Leipzigs Stürmer Yussuf Poulsen konnte in Wolfsburg kein Tor erzielen
Leipzigs Stürmer Yussuf Poulsen konnte in Wolfsburg kein Tor erzielen © Getty Images

Wolfsburg - Leipzig kommt auch beim VfL Wolfsburg nicht über ein Remis hinaus. Trainer Ralph Hasenhüttl bemängelt die Chancenverwertung und sieht Verschleißerscheinungen.

Vizemeister RB Leipzig geht kurz vor der Winterpause die Luft aus. Die Sachsen kamen im 50. Bundesligaspiel ihrer Klubgeschichte beim VfL Wolfsburg über ein 1:1 (0:1) nicht hinaus und blieben damit auch im vierten Pflichtspiel in Folge ohne Sieg. (TICKER zum Nachlesen) 

Nachdem die Gäste die erste Halbzeit dominiert hatten, wurden sie nach der Pause mit zunehmender Spieldauer immer weiter in die eigene Hälfte gedrängt und mussten am Ende noch froh über den einen Punkt sein. 

"75 Minuten lang haben wir ein sehr gutes Spiel gemacht, nur die letzte Präzision hat gefehlt. Leider belohnen wir uns in den letzten Wochen zu wenig für den Aufwand, den wir betreiben", sagte RB-Coach Ralph Hasenhüttl: "Wir kassieren zu viele Gegentore und spielen zu selten zu Null. Aber die gesamte Hinserie war anstrengend, einige meiner Spieler gehen auf dem Zahnfleisch."

Wolfsburgs Trainer Martin Schmidt sprach von einem verdienten Punktgewinn: "Wir brauchten viel mentale Kraft, um gegen diese starken Leipziger zu bestehen. Leider hatten wir erst am Ende in der Offensive die nötige Qualität."

Der überraschende Führungstreffer für die Platzherren fiel nach einer Viertelstunde per Foulelfmeter. Nachdem VfL-Torjäger Mario Gomez im Strafraum von den Beinen geholt worden war, verwandelte Rechtsverteidiger Paul Verhaegh sicher. Für den verdienten Ausgleich sorgte Jung-Nationalspieler Marcel Halstenberg mit seinem ersten Bundesligator sieben Minuten nach Wiederbeginn.

Gulacsi rettet Punkt für Leipzig

Danach aber spielte nur noch der VfL, und die müder werdenden Gäste konnten sich bei ihrem mehrfach glänzend parierenden Torhüter Peter Gulacsi für den Punktgewinn bedanken. Außerdem schoss der für Gomez eingewechselte Divock Origi den Ball aus kurzer Distanz freistehend über das Tor. In der Nachspielzeit sah RB-Innenverteidiger Dayot Upamecano (90.+2/wiederholtes Foulspiel) Gelb-Rot. 

"Es war klar, dass es ein extrem schwieriges Spiel wird. Wolfsburg hat gut verteidigt. Es ist sehr schwer, hier Tore zu machen", sagte RB-Mittelfeldspieler Stefan Ilsanker bei Sky. Und Torschütze Halstenberg ergänzte: "Zwischendurch dachte ich, dass wir das Spiel noch drehen können. Am Ende hatten wir aber Glück und sind mit dem Punkt gut bedient."

Leipzigs Rückstand auf Herbstmeister Bayern München könnte am Mittwoch auf zehn Zähler anwachsen. Wolfsburg bleibt nach dem zehnten Unentschieden der Saison im Tabellenmittelfeld. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

"Im Endeffekt habe ich nicht gejubelt. Nach dem 1:1 habe ich gedacht, dass wir das Spiel noch drehen. Aber am Ende haben wir noch Glück, dass wir einen Punkt mitnehmen. Hintenraus hat uns ein bisschen die Puste gefehlt", sagte Halstenberg bei Sky.

Leipzig startet besser 

Das Remis vor 22.827 Zuschauern war für den VfL aber lange Zeit schmeichelhaft. Denn die Gäste übernahmen von der ersten Minute an die Initiative und schnürten die Niedersachsen phasenweise in der eigenen Hälfte an. Vergeblich forderte VfL-Trainer Martin Schmidt an der Seitenlinie mehr offensive Aktionen von seinen Schützlingen. (DATEN: Alle Ergebnisse im Überblick)

Die Gäste beeindruckten durch ihre geschickte Raumaufteilung, nur der finale Pass wurde mehrfach nicht präzise genug gespielt. Die beste Torchance zur Führung vergab Nationalspieler Timo Werner, der in der siebten Minute mit einem Schrägschuss am Wolfsburger Torhüter Koen Casteels scheiterte.

Auch die Statistik belegte die klaren Feldvorteile der Leipziger, nach 40 Minuten lautete das Eckenverhältnis 7:0. Ungeachtet des Rückstands verabschiedeten die mitgereisten 1300 RB-Fans ihre Mannschaft mit Beifall in die Halbzeitpause. Auch in die zweite Halbzeit starteten die Gäste offensiv und wurden durch Halstenbergs Ausgleich belohnt. Von dem Zeitpunkt an spielten allerdings nur noch die Wolfsburger nach vorn.

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