Frankfurt am Main und München - Lothar Matthäus findet im SPORT1-Interview deutliche Worte für das Theater um Pierre-Emerick Aubameyang. Auch zur Bayern-Zukunft von Jupp Heynckes äußert er sich.

von Martin Quast , Susanne Kripp , Sven Sartison

Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus hat deutliche Worte für das Theater um BVB-Star Pierre-Emerick Aubameyang gefunden.

"Er hat die Grenzen erreicht, sich viele Eskapaden geleistet, viele Leute bei Borussia Dortmund enttäuscht - nicht nur im Vorstand, sondern auch die Mannschaft und die Fans", sagte Matthäus SPORT1 beim DFL-Neujahrsempfang in Frankfurt.

"Ein einzelner Spieler kann nicht über der Mannschaft stehen oder über dem Verein", erklärte der Rekordnationalspieler. Zwar sei der Stürmer sportlich kaum zu ersetzen, andererseits "enttäuscht er die Mannschaft immer wieder und verdirbt deswegen das Klima. Deswegen muss man in Dortmund eine Lösung finden."

Matthäus warnt vor Spaltung wegen Aubameyang

Der 56-Jährige hat große Zweifel, ob dieser Riss noch zu kitten ist. "Man ist in Dortmund sicher auch gespalten. Man weiß, dass man auf seine Tore angewiesen ist, wenn man wieder in die Champions League will. Andererseits ist, glaube ich, schon ein großer Teil der Mannschaft gegen ihn", erklärte Matthäus.

Kapitän Marcel Schmelzer und den Mannschaftsrat nimmt er in die Pflicht, dem Gabuner ins Gewissen zu reden. Denn für Matthäus ist klar, dass sich dieses Verhalten auch negativ auf den Rest des Teams und den ganzen Verein auswirken wird.

Mit Blick auf seine eigene Vergangenheit betonte Matthäus, dass in einem solchen Fall aber auch der Spieler zurückstecken müsse.

So sei er sich 1991 mit Real Madrid über einen Wechsel bereits einig gewesen - sein damaliger Verein Inter Mailand stellte sich aber quer und berief sich auf den gültigen Vertrag. "Deswegen hatte ich damals keine Chance zu Real Madrid zu gehen und musste es akzeptieren", blickt der heute 56-Jährige zurück.

Kein Nachfolger für Heynckes in Sicht

Auch zur ständigen Frage über die Zukunft von Jupp Heynckes beim FC Bayern bezog Matthäus Stellung und bekannte sich als Fan des Trainers.

"Er tut dem deutschen Fußball gut, der FC Bayern profitiert, er wird über die bayrischen Grenzen hinaus geliebt", erklärte Matthäus.

Gleichzeitig sieht er zur Zeit keinen Nachfolger für Heynckes und ist deshalb davon überzeugt, "dass jeder bei Bayern München froh sein wird, wenn Jupp vielleicht nochmal ein Jahr dranhängt."