Timo Werner beschwerte sich wegen eines nicht gegebenen Elfmeters © SPORT1-Grafik: Getty Images/Imago

Leipzig - RB Leipzig verpasst den Heimsieg gegen den FSV Mainz 05. Die Sachsen kassieren spät den Ausgleich, Timo Werner fordert einen Elfmeter. Der Videobeweis kommt mehrmals zum Einsatz.

Am Ende fühlten sich die Spieler von RB Leipzig nach einer hitzigen Partie gegen den FSV Mainz 05 mit einigen strittigen Entscheidungen um den Sieg betrogen.

Beim 2:2 (2:1) ließ das Team von Trainer Ralph Hasenhüttl nach zuletzt fünf Heimsiegen in Serie erstmals wieder Punkte liegen. Und regte sich über einen nicht gegebenen Elfmeter auf.

Kurz vor Schluss forderte Timo Werner einen Strafstoß, als der Mainzer Jean-Philippe Gbamin gegen Werner im Strafraum rustikal zu Werke ging.

Doch Schiedsrichter Patrick Ittrick entschied nach kurzer Rücksprache mit dem Video-Assistenten, dass Gbamin den Ball gespielt hatte - und brachte die Leipziger zum Kochen.

Für mich ist das ein Elfmeter. Ich treffe den Ball zuerst, rr trifft mich ganz klar. Man sieht es ja an meinem Schuh", klagte Werner bei Sky.

Hasenhüttl sieht klares Foul an Werner

"Timo hat mir während des Spiels sogar gezeigt, dass er ein Loch im Schuh hat, er wird ganz klar getroffen. Dementsprechend muss der Schiedsrichter das normalerweise pfeifen", erklärte Hasenhüttl.

Leipzigs Coach kritisierte vor allem den Video-Assistenten in der Kölner Zentrale.

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Klar zu erkennen: Jean-Philippe Gbamin tritt Timo Werner auf den Fuß © Getty Images

"Das war scheinbar eine klare Ansage aus Köln, dass das kein Foul ist, deswegen hat er es wahrscheinlich nicht mehr der Mühe wert gefunden, in die Review Area zu gehen", meinte Hasenhüttl, der aber auch ergänzte: "Ansonsten finde ich, hat der Schiedsrichter heute ein gutes Spiel gemacht. Bei der Szene wäre es vielleicht nochmal gut gewesen, die paar Meter am Schluss nochmal zu machen."

(Alle Highlights der Partie am Sonntag um 9.30 Uhr in Bundesliga Pur im TV auf SPORT1)

Mehrere strittige Szenen

Es war nicht die einzige umstrittene Szene der Partie.

Vor dem Mainzer Ausgleich hatte der Unparteiische nach einem Foul von Leipzigs Verteidiger Stefan Ilsanker an Gerrit Holtmann auf Elfmeter entschieden, korrigierte sich aber nach Bemühung des Videobeweises auf Freistoß.

Referee entscheidet nach Ansicht der Bilder

Das Vergehen des Österreichers hatte tatsächlich vor dem Strafraum stattgefunden. Den nachfolgenden Freistoß von Brosinski konnte Gulacsi zunächst noch abwehren, den Abpraller drückte Quaison über die Linie. 

Auch beim Foul von Balogun an RB-Abräumer Diego Demme, das zu Werners Elfmeter-Tor führte, ließ sich Ittrich reichlich Zeit für das Video-Studium.

"Für mich war es kein Elfmeter. Ich drehe mich weg und er trifft mich unten an der Schulter. Das ist kein Foul. Wenn das Foul ist, muss man 60 mal Foul pfeifen", echauffierte sich Balogun bei Sky. Kontrahent Demme widersprach: "Er trifft mich klar. Er gibt mir einen Bodycheck und ich fliege weg."

Berggreen belohnt Mainz spät

Nach dem Aus in der Champions League war das 2:2 der nächste Rückschlag für Leipzig. Durch das Remis ist Rekordchampion Bayern München vorzeitig Herbstmeister.(TICKER zum Nachlesen)

Kevin Kampl (29.) hatte den Vize-Meister in Führung geschossen, ehe Mainz durch Robin Quaison (39.) ausglich. Confed-Cup-Sieger Werner (45.+3) erzielte noch im ersten Durchgang per Foulelfmeter den Treffer zum 2:1. Für Werner war es bereits das achte Saisontor. Im zweiten Abschnitt traf Emil Berggreen (86.) zum Endstand.(Spielplan und Ergebnisse der Bundesliga)

"Es war ein sehr gutes Gefühl", sagte der Berggreen bei Sky über seinen Treffer. Für die in fremden Stadien weiterhin sieglosen Mainzer war es erst der dritte Auswärtspunkt in dieser Saison.

Kritik an Leipzigs Abwehr

"Das ist in der Entstehung schon eine Katastrophe", kritisierte Hasenhüttl die Abwehrarbeit seines Teams vor dem Ausgleich.

Gänzlich unbehelligt ließ die Leipziger Hintermannschaft den Dänen einen Eckball per Kopfball kommen. "Das ist natürlich ein Thema, dass man bald nicht mehr hören kann, aber da müssen wir den Finger in die Wunde legen", kündigte Hasenhüttl an: "Vor allem in der Vorbereitung nächstes Jahr. Wir können das im Moment nicht trainieren."

Leipzig mit Startschwierigkeiten

Hasenhüttl wechselte im Vergleich zum Besiktas-Spiel auf vier Positionen. Vor 32.817 Zuschauern waren den Leipzigern die Anstrengungen der Europapokal-Woche vorerst anzumerken.

Sie hatten zu Beginn Probleme, ihr druckvolles Pressing aufzubauen, das gewohnte RB-Spektakel suchte man vergeblich.(Tabelle der Bundesliga)

Mainz-Trainer auf die Tribüne geschickt

In der zweiten Halbzeit trat RB stabiler auf, zunächst jedoch ohne im Angriff richtig zwingend zu werden.

Auch die Mainzer hatten mit fortwährender Spieldauer weniger zuzusetzen und gefährdeten den Favoriten nur selten ernsthaft. Zum Ende verloren die Gäste auch noch Trainer Sandro Schwarz, der von Ittrich wegen Meckerns auf die Tribüne geschickt wurde.