Zwischen Andrej Kramaric (r.) und Nadiem Amiri (l.) kommt es zum Elfer-Zoff
Zwischen Andrej Kramaric (r.) und Nadiem Amiri (2. v. l.) kommt es vor dem Elfmeter zum Streit © Getty Images

Um Hoffenheims Elfmeter in Berlin gibt es Diskussionen. Andrej Kramaric und Nadiem Amiri streiten sich um die Ausführung. Kerem Demirbay verletzt sich.

Die TSG Hoffenheim kann im neuen Jahr einfach nicht gewinnen. Nach dem 1:1 bei Hertha BSC ist die Mannschaft von Trainer Julian Nagelsmann seit fünf Partien sieglos, den letzten Dreier gab es am 13. Dezember gegen Borussia Dortmund. Die Europapokalplätze rücken immer weiter in die Ferne. (Tabelle der Bundesliga)

Bei anderer Auslegung der Situation vor dem 1:0 durch Andrej Kramaric (38.) hätten die Kraiuchgauer in Berlin auch verlieren können (Bundesliga-Spielplan und -Ergebnisse).

Der ehemalige Herthaner Nico Schulz war von Abwehrspieler Niklas Stark elfmeterreif im Strafraum gelegt worden, Kramaric verwandelte den fälligen Strafstoß.

Abseits oder nicht?

Strittig war das Führungstor der Gäste insofern, als dass Schulz vor dem Foul aus dem Abseits gekommen war.

Viele erwarteten daher von Schiedsrichter Deniz Aytekin, die Situation deshalb vor dem Foul abzupfeifen. Doch der verteidigte seine Entscheidung. "Bei der Ballabgabe war Nico Schulz außerhalb des Strafraums in einer Abseitsposition. Allerdings war die nicht strafbar, weil er im deutlichem Abstand zu Niklas Stark stand", betonte Aytekin bei Sky.

Stark sah die Sache anders. "Natürlich ist das für mich Abseits", meinte der Berliner: "Mir wurde auch erklärt, dass das eine neue Spielsituation sein soll, aber das ist Quatsch! Ich werde angeschossen und will den Ball rausschlagen, da läuft mich Schulz hinter meinem Rücken aus dem Aus an, ich sehe ihn gar nicht.“

DFB unterstützt Aytekins Entscheidung

Aytekin bekam jedoch Unterstützung durch die Schiedsrichter-Kommission des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).

"Der Berliner Spieler Niklas Stark geht in der betreffenden Szene klar zum Ball und nimmt diesen an. Damit ist die vorherige Abseitsstellung des Hoffenheimer Spielers Nico Schulz regeltechnisch nicht mehr relevant. Die Regelauslegung durch das Schiedsrichterteam ist absolut korrekt und es bestand kein Anlass für einen Eingriff des Video-Assistenten", stellte die Schiedsrichter-Kommission in einer Erklärung fest.

Schiedsrichter-Experte Markus Merk hatte bei Sky zunächst von einer Abseitsposition von Schulz gesprochen und den Elfmeterpfiff infrage gestellt. Später räumte er aufgrund der Argumentation des Schiedsrichter-Ausschusses ein, dass die Szene tatsächlich keine Relevanz für den Video-Assistenten gehabt hätte.

Hoffenheimer streiten sich um die Ausführung

Diskussionen hatte es auch vor der Ausführung des Strafstoßes gegeben: Nadiem Amiri stritt sich mit Kramaric darüber, wer den Elfmeter schießen soll. Amiri war augenscheinlich nicht damit einverstanden, dass Kramaric antritt und hätte selbst gerne geschossen. Der Schütze machte seine Sache jedoch gut und schob zum 1:0 ein.

"Wenn Kra­ma­ric schie­ßen will, dann darf er das auch", nahm Nagelsmann den Schützen in Schutz: "Für den an­de­ren Spie­ler ist es dann viel­leicht nicht so glück­lich, aber es zeugt auch vom Selbst­ver­trau­en der bei­den. Das ist kein schlech­tes Zei­chen. Die bei­den haben sich schon aus­ge­spro­chen. Kein gro­ßes Drama."

Doch mit dem 1:0 war das Glück der Hoffenheimer auch schon aufgebraucht. Hertha kam im zweiten Durchgang durch Salomon Kalou (58.) zum Ausgleich.

Demirbay droht lange Verletzungspause

Ganz bitter für Hoffenheim: Nagelsmanns Team muss womöglich länger auf Nationalspieler Kerem Demirbay verzichten.

Der gerade erst genesene Nationalspieler musste bereits im ersten Durchgang mit einer Fußverletzung ausgewechselt werden. (Das Spiel im TICKER zum Nachlesen)

Herthas Jordan Torunarigha trat dem Deutsch-Türken im Zweikampf unglücklich auf den Knöchel, Demirbay krümmte sich vor Schmerzen und konnte den Platz nur mit Hilfe von Betreuern verlassen. Er wurde für weitere Untersuchungen ins Krankenhaus gebracht. Für Demirbay kam der zuletzt ebenfalls angeschlagene Amiri (17.).

Die leichte Konfusion der Hoffenheimer nach Demirbays Auswechslung verhalf den Berlinern jedoch zur ersten Großchance. Nach Zuspiel von Davie Selke stand Peter Pekarik (30.) plötzlich frei vor dem Tor und schlenzte nur knapp am linken Pfosten vorbei. 

Ohne Demirbays ordnende Hand trachteten die Gäste bis zum Spielende vergeblich nach dem Lucky Punch.