München - Dietmar Hopp, Mäzen der TSG Hoffenheim, rechnet nicht damit, dass Julian Nagelsmann seinen Vertrag erfüllt - die BVB-Bosse dürften hellhörig werden.

Julian Nagelsmann dürfte spätestens in eineinhalb Jahren frei für Borussia Dortmund oder den FC Bayern München werden.

Mehrheitseigner Dietmar Hopp von 1899 Hoffenheim will den Trainer nicht vorzeitig ziehen lassen, hat aber indirekt die Spekulationen über eine Ausstiegsklausel des 30-Jährigen bestätigt.

"Julian ist ein Ausnahmetrainer. Wir müssen ihn irgendwann klonen", sagte Hopp am Montagabend bei der TSG-Jahreshauptversammlung im Kongresshotel Palatin in Wiesloch: "Dieser Klon sollte allerdings am 1. Juli 2019 fertig sein."

Hopp geht nicht von Nagelsmann-Verbleib aus

Der Vertrag Nagelsmanns bei den Kraichgauern läuft eigentlich bis Juni 2021. Seit Monaten halten sich Spekulationen, wonach der Coach die TSG im Sommer 2019 für eine Ablösesumme in Höhe von fünf Millionen Euro verlassen kann.

Nach BILD-Informationen rechnet Hoffenheim sogar mit bis zu zehn Millionen Euro Ablöse, auch wenn aktuell noch kein Angebot für Nagelsmann (Vertrag bis 2021) vorliegt.

Nach wie vor wird der Shootingstar unter Deutschlands Trainern mit Bayern und dem BVB in Verbindung gebracht. Vor allem die Spur nach Dortmund ist nach der Entlassung von Peter Bosz heißer geworden: Nachfolger Peter Stöger bekam nur einen Vertrag bis 2018, die BVB-Bosse sollen danach einen Deal mit Nagelsmann anvisieren.

Hopps Ansage lässt sich so deuten, dass er Nagelsmann im Sommer noch nicht ziehen lassen will - oder der BVB zumindest mit harten Verhandlungen rechnen muss. Der "Trainer des Jahres" dementierte bisher hartnäckig Kontakte zu anderen Klubs.

Hopp scheint nicht von einem Verbleib Nagelsmanns beim Bundesliga-Sechsten über 2019 hinaus auszugehen. "Die Nachfrage nach Julian ist verdammt groß. Und sie wird mit jedem Erfolg größer", sagte der 77 Jahre alte Milliardär vor den anwesenden Mitgliedern: "Aber wir haben ja noch eineinhalb Jahre - und in der Zeit wollen wir weiter mit ihm feiern. Und gerne schieben wir das Feiern noch wesentlich weiter hinaus."

Nagelsmann war ebenfalls vor Ort

Nagelsmann saß bei der Mitgliederversammlung in der ersten Reihe und hörte den Ausführungen Hopps interessiert zu. Auch Sportchef Alexander Rosen, Sport-Geschäftsführer Hansi Flick sowie die Profis Oliver Baumann, Nadiem Amiri und Philipp Ochs waren vor Ort.

Die finanzielle Bilanz der Profiabteilung hatte die TSG bereits vor drei Wochen veröffentlicht. Im abgelaufenen Geschäftsjahr, das am 30. Juni endete, setzte die Spielbetriebs GmbH 111 Millionen Euro um. Vor einem Jahr vermeldete die TSG einen Umsatz von 128 Millionen Euro. Das Betriebsergebnis liegt bei knapp einer Million Euro, im vergangenen Jahr waren es noch rund 18 Millionen.

Rund ein Drittel des im abgelaufenen Geschäftsjahrs generierten Umsatzes stammt aus den Medien- und TV-Rechten. Weitere markante Posten sind Erlöse aus Transfers (29 Prozent), Sponsoring und Werbung (17) sowie Tickets und Hospitality (13). Merchandising und sonstige Erlöse komplettieren die Bilanz.