Dortmund - Pierre-Emerick Aubameyang bleibt gegen Freiburg nahezu unsichtbar, Nils Petersen gelingt ein Sensations-Tor. Der BVB rettet in letzer Sekunde ein Unentschieden.

Auch mit dem wechselwilligen Rückkehrer Pierre-Emerick Aubameyang verschenkt Borussia Dortmund weiter Punkte. (TICKER zum Nachlesen)

Der Gabuner stand am Samstag beim 2:2 (1:1) gegen den SC Freiburg möglicherweise zum letzten Mal in einer Startelf des BVB, der jeglichen Offensivgeist vermissen ließ und teilweise wie erstarrt wirkte.

"Über den Punkt können wir uns heute nicht freuen. Die Ergebnisse sind im Moment nicht so, dass wir unser Ziel erreichen. Unser Offensivspiel hakt, das ist im Moment unser Manko", sagte Nuri Sahin bei Sky.

Diskussionsstoff zum 20. Spieltag: Der CHECK24 Doppelpass am Sonntag um 11 Uhr LIVE auf SPORT1

"Wir kamen in die gefährlichen, aber nicht in die ganz gefährlichen Bereiche. Wir haben zu wenig Risiko genommen", meinte Trainer Peter Stöger. Ganz anders war die Stimmungslage natürlich bei Gästetrainer Christian Streich: "Ich bin total zufrieden. Mir geht es gut. Wir haben das gut gemacht."

Verheerende Statistik bei Aubameyang

Aubameyang blieb ein Schatten seiner Selbst, hatte mit lediglich 20 Ballkontakten die mit Abstand wenigsten auf dem Platz und gewann nur 38,5 Prozent seiner Zweikämpfe.

Nils Petersen (20./68.) war mit zwei Treffern der überragende Akteur beim SCF - sein zweiter Treffer war ein Traum-Heber aus 35 Metern. Jeremy Toljan rettete dem BVB in der Nachspielzeit (90.+3) einen Punkt. (DATEN: Alle Ergebnisse im Überblick)

Petersen gelingt Sensations-Tor

Im Kampf um den erneuten Champions-League-Platz wird es für den BVB nun enger, Freiburg hingegen ist seit acht Spielen ungeschlagen und wohl in Sicherheit. 

Ein frühes Tor von Shinji Kagawa (9.) vermittelte den ideenarmen Dortmundern auch nicht mehr Spielfreude.

Petersen (20.) schlug mit dem ersten ernsthaften Angriff für Freiburg zurück, er erzielte zunächst sein neuntes Saisontor. Nummer zehn war dann außergewöhnlich: Petersen nutzte nach einem Nuri-Sahin-Fehlpass, dass BVB-Torhüter Roman Bürki weit vor seinem Tor stand. 

Alle Highlights des 20. Spieltags am Sonntag um 9.30 Uhr und 13.30 Uhr in Bundesliga Pur im TV auf SPORT1

Pfiffe gegen Aubameyang

Aubameyang hingegen stand ungeachtet aller Spekulationen über einen Wechsel nach England wieder in der Dortmunder Startelf.

Der Bundesliga-Torschützenkönig war aufgrund seiner Provokationen gegen den VfL Wolfsburg (0:0) suspendiert gewesen, anschließend bei Hertha BSC (1:1) berief ihn Trainer Peter Stöger wegen mangelhafter Trainingseinstellung nicht in den Kader.

Nun durfte oder musste er wieder spielen - von der Südtribüne empfangen mit Pfiffen und dem Plakat "Kein Spieler ist größer als der Verein".

Zorc macht Ansage an Arsenal

Die Verhandlungen zwischen dem BVB und dem FC Arsenal stocken seit Tagen. "Wir haben eine klare Position", sagte Sportdirektor Michael Zorc bei Sky vor dem Anpfiff.

"Entweder werden unsere Forderungen erfüllt, dann kann es noch einen Transfer geben. Oder aber sie werden nicht erfüllt, und er spielt bis zum Sommer in Dortmund. So ist es übrigens auch mit der Familie Aubameyang besprochen und akzeptiert." Angeblich verlangen die Dortmunder 70 Millionen Euro.  

Zumindest beim Führungstor stand Aubameyang mal nicht im Mittelpunkt. Kagawa traf per Seitfallzieher, aber es blieb lange das einzige Highlight seltsam übervorsichtiger Dortmunder.

Kagawa war ebenfalls wieder in die Startelf gerückt, Weltmeister Mario Götze saß wie Julian Weigl zunächst draußen. Freiburg, zuvor und auch danach wieder sehr passiv, schlug mit dem ersten ernsthaften Angriff zurück. 

Aubameyang fiel erstmals auf, als er knapp über das Tor köpfte (30.). Die Fans pfiffen den Starstürmer selbst dann aus, wenn er in aussichtsreicher Position den Ball führte - dies war allerdings sehr selten. Kaum zu glauben: Der BVB langweilte sein Publikum. 

Die Gäste mussten somit auch in der zweiten Halbzeit nicht viel tun, um im Spiel zu bleiben.

Die BVB-Profis schoben sich 35 Meter vor dem gegnerischen Tor mutlos den Ball zu, ohne Tempo aufzunehmen. Kagawa (60.) traf immerhin mal das Außennetz. Es folgte Petersens Kunstschuss, ehe  Toljan noch für ein versöhnliches Ende aus Dortmunder Sicht sorgte.