Hamburger SV v VfL Wolfsburg - Bundesliga
Gomez (M.) im Duell mit Hamburgs Mavraj. Im Hintergrund: Papadopoulos © Getty Images

Hamburg - Nach dem Remis im schwachen Nordduell zwischen dem Hamburger SV und dem VfL Wolfsburg beschuldigt Mario Gomez den Hamburger Papadopoulos der Schauspielerei. HSV-Talent Arp lobt er.

Mario Gomez überlegte kurz, ob er sich zu seinem Gegenspieler Kyriakos Papadopoulos äußern sollte - doch dann ging er den Griechen frontal an.

"Ich setze auf Fair Play, er kennt kein Fair Play. Er ist kein Sportsmann", sagte Gomez nach dem 0:0 seines VfL Wolfsburg beim Hamburger SV.

Gomez und Papadopoulos lieferten sich im Schneegestöber an der Elbe über 90 Minuten ein hitziges Duell, es wurde geschoben, gezogen und gezerrt. Und laut Gomez arbeitet der HSV-Fanliebling dabei alles andere als sauber, auch über die Theatralik des 25-Jährigen regte er sich auf.

HSV-Verteidiger ein "sterbender Schwan"

"Er gibt gerne den sterbenden Schwan und springt dann schnell wieder auf, wenn der Schiedsrichter gepfiffen hat", sagte Gomez: "Er kriegt einen Schlag an den Kopf und hält sich das Knie."

Genervt von Papadopoulos ("Er hat mit ständig in den Rücken gezwickt") teilte der selbsternannte "Gerechtigkeitskämpfer" Gomez auch selber aus, in der 63. Minute trat er ihm abseits des Balles in die Beine. Da müsse er "cooler" bleiben, sagte Gomez. An seiner Kritik hielt er aber fest.   

Und weil das insgesamt schwache Spiel nicht wirklich für Highlights sorgte, herrschte hinterher nur um das Thema Gomez/Papadopoulos ein bisschen Aufregung  (TICKER zum Nachlesen).

Gisdol verteidigt seinen Abwehrchef

HSV-Trainer Markus Gisdol konnte die Attacke des Angreifers gegen seinen Abwehrchef naturgemäß nicht nachvollziehen. Die Mittel, die Papadopoulos einsetzt, gehören eben "zum Fußball dazu", sagte er: "Mario sollte sich mit Kritik an einzelnen Spielern zurückhalten, sonst erwischt es nächste Woche vielleicht ihn." Und überhaupt, er sehe nicht, dass "Papa" ein "extrem unfairer Spieler ist", sagte Gisdol.

Bemerkenswert: Wölfe-Coach Martin Schmidt stärkte seinem Stürmer nach der Partie nicht den Rücken, sondern versah seine Sicht der Dinge mit einem Seitenhieb in Richtung des Nationalspielers: "Papadopoulos ist ein Innenverteidiger, den jede Mannschaft gerne hätte. Das Duell gegen Gomez hat er heute gewonnen", so der Schweizer.

Neben Gomez ärgerte sich Gisdol auch über die Chancenverwertung seines Teams. Denn der HSV war gegen Wolfsburg die etwas bessere von zwei schlechten Mannschaften, ging aber zu inkonsequent mit seinen Möglichkeiten um (DATEN: Alle Ergebnisse im Überblick).

Hamburg verpasst Big Point

"In den zwei Heimspielen zuvor haben wir jeweils drei Tore geschossen, davon würde ich gerne eins nehmen für heute", sagte Gisdol. Aber so muss er nach dem Remis weiter nach unten schauen, Erzrivale Werder Bremen hat nach dem Sieg gegen Borussia Dortmund nur noch einen Punkt Rückstand  (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga).

Der HSV hatte ein paar Torchancen, ausgerechnet Shootingstar Jann-Fiete Arp vergab die beste (31.). "Sehr schade, kann aber passieren", sagte der erst 17-Jährige bei Sky nach dem zweiten 0:0 in Serie: "Wir sind unzufrieden über die Torausbeute - zweimal haben wir nicht getroffen. Dienstag gegen Frankfurt soll es klappen."

Lob von Gomez für Arp

Im Gegensatz zu Papadopoulos hat Gomez an diesem HSV-Spieler übrigens richtig Gefallen gefunden. "Hamburg und Deutschland werden noch viel Freude an ihm haben", sagte der 32-Jährige - ohne lange nachzudenken. Gomez selber habe auch mit 19 Jahren noch "nicht so souverän, so rund ausgesehen", sagte er. Es sei "schon Wahnsinn" wie der Teenie agiere.

Arp sorgte für echte Unterhaltung in einer lange alles andere als hochklassigen Partie, doch der HSV-Teenie legte den Ball nach einer tollen Aktion knapp neben das Tor (31.).

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