Im Spiel gegen Gladbach muss für das Team von Trainer Sandro Schwarz (r.) unbedingt ein Sieg her
Sandro Schwarz erlebte mit Mainz in Frankfurt einen herben Rückschlag © Getty Images

Frankfurt am Main und München - Die Fans wüten, der Kapitän moniert Fehler wie in der 4. Liga: Die Derby-Pleite in Frankfurt hinterlässt in Mainz Spuren. Ist Coach Sandro Schwarz noch zu halten?

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Die Höchststrafe mussten sich die Profis des FSV Mainz 05 alleine abholen.

Mit hängenden Köpfen schlichen die Spieler nach dem 0:3 (0:3) bei Eintracht Frankfurt zu den mitgereisten Fans, die sich erst demonstrativ abwendeten und dann lautstark und emotional über die erschreckend schwache Leistung des Bundesligisten beschwerten. Trainer Sandro Schwarz war da schon im Kabinengang.

"Das müssen wir uns dann natürlich gefallen lassen. Da waren einige Beleidigungen dabei", sagte Ersatzkapitän Daniel Brosinski: "Ich habe viele wütende und enttäuschte Gesichter gesehen - viele hatten auch Tränen in den Augen."

Das war am Samstagnachmittag verständlich. Die Rheinhessen haben als Drittletzter nur deshalb (noch) einen beruhigenden Vorsprung auf die direkten Abstiegsplätze, weil der Hamburger SV noch schlechter spielt. Und nach vorne ist auch der "rettende" 15. Platz noch in greifbarer Nähe. (Die Tabelle der Bundesliga)

Dennoch ist der Trend der letzten Wochen höchst alarmierend.

Mainz schlecht wie nie - wackelt Schwarz?

Mit 25 Punkten stehen die Rheinhessen nach 27 Bundesliga-Spieltagen so schlecht da wie noch nie in ihrer Vereins-Historie. 

"Es ist doch vollkommen klar, dass Frust da ist", sagte Sportvorstand Rouven Schröder, der bemüht war, Schwarz eine Jobgarantie auszustellen: "Sandro ist unser Trainer." Allerdings sei auch klar, "dass wir nach so einem Spiel enttäuscht sind und schnellstmöglich Gespräche führen müssen, um das Schiff wieder auf Kurs zu bekommen".

Die Highlights des Spiels am Sonntag ab 9.30 Uhr in "Bundesliga Pur" und ab 13 Uhr in "Bundesliga Pur - Lunchtime" im Free-TV auf SPORT1

Nur zwei Siege aus den letzten 15 Spielen hat Schwarz mit seinem Team erreicht. Ist der einstige Mainzer Amateur-Coach, der in seinen bisherigen Partien mit dem FSV nur 1,1 Punkte im Schnitt, holte, mit seinem Latein am Ende?

Gerade defensiv war es in Frankfurt ein fataler Rückfall in alte Zeiten. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker).

Beim frühen 0:1 ließ Keeper-Youngster Florian Müller eine Direktabnahme von Kevin-Prince Boateng durch die Handschuhe gleiten, dem 0:2 ging ein Fehlpass in der Vorwärtsbewegung voraus.

Brosinski: Fehler wie in der 4. Liga

"Wir haben den Gegner wieder zu Toren eingeladen und dann brichst du komplett zusammen", bekannte Ersatz-Kapitän Daniel Brosinski bei Sky schonungslos offen. "Wir haben Fehler gemacht, die macht man eigentlich in der 4. Liga." 

46 Gegentore, nur der designierte Absteiger 1. FC Köln hat noch drei Treffer mehr kassiert, musste die Schwarz-Truppe bisher hinnehmen (Ergebnisse und Spielplan).

"Die erste Hälfte war sehr schlecht", sagte der Trainer: "Nach dem Gegentor hatten wir keinen Zugriff mehr. In der zweiten Halbzeit wurde es einen Tick besser." Dennoch war die Eintracht näher am vierten, als der FSV am ersten Tor - deshalb "war das eine absolut verdiente Niederlage".

Dass der Coach, wie Brosinski erklärte, in der Pause "richtig laut" wurde, war auf dem Platz nicht wirklich zu sehen. Hätte sich die Eintracht im zweiten Durchgang ähnlich gnadenlos präsentiert wie in den ersten 45 Minuten, wäre das Ergebnis noch deutlich bitterer für den FSV ausgefallen. 

Offensiv fehlt zudem weiterhin gänzlich die Durchschlagskraft. In der desolaten ersten Hälfte gelang den Gästen gerade einmal ein ernsthafter Torschuss. Insgesamt steht nun bereits seit 316 Minuten vorne die Null.

Schröder kündigt Gespräche an

Die Länderspielpause, sagte Schröder, "bietet allen die Chance, intensive Gespräche zu führen". Brosinski gab unumwunden zu, dass es "natürlich auch eine Mentalitätsfrage" sei.

Schwarz war direkt nach dem Spiel zunächst darum bemüht, an der mentalen Komponente bei seinen Spielern anzusetzen.

Alle Themen und Aufreger des 27. Bundesliga-Spieltags werden am Sonntag ab 11 Uhr im "CHECK24 Doppelpass" im Free-TV auf SPORT1 diskutiert

"Es ist wichtig, die Dinge vom Kopf her zu sortieren, dass wir nach einem 0:1 nicht wieder komplett aus dem Spiel fliegen und Dinge vergessen, die uns zuletzt stark gemacht haben".

Ob er dazu noch die Möglichkeit erhält, oder ob die Verantwortlichen vor den richtungsweisenden Wochen beginnend mit dem Heimspiel gegen Gladbach doch noch einmal einen personellen Impuls setzen, werden die kommenden Tage zeigen.

Das Restprogramm des FSV Mainz 05:

28. Spieltag: Borussia Mönchengladbach (H)

29. Spieltag: 1. FC Köln (A)

30. Spieltag: SC Freiburg (H)

31. Spieltag: FC Augsburg (A)

32. Spieltag: RB Leipzig (H)

33. Spieltag: Borussia Dortmund (A)

34. Spieltag: Werder Bremen (H)