Köln - Köln ringt Leverkusen im Rheinderby nieder und ist nicht mehr Tabellenletzter. Ein Platzverweis für Bayer entscheidet die Partie vorzeitig.

Der 1. FC Köln darf nach einem Sieg im Rheinderby gegen Bayer Leverkusen wieder vom Klassenerhalt träumen. 

Die Geißböcke zogen nach dem 2:0 (1:0) in der Tabelle am Hamburger SV vorbei und sind erstmals seit dem zweiten Spieltag nicht mehr Letzter. (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

Durch seinen fünften Saisonsieg verkürzte der FC den Rückstand auf den Relegationsplatz und den ersten Nichtabstiegsplatz auf fünf Punkte und darf wieder vom Wunder träumen.

"Das ist ein Zeichen, dass wir noch am Leben sind und berechtigt uns, weiter vom Wunder zu träumen", sagte Trainer Stefan Ruthenbeck.

Yuya Osako (9.) brachte die Hausherren früh in Führung. Leverkusens Keeper Bernd Leno sah bei der Aktion nicht gut aus. Dem Treffer von Simon Zoller (69.) ging ein kapitaler Fehler von Charles Aranguiz voraus. 

Frühe Rote Karte für Alario

Die Kopfball-Rückgabe des Chilenen auf Keeper Leno geriet viel zu kurz, Zoller sprintete dazwischen, überlupfte den Keeper und drosch den Ball in die Maschen. 

Durch die Tätlichkeit von Lucas Alario (33.) war Bayer noch vor der Pause auf die Verliererstraße geraten.

Der Argentinier hatte sich abseits des Ballgeschehens zu einem Ellenbogenschlag gegen Dominic Maroh hinreißen lassen. Schiri Harm Osmers nahm nach Ansicht der Fernsehbilder die ursprüngliche Gelbe Karte zurück und entschied auf Platzverweis. (Die Tabelle der Bundesliga)

Vor 50.000 Zuschauern im ausverkauften RheinEnergie-Stadion übernahm der FC vom Start weg die Kontrolle.

Leverkusen, das auf seinen Kapitän Lars Bender und Torjäger Kevin Volland verzichten musste, wirkte völlig verunsichert und suchte vergebens nach einem wirksamen Konzept gegen die teilweise wie entfesselt aufspielenden Kölner. (Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Trainer Heiko Herrlich war ob der Leistung konsterniert: "Ich weiß nicht, was da mit meiner Mannschaft los war. Für eine Mannschaft, die Ambitionen hat, oben mitzuspielen, war das viel zu wenig", sagte er.

Die erste gute Gelegenheit hatte Köln bereits in der sechsten Minute durch Leonardo Bittencourt, der nach einer schönen Kombination mit einem Schuss von der Strafraumgrenze aber Nationaltorwart Bernd Leno vor keine großen Probleme stellte. 

Erster Derbysieg für Köln seit 2015

Drei Minuten später leitete der überragende Bittencourt mit einem präzisen Pass die Führung durch Osako ein. Leno war zwar noch am Ball, konnte den vierten Saisontreffer des Japaners aber nicht verhindern.

Leverkusen hatte in Unterzahl den Kölnern noch weniger entgegenzusetzen als zuvor. Das Team von Trainer Heiko Herrlich agierte unkonzentriert, auch von Shootingstar Leon Bailey war kaum etwas zu sehen. 

Die Gastgeber, bei denen unter anderem Goalgetter Simon Terodde wegen muskulärer Probleme passen musste, hatten auch in der zweiten Hälfte weitgehend alles im Griff, gingen aber mit ihren Chancen verschwenderisch um.

Die herausragenden Osako und Bittencourt ließen zunächst gute Möglichkeiten ungenutzt, ehe Zoller mit seinem zweiten Saisontor im 62. Derby den ersten FC-Sieg gegen Bayer seit November 2015 sicherstellte. 

Nach Abpfiff war es Bittencourt, der der Partie nach Abpfiff die passende Metaphorik verlieh. "Die Leiche hat an den Sarg geklopft", sagte er. Eine Anspielung auf die totgesagten Kölner, die wieder zum Leben erwacht sind.