Borussia Dortmund muss nach dem Ende des Theaters um Pierre-Emerick Aubameyang liefern © SPORT1-Grafik: Marc Tirl/Getty Images/Imago

Mit dem Transfer von Pierre-Emerick Aubameyang zum FC Arsenal wird ein leidiges Theater beendet. Ohne den Störfaktor muss die Mannschaft nun liefern.

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Zum Glück ist die nervigste Personalie der jüngsten Bundesligageschichte endlich erledigt: Nach 151 Tagen Hängepartie (seit Schließung des letzten Transferfensters) gehen Pierre-Emerick Aubameyang und Borussia Dortmund getrennte Wege.

Für den Verein ist der Verkauf seines mit Abstand gefährlichsten Torjägers (141 Tore in 213 Pflichtspielen) zwar ein herber sportlicher Verlust, jetzt kann bei Schwarzgelb aber endlich wieder Ruhe einkehren.

Der Klub hat sich von seinem Superstar in den vergangenen Wochen immer wieder an der Nase herumführen lassen. Beachtlich und unverständlich, dass Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Manager Michael Zorc bis vor wenigen Wochen immer noch bemüht waren, Aubameyang doch noch irgendwie bis zum Sommer zu halten. Damit setzten die Bosse nicht nur die teaminterne Harmonie, sondern auch den sportlichen Erfolg aufs Spiel.

Alle Brücken, die der Verein dem Gabuner baute, riss dieser mit einer beachtlichen Gleichgültigkeit und Verachtung ein: Immer wieder Trainingsverspätungen und ein verbotener Videodreh unter Peter Bosz – Schwänzen einer wichtigen Mannschaftsbesprechung, lustlose Trainingseinheiten sowie ein Hallenkick unter Peter Stöger.

Aubameyang machte, ob von Familie und Freunden ferngesteuert oder aus eigenem Antrieb, mit dem BVB was er wollte.

Der Verkauf nach London zum FC Arsenal war deshalb die einzig logische Konsequenz. Zumal die Alleingänge von "Egomeyang" auch die Mannschaft in den vergangenen Wochen und Monaten immer mehr spalteten.

Vor allem der Kreis der BVB-"Führungsspieler" um Schmelzer, Bürki und Sahin reagierte zunehmend genervt. Zuletzt erklärten aber auch immer mehr andere Teamkollegen hinter vorgehaltener Hand, dass sie Aubameyang nicht mehr wiedererkennen würden und der Verein wohl besser die Reißleine ziehen sollte. Das ist jetzt passiert!

Der bislang noch nicht wirklich erfolgreiche Trainer Peter Stöger steht jetzt vor einer Mammutaufgabe: Er muss die Gräben innerhalb der Mannschaft zuschütten und das sportlich erschreckend harm- und ideenlose Team wieder in die Spur führen.

Denn klar ist auch: Mit dem Aubameyang-Aus sind alle Alibis bezüglich Unruhe und Disharmonie Vergangenheit. Jetzt müssen die anderen Spieler endlich liefern!