Michael Zorc (M.) und Hans-Joachim Watzke (r.) holten Peter Stöger zum BVB
Michael Zorc (M.) und Hans-Joachim Watzke (r.) holten Peter Stöger zum BVB © SPORT1-Grafik: Imago/Heinemann

Die Verpflichtung von Peter Stöger als Trainer von Borussia Dortmund kommt überraschend - und birgt Risiken. Der SPORT1-Kommentar von Chefredakteur Digital Ivo Hrstic.

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Es kam wie es kommen musste. Die Entlassung von Peter Bosz bei Borussia Dortmund war nach der erschreckenden Leistung gegen Werder Bremen unausweichlich. Hans-Joachim Watzke und Michael Zorc hatten keine andere Wahl mehr, als ihre riskante Trainerlösung (Bosz für Tuchel) zu korrigieren.

Die BVB-Bosse präsentierten in Peter Stöger eine schnelle wie überraschende Personalie. Nur eine Woche nach seiner Entlassung in Köln nun also BVB-Cheftrainer auf Zeit - ich halte die Verpflichtung des Österreichers für sehr riskant.

Es wäre in dieser Situation einfacher gewesen, sich entweder mit Bosz irgendwie in die Winterpause zu retten oder auf eine weniger prominente Interimslösung zu setzen. Der BVB geht aber mit Stöger volles Risiko, das finde ich gut und dokumentiert nur Dortmunds Ansprüche. Es ist mutig wie gefährlich zugleich.

Stöger startet mit der Hypothek eines zuletzt sieg- und glücklosen Bundesligatrainers beim 1. FC Köln, der nun ohne jegliche Zeit mit einer völlig verunsicherten Mannschaft in drei letzte Pflichtspiele 2017 gehen muss. Es wird schwer, in nur wenigen Stunden bestehende Blockaden und Ängste bei den Spielern zu lösen.

Die verkürzte Winterpause hilft Stöger ebenso wenig wie die Tatsache, nur ein Trainer auf Zeit zu sein. Eine Konstellation wie sie derzeit beim FC Bayern mit Jupp Heynckes funktioniert ist eher die Ausnahme. Heynckes kennt den Rekordmeister in und auswendig, anders als Stöger den BVB.

Peter Stöger sieht seine Chance mit Borussia Dortmund - wenn auch nur bis zum Sommer - den nächsten Schritt seiner Trainerkarriere zu gehen. Die Kritik an seiner Entscheidung überlasse ich deshalb den Fußballromantikern.

So kurz nach einer Entlassung beim Ligakonkurrenten anzuheuern ist zwar ungewöhnlich, aber im Profifußball-Geschäft eben auch nicht ausgeschlossen. Dortmund und Stöger wirkten auf mich sehr vorbereitet auf diesen Tag X. Kontakt war also sicher schon früher als Samstag da, etwas anderes zu glauben wäre naiv.

Der BVB und Peter Stöger - ein interessantes Experiment, Ausgang völlig offen!