Andreas Rettig war zwischen 2013 und 2015 Geschäftsführer der DFL
Andreas Rettig war zwischen 2013 und 2015 Geschäftsführer der DFL © Getty Images

Die Kritik von Karl-Heinz Rummenigge prallt an St. Paulis Geschäftsführer locker ab. Andreas Rettig setzt eine Spitze in Richtung Bayern-Boss.

Mit Süffisanz hat Geschäftsführer Andreas Rettig vom Zweitligisten FC St. Pauli auf eine Verbalattacke von Bayern Münchens Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge reagiert. "Rummenigge war ein erstklassiger Stürmer", lautete die kurze Stellungnahme des 54-Jährigen via Twitter zu den Vorhaltungen des früheren Nationalmannschafts-Kapitäns.

Rettig hatte in der vergangenen Woche im Verlauf der Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga (DFL) überraschend einen Antrag auf Beibehaltung der 50+1-Regel gestellt und bei der Abstimmung darüber eine Mehrheit der Klubs hinter sich gebracht. Ursprünglich war kein Votum vorgesehen, die Vereinsvertreter wollten eigentlich nur über die weitere Vorgehensweise im Umgang mit der umstrittenen Klausel beraten.

Rummenigge attackiert St. Pauli

Den unerwartete Vorstoß Rettigs wurde anschließend von Rummenigge in einem kicker-Interview vehement kritisiert: "Es befremdet mich, dass ein Zweitligist, der noch nie in einem internationalen Wettbewerb mitgespielt hat, auf einmal nicht nur eine so prominente, sondern auch dominierende Rolle einnimmt."

Rummenigge sorgt sich zunehmend um die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Liga. "Der FC Bayern liegt zum sechsten Mal in Folge mit überragendem Vorsprung vorne - alles angenehm, bequem; aber das ist nicht das Ziel", sagte der 62-Jährige.

Das Bekenntnis zur 50+1-Regel sei daher das falsche Signal. "Mit der Frankfurter Abstimmung hat man sich den Ast, an dem die Wettbewerbsfähigkeit hängt, ansägen lassen - und zwar durch einen mäßigen Zweitligisten, das bitte nicht vergessen!", legte Rummenigge noch mal nach.