Borussia Dortmund Unveils New Head Coach Peter Stoeger
Hans-Joachim Watzke sprach über die Zeit vor und nach dem Trainerwechsel bei Borussia Dortmund © Getty Images

Der BVB-Boss spricht bei der 1909-Talkrunde über Ex-Trainer Peter Bosz, den neuen Trainer Peter Stöger und die Gerüchte um Julian Nagelsmann.

von Marvin Tischler

Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke von Borussia Dortmund hat die Lage nach dem Trainerwechsel bei den Schwarzgelben analysiert - und Verständigungsprobleme unter dem entlassenen Coach Peter Bosz angedeutet.

"Wenn du da Deutsch sprichst, und Peter (Stöger, Anm. d. Red.) tut das ja abgewandelt, dann hilft das. Die Spieler meinten, das wäre so ähnlich wie Bayerisch", sagte der 58-Jährige bei der 1909-Talkrunde am Mittwoch.

Für Bosz' Nachfolger hatte Watzke nur Lob übrig: "Peter Stöger hat einen sehr guten Zugang zu Menschen. Er hat es in so kurzer Zeit geschafft, der Mannschaft mehr Sicherheit einzuhauchen."

"Nagelsmann ist ein sehr guter Trainer"

An den Gerüchten um Julian Nagelsmann als künftigen Trainer wollte sich der BVB-Boss nicht beteiligen: "Er ist ein junger und sehr guter Trainer. Aber niemand spricht mich auf Julian Nagelsmann an - außer die Medien. Es gibt noch keine Entscheidung für die kommende Saison."

Der Fokus liege ohnehin auf der Gegenwart. Also darauf, die Saison zu retten. 

"Während wir gewonnen haben, habe ich nie ein sicheres Gefühl gehabt. Das war immer fragil. Jetzt habe ich den Eindruck, dass alle erkannt haben, dass das nicht so weitergeht. Du musst konstruktiv und zusammen arbeiten und das werden wir jetzt", betonte Watzke.

Dabei nutzt er die Gelegenheit, sich selbst und die sportliche Leitung in Schutz zu nehmen: "Diese Saison ist bisher ein Mysterium. Aber man soll nicht so tun, als wenn wir hier den größten Murks machen würden."

Mannschaft mitverantwortlich für Krise

Für die Dortmunder Mannschaft hagelte es dagegen zuletzt die eine oder andere Standpauke.

"Die Mannschaft weiß, sie ist für die Krise ein Stück weit verantwortlich. Ich habe den Spielern bei der Vorstellung von Peter Stöger Dinge erzählt...", erklärte Watzke. "Gott sei Dank sind die noch nicht rausgekommen. Das wäre ihnen wahrscheinlich selbst peinlich."

Ob im Winter Personal nachverpflichtet wird, ließ Watzke offen: "Zugänge im Winter sind nicht ausgeschlossen. Das werden wir in Ruhe mit Peter Stöger besprechen. Es wird kein dramatischer Umbruch sein."

Trotzdem sei es im Hinblick auf Angebote finanzkräftigerer Vereine schwieriger geworden. "Es ist uns gelungen Mats Hummels achteinhalb Jahre zu halten, Robert Lewandowski für vier Jahre, aber Abstände werden immer kürzer."

Bei Ousmane Dembele sei es schon "sehr schwierig" gewesen. "Heute ist es viel schwerer, eine Mannschaft über Jahre zusammen zu halten", sagte der BVB-Boss.

Weigl der nächste Leader?

Watzke war sich dafür sicher, wer die nächsten Leader in Dortmund sein könnten: "Julian Weigl kann das sicher sein, auch der junge Dan-Axel Zagadou kann mal ein richtiger Typ werden."

Trotzdem ließ Watzke nicht bekannte Zweifel an der Mannschaft durchblicken: "Ich hatte nie das Gefühl, dass wir dieses Jahr deutscher Meister werden können. Aber dass die Qualität der Mannschaft fehlt, ist nicht richtig. Das ist der zweitstärkste Kader der Liga. Das Abschneiden in der Champions League war aber ein absolutes Minus auf der Leistungsbilanz."

Mit einer Liebeserklärung an den Verein beendete Watzke den Talk. "Der BVB ist größer als jeder Einzelne von uns. Als ich, als der Trainer, als die Spieler. Das muss einem klar sein. Dieser Verein ist ein ganz großer Teil meines Lebens."

Solange er transportabel sei, werde er "im Stadion sitzend die Spiele schauen und danach vor dem Fernseher im Wohnzimmer", prognostizierte Watzke.