Julian Brandt (l.) trifft zum vermeintlichen 1:0
Julian Brandt (l.) trifft zum vermeintlichen 1:0 © Imago

Leverkusen - Bayer Leverkusen kommt gegen den FC Augsburg nicht über ein Remis hinaus und muss einen Rückschlag hinnehmen. Der Videobeweis spielt eine entscheidende Rolle.

Bayer Leverkusen geht im Endspurt um die Champions-League-Plätze anscheinend die Luft aus. Knapp zwei Wochen nach der 0:2-Derbypleite beim Abstiegskandidaten 1. FC Köln kam die Werkself trotz teilweise drückender Überlegenheit gegen den FC Augsburg nur zu einem 0:0.

Bayer gerät dadurch im Kampf um die Teilnahme an der Königsklasse weiter ins Hintertreffen. (Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Augsburg, das auch das 14. Bundesliga-Duell mit Leverkusen nicht gewann, verharrt im Niemandsland der Tabelle, dürfte mit dem Abstiegskampf aber nichts mehr zu tun haben.

"Für uns fühlt sich das Unentschieden eher wie eine Niederlage an", sagte Bayer-Trainer Heiko Herrlich. "Wir haben das Spiel bis auf wenige Ausnahmen im Griff gehabt. Die Torchancen waren da, aber im letzten Drittel hat uns die Präzision gefehlt."

Sein Gegenüber auf Augsburger war dagegen mit dem Punkt einverstanden. "Ich bin total stolz auf meine Mannschaft", so Manuel Baum. "Sie hat aufopferungsvoll um jeden Ball gekämpft. Bei dem Videobeweis haben wir etwas Glück gehabt. Mit dem Punkt kann ich sehr gut leben."

Aranguiz vergibt erste Chance

Im Gegensatz zum Auftritt in der Domstadt war Leverkusen, bei dem Herrlich zum 50. Mal in der Bundesliga auf der Trainerbank saß, von Beginn an hochkonzentriert und schnürte die Gäste nach einer kurzen Abtastphase in deren Hälfte ein.

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Bereits nach einer Viertelstunde hätte der starke Charles Aranguiz Bayer in Führung bringen müssen. Der Chilene verzog aber nach einem missglückten Abwehrversuch von Martin Hinteregger aus zehn Metern. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

Bayer musste kurzfristig auf seinen Kapitän Lars Bender verzichten, der erneut wegen Leistenbeschwerden passen musste. Zudem fehlte bei Leverkusen der rotgesperrte Torjäger Lucas Alario. An dessen Stelle spielte Nationalspieler Kevin Volland, der stets für Gefahr im FCA-Strafraum sorgte.

Baier muss früh raus

Trotz drückender Überlegenheit gab es für Bayer aber vor der Pause keine großen Chancen mehr, da die meisten Versuche in der Offensive untauglich waren. Schüsse aus der zweiten Reihe von Nationalspieler Julian Brandt und Leon Bailey waren ebenso unpräzise wie ein Kopfball von Abwehrspieler Jonathan Tah. (Die Tabelle der Bundesliga)

Augsburg, das bereits in der 38. Minute seinen angeschlagenen Kapitän Daniel Baier durch Sergio Cordova ersetzen musste, bemühte sich zwar immer wieder um Entlastung. Aber die wenigen Konter verpufften, da Bayer defensiv gut stand und die Möglichkeiten der bayerischen Schwaben schon im Keim erstickte. 

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Auch nach dem Seitenwechsel drückten die Gastgeber permanent auf einen Treffer. Allerdings agierte Bayer in vielen Szenen nach wie vor viel zu umständlich. FCA-Torwart Marvin Hitz musste zwar ständig auf der Hut sein, so richtig gefordert wurde der Schweizer Nationalkeeper aber nicht. Als Volland in der 57. Minute alleine Richtung FCA-Tor marschierte, wurde er noch von Hinteregger abgefangen.

Baileys Siegtor wird zurückgenommen

Kurz darauf wurde das vermeintliche 1:0 durch Brandt (65.) vom Videoassistenten zurückgepfiffen, da Bailey dessen Schuss leicht mit der Hacke berührte und dabei im Abseits stand.

FCA-Coach Manuel Baum, einst Assistent von Herrlich bei der SpVgg Unterhaching, konnte trotz dieser Schrecksekunde mit der Abwehrleistung seines Teams, das im zweiten Durchgang auch im Spiel nach vorne deutlich mutiger agierte, sehr zufrieden sein.