Bruno Labaddia kann seinen Ex-Verein Hamburg aus der ersten Liga kegeln
Bruno Labbadia löste Martin Schmidt als Trainer des VfL Wolfsburg ab © Getty Images

Wolfsburg - Der VfL Wolfsburg kassiert beim Heimdebüt von Trainer Bruno Labbadia eine Niederlage gegen Bayer 04 Leverkusen und steckt noch tiefer im Abstiegskampf.

Neuer Trainer, alte Probleme: Die Heimpremiere von Bruno Labbadia als neuer Chefcoach beim VfL Wolfsburg ist gründlich daneben gegangen.

Die Niedersachsen verloren gegen Bayer Leverkusen mit 1:2 (0:1) und warten seit mehr als drei Monaten auf einen Sieg vor eigenem Publikum (Spielplan und Ergebnisse der Bundesliga).

"Man hat gesehen, dass bei uns das letzte Selbstvertrauen fehlt", sagte Labbadia. "Wichtig ist aber, dass noch alles in unserer eigenen Hand liegt", ergänzte der ehemalige Stürmer.

Die Highlights des Spiels am Sonntag ab 9.30 Uhr bei Bundesliga Pur im Free-TV auf SPORT1 und im TV-Livestream

Die Gäste hingegen untermauerten ihre Auswärtsstärke und sind im Kampf um einen Platz in der Champions League bestens im Rennen.

"In den letzten Jahren haben wir am Ende immer die nötigen Punkte geholt, um unter die ersten vier Plätze zu kommen. Das ist unser Ziel und ich bin sehr zuversichtlich, dass wir es schaffen", meinte Torschütze Julian Brandt bei Sky.

VfL punktgleich mit dem Relegationsplatz

Bei den Norddeutschen zeigt die Leistungskurve auch nach dem Trainerwechsel weiter nach unten, die Lage im Abstiegskampf wird immer bedrohlicher (Tabelle der Bundesliga).

"Wir müssen jetzt anpacken und die Dinge verändern. Jetzt müssen wir die Dinge schleunigst noch besser umsetzen", forderte Labbadia.

Lucas Alario traf für Bayer in der 31. Minute per Foulelfmeter. Den Strafstoß hatte Maximilian Arnold gegen Kai Havertz verursacht, gegen die Entscheidung von Schiedsrichter Felix Zwayer gab es keinerlei Proteste (Das Spiel zum Nachlesen im LIVETICKER).

Leverkusener mit Playstation-Jubel

Den Treffer von Nationalspieler Brandt (78.) konterte der ehemalige Leverkusener Admir Mehmedi (79.) umgehend. Wolfsburgs William sah Gelb-Rot (90.+1).

"Unser Sieg ging absolut in Ordnung", sagte Leverkusens Coach Heiko Herrlich. "Meine Mannschaft hat auf die Heimniederlage gegen Schalke 04 damit genau die richtige Antwort gegeben. Unnötig war nur der Gegentreffer, beim 1:2 haben wir so ziemlich alles falsch gemacht", kritisierte Herrlich.

"Wir haben uns am Ende das Leben schwer gemacht, trotzdem gehen die drei Punkte in Ordnung", meinte Havertz, der noch das Geheimnis des Leverkusener "Holzhacker-Jubels" verriet, den er zusammen mit Brandt aufgeführt hatte:

"Es geht um ein neues Playstation-Spiel, das jetzt erst rausgekommen ist", sagte Havertz. "Es ist ein Insider zwischen Julian und mir. Wir verbringen viel Zeit zusammen, da kommt man auf solche Gedanken."

Kießling absolviert 400. Bundesligaspiel

Freuen durfte sich auch Stefan Kießling. Der zuletzt von zahlreichen Verletzungen gebeutelte Ex-Nationalspieler durfte 120 Sekunden lang mithelfen, den knappen Vorsprung über die Zeit zu retten und absolvierte sein 400. Bundesligaspiel.

"Ich bin einfach überglücklich, dass ich die Chance nochmal bekommen habe und meine Spiele machen durfte", sagte Kießling bei Sky: "Die 400 ist natürlich eine besondere Zahl. Ich habe das in den letzten Tagen, dass es erst 65 Spieler vorher geschafft haben. Das ist ein Beweis dafür, dass man über Jahre hinweg konstant in der Bundesliga gespielt hat. Da bin ich stolz drauf.“

Auch ohne den angeschlagenen Leon Bailey, der nur bibbernd auf der Reservebank saß, wirkten die Westdeutschen leichtfüßiger und einsatzfreudiger. Schon nach 19 Sekunden hatte Lars Bender die Bayer-Führung auf dem Fuß. Auch bei einem Kopfball in der 19. Minute hätte der Abwehrspieler das erste Tor für seine Mannschaft erzielen können.

Nach dem Seitenwechsel drängte Bayer auf eine schnelle Vorentscheidung. Charles Aranguiz traf die Querlatte (51.), nur 60 Sekunden später wurde ein Schuss von Julian Baumgartlinger in letzter Sekunde abgeblockt.

Pfiffe und "Wir wollen euch kämpfen sehen"

Nach etwa einer Stunde Spielzeit verloren die Wolfsburger Zuschauer die Geduld, Pfiffe und sogar Hohngelächter machten die Runde im Stadion. Daran änderte auch ein gefährlicher Drehschuss von Divock Origi (60.) nichts.

Im Gegenteil: "Wir wollen euch kämpfen sehen", skandierte das Publikum. Labbadia reagierte auf seine Weise. Der 52-Jährige wechselte den spielerisch starken Yunus Malli ein und hoffte so auf einen Umschwung der Partie. Doch der gewünschte Effekt bleib aus,

Alle Themen und Aufreger des 25. Bundesliga-Spieltags werden am Sonntag um 11 Uhr LIVE im CHECK24 Doppelpass diskutiert