Mark Uth suchte nach dem nächsten Hoffenheimer Rückschlag in Hannover vergeblich nach Erklärungen © Getty Images

Hannover - Die TSG Hoffenheim muss im Kampf um die Europapokal-Plätze einen erneuten Rückschlag hinnehmen. Die Formschwankungen stellen Nagelsmann vor Rätsel.

Trainer Julian Nagelsmann saß mit frostiger Miene im Schneetreiben von Hannover und quittierte den verpassten Sprung auf Platz drei kopfschüttelnd.

0:2 (0:0) hatte die TSG Hoffenheim bei kampfstarken 96ern verloren und war dabei acht Tage nach dem rauschenden 4:0 gegen Leipzig nicht wiederzuerkennen gewesen. So richtig schlau wird derzeit niemand aus den Kraichgauern. (Spielplan und Ergebnisse der Bundesliga)

"Es war in der ersten Halbzeit sehr schwer, der ganze Platz ist schneebedeckt gewesen. Wir haben es spielerisch versucht, die Hannoveraner eher weniger", sagte Hoffenheims Nationalspieler Serge Gnabry bei Sky. Die rustikale Gangart der Niedersachsen war bei schwierigen Platzverhältnissen die eindeutig bessere Variante.

Nagelsmann sauer: "Haben Betrieb eingestellt"

"Die Bedingungen waren für beide Mannschaften gleich, spielten aber den Stärken von Hannover, Standards und Umschalten, ein bisschen mehr in die Karten als uns", sagte TSG-Trainer Nagelsmann. "Nach der Pause schießt Andrej Kramaric den Ball am leeren Tor vorbei. Das ist unfassbar. Beim 0:2 haben wir den Betrieb dann in der Abwehr eingestellt. Deshalb haben wir heute verdient verloren." (TICKER zum Nachlesen)

Zudem musste Nagelsmann erneut zu den Gerüchten um einen möglichen Wechsel zu Borussia Dortmund Stellung nehmen: "Es ändert sich nicht alle zwei Tage. Vor zwei Tagen habe ich schon gesagt, ich habe keinen Kontakt", bekräftigte Nagelsmann.

Uth: "Haben zweimal geschlafen"

Mit seinem Team wartet der TSG-Coach indes weiter auf den dritten Sieg in der Fremde. "Warum wir auswärts in dieser Hinrunde nicht so richtig in die Spur kommen, weiß ich nicht", sagte Mark Uth. "Wir wussten, dass Hannover bei Standards stark ist, haben aber zweimal geschlafen."

So traf Niclas Füllkrug in der 59. Spielminute vor 36.800 Zuschauern nach einer Kopfballvorlage von Salif Sane aus kurzer Distanz zur Führung für Hannover 96. Martin Harnik (85.) erhöhte ebenfalls nach einem ruhenden Ball mit seinem ersten Tor seit Ende September für die Mannschaft von Trainer Andre Breitenreiter. 

Die Niedersachsen schoben sich durch den Erfolg bis auf einen Punkt an die Kraichgauer heran und können mit der Zwischenbilanz von 22 Punkten hochzufrieden sein. "Der Erfolg war nicht einfach, Hoffenheim ist eine starke Mannschaft. Bei den Witterungsbedingungen entscheiden Standards", sagte 96-Manager Horst Heldt. (Tabelle der Bundesliga)

Erneute Komplett-Rotation bei der TSG

Drei Tage nach der Abschiedsvorstellung in der UEFA Europa League tauschte Nagelsmann sein Team wieder komplett durch und schickte bis auf zwei Änderungen die Siegerelf aus der Partie gegen Leipzig auf das weiß eingefärbte Spielfeld.

Zielstrebiger agierten aber zunächst die Hausherren. Den ersten Warnschuss gab Füllkrug ab, der gemeinsam mit Charlison Benschop stürmte. Doch Hoffenheim-Keeper Oliver Baumann packte sicher zu.

Immer wieder provozierte die Breitenreiter-Elf auch Freistöße, nach denen es für die TSG brenzlig wurde. So auch in der 22. Minute, als Felix Klaus am Ende eines Durcheinanders im Strafraum zum Abschluss kam, aber verzog. 96 war in dieser Phase entschlossener.

Amiris Treffer zählt nicht

Von Hoffenheim war wenig zu sehen, doch dann jubelte das Auswärtsteam plötzlich (27.).

Nadiem Amiri hatte getroffen, freute sich aber nur kurz. Denn das Tor zählte nicht, Schiedsrichter Markus Schmidt erkannte eine Abseitsposition. Immerhin spielte sich 1899 nun häufiger bis an den Strafraum vor. Doch vor der Pause gelang es Serge Gnabry und Co. nicht mehr, den Abwehrriegel der Hausherren zu knacken.

Nach dem Seitenwechsel brachte Nagelsmann mit Kevin Akpoguma für Dennis Geiger eine frische Kraft für die Defensive, die gleich gefordert war. Nach dem Treffer von Füllkrug verpasste Andrej Kramaric knapp den direkten Ausgleich. Ansonsten ließ 96 nichts mehr anbrennen, Joker Harnik sorgte für die Entscheidung.

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