Thomas Müller (l.) und Mats Hummels äußerten sich am SPORT1-Mikrofon
Thomas Müller (l.) und Mats Hummels äußerten sich am SPORT1-Mikrofon © SPORT 1

München - Im Doppel-Interview mit SPORT1 äußern sich die Bayern-Stars Thomas Müller und Mats Hummels zur Lage der Liga, Leon Goretzka und den Forderungen nach einer Bundesliga-Modusänderung.

von Stefan Kumberger , Martin Volkmar

Für Bayern München könnte es in der Bundesliga kaum besser laufen.

18 Punkte Vorsprung hat der Rekordmeister auf den Tabellenzweiten RB Leipzig.

Schon am 10. März nach dem Heimspiel gegen den Hamburger SV könnten Mats Hummels und Thomas Müller mit ihren Teamkollegen die Meisterschale wieder in den Himmel recken. 

Nach dem 2:1-Erfolg gegen den FC Schalke sprachen die beiden Weltmeister bei SPORT1 über die Aussichten in der Champions League, den künftigen Mitspieler Leon Goretzka und die viel diskutierte Möglichkeit einer Modusänderung in der Bundesliga, die für mehr Spannung sorgen soll.

SPORT1: Der FC Bayern gewinnt mittlerweile schon ohne Trainer und das, obwohl der Gegner mutig aufgetreten ist. Wie gut tut das einem Spieler des FC Bayern, wenn ein Gegner auch mal 90 Minuten dagegen hält?

Mats Hummels: Sehr gut. Wir lieben diese Spiele, in denen der Gegner auch alles investiert. Schalke war unfassbar schwer zu bespielen. Wir haben das sehr gut gemacht, sehr gut gepresst. Schalke hat uns das Leben nicht leicht gemacht, und wir mussten fighten. Wir hätten die Konter noch ein bisschen besser ausspielen können - aber das ist Thomas' Aufgabe.

SPORT1: Wie gut oder schlecht ist die praktisch schon entschiedene Meisterschaft mit Blick auf die heiße Phase der Champions League?

Thomas Müller: Das wird man dann sehen, wenn die vermeintlich wichtigen Spiele wie Champions League und Pokal-Halbfinale gespielt sind. Danach kann man feststellen, was uns gut getan hat. Ob es die Pausen waren, die wir hatten, weil die Bundesliga schon entschieden ist. Oder wenn wir nicht so erfolgreich sind, wird es heißen: Die Spannung war nicht mehr da. Dementsprechend ist für uns wichtig, dass wir weiter dran bleiben. Die Trainer machen das sehr gut, verlangen viel von uns. Gegen Schalke hat es echt Spaß gemacht. Das ist ein Prestigegegner, und deswegen wollten wir unbedingt etwas zeigen.

SPORT1: Wie hat sich denn Peter Hermann geschlagen als Ersatztrainer für den erkrankten Jupp Heynckes?

Müller: Er hat sich sehr gut geschlagen. Aber es war auch nicht anders zu erwarten. Er ist ja sehr kommunikativ, auch im Training. Und wir haben ein eingespieltes Trainerteam.

SPORT1: Fast alle Augen waren auf Bayern-Neuzugang Leon Goretzka gerichtet. Wie war Ihr Eindruck?

Hummels: Er ist ein super Spieler. Aber ich glaube, das haben wir genug thematisiert in letzter Zeit. Man sollte ihn jetzt in Ruhe die Saison bei Schalke zu Ende spielen lassen.

Müller (grinst): Mein Gott, machst du jetzt den Anwalt für Leon?

SPORT1: Braucht er denn einen Anwalt?

Müller: Scheinbar. Er wird ja immer so ein bisschen in Frage gestellt. Die Kameras waren natürlich auf ihn gerichtet, aber jetzt nicht unsere Augen. Er ist ein guter Spieler. Schauen wir mal ab Sommer, wie es bei uns läuft.

SPORT1Stefan Effenberg wirbt zur Zeit für ein Reform der Bundesliga, damit es endlich wieder spannender wird. Was sagt man da als Spieler des FC Bayern, weil es ja doch auch gegen Sie gerichtet ist?

Hummels: Ich halte ehrlich gesagt nichts davon, denn dafür haben wir ja die Bundesliga. Es gibt ja auch den Pokal-Wettbewerb als völlig andere Art.

Müller: Ich finde es nicht schlecht, wenn man sich mal Gedanken macht, um zu revolutionieren.

Hummels: Das stimmt. Aber in meinen Augen ist es eben eine Saison, in der man die Spiele spielt und am Ende eine Mannschaft oben steht. Für die anderen Sachen, wo auch mal ein Spiel ein Mannschaft rauswerfen kann, haben wir den Pokal oder die Champions League. Man muss nicht alles ähnlich gestalten.

Müller: Man sollte debattieren, was man optimieren kann. Denn insgesamt geht es ja auch um unser Produkt Bundesliga. Vielleicht sollte man auch die Fans mit ins Boot holen und fragen, wie spannend so ein Samstagnachmittag ist. Denn die Spannung im Spiel ist immer wichtig.

SPORT1: Herr Hummels, jetzt als Spieler des FC Bayern sind Sie dagegen. Wären sie als Spieler von Borussia Dortmund, als Sie hinter Bayern waren, dafür gewesen?

Hummels: Nein.

Müller: Das hat ja damit nichts zu tun. Es geht ja nicht darum, einen besser oder schlechter zu machen. Es geht nur grundsätzlich darum, sich Gedanken zu machen, um Dinge zu optimieren. Aber die Bundesliga ist auch mit dem aktuellen Modus immer gut gefahren.