Berlin - Der BVB kann ohne Pierre-Emerick Aubameyang nicht gewinnen. Teamkollege Andre Schürrle sagt: Die ständigen Eskapaden des Gabuners stoßen im Team auf Unverständnis.

Wieder kein Sieg ohne Auba: Borussia Dortmund hat sich auch im zweiten Rückrundenspiel ohne seinen Stürmer-Star Pierre-Emerick Aubameyang mit einem Unentschieden begnügen müssen.

Shinji Kagawa rettete dem offensiv lange Zeit harmlosen BVB beim 1:1 (0:0) bei Hertha BSC mit dem Ausgleichstreffer (71.) zumindest noch einen Punkt. Davie Selke (46.) hatte Berlin zuvor in Führung gebracht. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

In der Nachspielzeit sorgte eine Szene zwischen Fabian Lustenberger Andrey Yarmolenko für Aufregung. Lustenberger hielt den Ukrainer im Strafraum mit seinen Händen fest. "60:40 das es ein Elfmeter ist. Der Videoschiedsrichter hätte es sehen können. Den hätte man geben können", schob Andre Schürrle nach der Partie bei Eurosport Frust. 

Stöger resigniert

Peter Stöger reagierte dagegen schon fast resigniert: "Ich weiß nicht was da schwierig sein soll, wenn man sieht wo die Hände sind. Aber es ist wie es ist."

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"Die letzten 30 Minuten der zweiten Halbzeit haben wir nur auf ein Tor gespielt. Da müssen wir in Führung gehen. Wir müssen gewinnen", sagte Ömer Toprak.

Der wechselwillige Aubameyang, mit 13 Toren der mit Abstand treffsicherste Dortmunder, fehlte wie schon beim Rückrundenstart gegen den VfL Wolfsburg (0:0) aus disziplinarischen Gründen - sein Team konnte diesen Ausfall sportlich nicht kompensieren. Die Akte Aubameyang sorgt auch bei den BVB-Spielern inzwischen für Ärger.

"Das ist ein großes Thema. Das schafft Unruhe und Kopfschütteln in der ganzen Mannschaft. Es ist nicht einfach das abzuschütteln und sich nur auf den Fußball zu konzentrieren", erklärte Schürrle nach der Partie.

Ohne Aubameyangs Torgefahr, Schnelligkeit und Präsenz im Strafraum präsentierte sich der BVB in der Offensive meist ohne Durchschlagskraft. 

Kein Angebot für Aubameyang

Auch deswegen will der Klub den Problemprofi trotz dessen Eskapaden offenbar halten.

"Wir planen weiter mit Pierre-Emerick Aubameyang. Es gibt einen Weg zurück in die Mannschaft, dazu gehört aber Professionalität, und dazu gehört auch zu sagen, dass man in der ein oder anderen Situation einen Fehler gemacht hat", sagte Sportdirektor Michael Zorc bei Eurosport vor dem Anpfiff. (DATEN: Tabelle der Bundesliga)

Aubameyang sorgt für nächsten Aufreger

Doch der Gabuner sorgte für den nächsten Aufreger und vergnügte sich laut Bild bei einem Hallenkick mit Freunden. Ein Angebot - der FC Arsenal soll interessiert sein - gebe es ohnehin nicht: "Es liegt nicht wirklich etwas auf dem Tisch."

Um Aubameyangs Abwesenheit aufzufangen, setzte Trainer Stöger auf zwei Rückkehrer. Der einige Wochen verletzte US-Amerikaner Christian Pulisic und Weltmeister Schürrle, der beim BVB zuletzt nur Bankdrücker war, liefen von Beginn an auf. (DATEN: Alle Ergebnisse der Bundesliga)

Pulisic leitete mit einer Flanke von der rechten Seite auch die erste Chance der Gäste ein, Shinji Kagawas Kopfball war aber zu unplatziert (14.). Danach erkämpften sich jedoch die Herthaner mehr Spielanteile, sie spielten gefällig nach vorne und deckten die ein oder andere Defensivschwäche des Gegners auf.

"Wir haben eine sehr gute erste Halbzeit gespielt. Wir müssen das zweite Tor machen. Am Schluss hat Dortmund alles riskiert, das war schwierig", erklärte Hertha-Trainer Dardai bei Eurosport.

BVB macht bis zum Schluss Druck

Dortmund tat sich enorm schwer, gegen geschickt verteidigende Berliner zu Chancen zu kommen. Hertha-Torhüter Thomas Kraft, der kurzfristig für den am Oberschenkel verletzten Stammkeeper Rune Jarstein in die Startelf rückte, erlebte eine relativ entspannte erste Halbzeit.

Die zweite Hälfte begann mit einem Paukenschlag nur 42 Sekunden nach dem Wiederanpfiff: Selke schlich nach einem Pass von Valentino Lazaro den Dortmunder Innenverteidigern davon und schob problemlos zum Berliner Führungstreffer ein. 

"Bis zum Gegentreffer haben wir es sehr gut gemacht. Nach dem 1:1 hat Dortmund dann eine Menge Aufwand betrieben. Das 1:1 ist in Ordnung", sagte Selke nach der Partie.

Danach schalteten die Gäste einen Gang höher und zogen eine Art Powerplay auf. Klare Torchancen blieben aber zunächst aus, Pulisics Kopfball konnte Kraft problemlos parieren (56.).

Den Berlinern eröffneten sich dadurch aber Räume zum Kontern, und bei einem Tempogegenstoß "klaute" Ondrej Duda seinem Hertha-Kollegen Salomon Kalou das sichere Tor zum 2:0 (62.). Der klar im Abseits stehende Slowake berührte den Ball, der auch ohne seine Mithilfe ins Dortmunder Tor gegangen wäre.

In der 67. Minute brachte Stöger in Alexander Isak für Mario Götze einen echten Stürmer, der Mut wurde mit dem Ausgleichstreffer durch Kagawa belohnt. Immerhin.

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