Hertha BSC v Hannover 96 - Bundesliga
Doppelpack gegen Hannover 96: Herthas Salomon Kalou © Getty Images

Berlin und Hannover - Hertha BSC fügt Hannover 96 die nächste Auswärtspleite zu - weil Salomon Kalou seinen Torriecher wiederfindet. Ein Freistoß-Tor der Gäste bleibt nur Strohfeuer.

Hertha BSC stehen dank der wiederentdeckten Treffsicherheit von Salomon Kalou ruhige Festtage bevor. Im letzten Heimspiel des Jahres besiegten die Berliner Aufsteiger Hannover 96 mit 3:1 (2:0) und bauten das Polster auf die Abstiegszone auf ein komfortables Maß aus.

Kalou, der Hertha bereits am vergangenen Sonntag beim schmeichelhaften 1:1 beim FC Augsburg mit einem Last-Minute-Treffer einen Punkt gerettet hatte, war mit zwei Toren (18./45.) maßgeblich am ersten Berliner Bundesliga-Heimsieg seit über sechs Wochen beteiligt, zudem war Jordan Torunarigha (83.) erfolgreich. Ihlas Bebou (65.) traf für die Gäste.

Hannover, das weiter auf den 300. Bundesligasieg der Klubgeschichte warten muss, wurde die chronische Schwäche in der Fremde einmal mehr zum Verhängnis.

"Ich weiß nicht, ob die bessere Mannschaft heute gewonnen hat", sagte 96-Manager Horst Heldt: "Ich glaube, dass wir mindestens ein Unentschieden verdient gehabt hätten. Insgesamt ist es sehr, sehr ärgerlich."  

In Berlin kassierte das Team von Trainer Andre Breitenreiter wettbewerbsübergreifend die fünfte Auswärtsniederlage nacheinander. Mit 22 Punkten liegen die Niedersachsen dennoch einen Punkt vor Hertha im gesicherten Mittelfeld der Tabelle.

Dardais Rotation greift

Hertha-Trainer Pal Dardai stellte gleich auf fünf Positionen um, unter anderem musste Kapitän Vedad Ibisevic auf der Bank Platz nehmen. Als einzige Spitze stürmte der enttäuschende Davie Selke, auf der linken Seite verdiente sich Kalou seinen Einsatz. Bei Hannover kehrten Oliver Sorg und Martin Harnik in die Startelf zurück.

"Nach so einer langen Hinrunde war das ein sehr schwieriges Spiel für uns. Über das 3:1 sind wir glücklich, die gewünschte Punktzahl haben wir erreicht", so Dardai.

Vor 29.231 Zuschauern bei nasskaltem Wetter im Berliner Olympiastadion suchten beide Teams den Weg in die Offensive. Hannover brachte die Berliner mit frühem Pressing mehrfach in Bedrängnis und hätte durch Bebou (2.) kurz nach dem Anpfiff in Führung gehen können.

Auf der Gegenseite machten sich die vielen Wechsel positiv bemerkbar, Hertha agierte kämpferisch engagierter und spielerisch überzeugender als zuletzt. Besonders der sehr agile Mitchell Weiser, der zwei Chancen vergab (5./6.), stellte 96 auf dem rechten Flügel immer wieder vor Probleme.

Berlin übernahm zunehmend die Spielkontrolle und belohnte sich in seiner stärksten Phase mit der Führung. Nach einer guten Seitenverlagerung von Valentino Lazaro bediente Peter Pekarik den freistehenden Kalou, der mühelos einköpfte.

Kalou freut sich über Doppelpack 

Hannover zeigte sich unbeeindruckt und blieb durch Konter sowie nach Standards brandgefährlich, Salif Sane (21.) und Niclas Füllkrug (34.) zwangen Hertha-Keeper Rune Jarstein zu Glanzparaden. Hannover drängte auf den Ausgleich, kassierte unmittelbar vor der Pause durch Kalou aber den zweiten Nackenschlag. Nach einem Freistoß drückte der Ivorer den Ball aus fünf Metern über die Linie.

Die Gäste bewiesen auch nach der Pause Moral und stemmten sich gegen die drohende Niederlage. Gegen die tief stehende Hertha fand 96 spielerisch kaum ein Durchkommen. Erst als Bebou nach einem Freistoß den Anschluss erzielte, lief es besser. In der Folge kam Hannover zu weiteren guten Chancen.

"Wir haben in der ersten Halbzeit schon ein paar Geschenke verteilt. Nach der Pause haben wir uns vorgenommen nicht aufzugeben. Wir waren so dominant wie nie in einer Halbzeit, wir haben nur auf ein Tor gespielt. Insgesamt ist es ein sehr glücklicher Sieg für Hertha, wir hätten mindestens einen Punkt verdient gehabt", so 96-Coach Andre Breitenreiter.

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