEFA Europa League des BVB beim FC Salzburg am Donnerstag ab 21.05 Uhr LIVE im TV auf SPORT1Ausführliche Highlights der übrigen Spiele wie St. Petersburg gegen RB Leipzig und Arsenal gegen Milan sind ab 23.00 Uhr zu sehen.

Frankfurt verlor trotz einer deutlichen Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte sein drittes Auswärtsspiel in Serie und wartet seit 2010 in Dortmund auf einen Punktgewinn.

Eintracht hadert mit der Schlussphase

Marco Russ beklagte die fehlende Cleverness: "In der zweiten Hälfte waren wir klar besser, hatten Chance um Chance. Da musst du einfach cleverer sein."

Bitter: Das erste BVB-Tor erzielte Russ (12.) selbst, er grätschte den Ball unglücklich über die Linie. Den Ausgleich durch Luka Jovic (75.) konterte Batshuayi nur zwei Minuten später. Dann überschlugen sich in der Nachspielzeit die Ereignisse.

Trainer Niko Kovac fand anschließend deutliche Worte: "Natürlich ärgert mich das. Das Spiel hätte unentschieden ausgehen müssen", haderte der Eintracht-Coach. "Wenn man in der Nachspielzeit das 2:2 macht, dann darf man nicht in der Nachspielzeit das 3:2 kassieren. Da muss man mehr Ruhe walten lassen."

Auch Stöger räumte ein: "Wenn du in der 94. Minute das Siegtor machst, dann brauchst du auch den Faktor Glück auf deiner Seite." Oder eben Erfolgsfaktor Batshuayi.

-----

Lesen Sie auch:

Das wünscht sich Zorc bei Reus
Die Mängelliste des BVB