SPORT1-Experte Thomas Strunz betrachtet die sportliche Entwicklung beim BVB mit Skepsis
SPORT1-Experte Thomas Strunz betrachtet die sportliche Entwicklung beim BVB mit Skepsis © imago
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SPORT1-Experte Thomas Strunz betrachtet die Situation bei Borussia Dortmund mit Sorgen. Dem FC Bayern rät er zu radikalen Maßnahmen.

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Hallo Fußball-Freunde,

gemessen an dem Anspruch und der Qualität der Spieler sind die Leistungen von Borussia Dortmund vor allem defensiv völlig indiskutabel. 

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Das große Problem ist, dass es keine Rückraumverteidigung gibt. Der BVB hat zu langsame Leute, die es von der Schnelligkeit nicht hinbekommen. Zum Teil führen einfache Befreiungsschläge des Gegners schon zu hundertprozentigen Torchancen.

Peter Bosz hat es noch nicht geschafft zu klären: Was ist denn jetzt das richtige System für uns? Dann ist es ganz normal, dass innerhalb der Mannschaft verschiedene Stimmungen und Strömungen entstehen, wie man denn jetzt spielen soll.

Drei wollen lieber tiefer stehen, vier anderen ist es egal und die restlichen drei sagen, wir gehen mal ganz nach vorne. Da habe ich große Bedenken, ob Bosz das alles wieder zusammenführen kann.

Zuletzt hat er ja Pierre-Emerick Aubameyang aus dem Kader gestrichen. Irgendwann ist das Maß voll und man kann gewisse Sachen nicht mehr akzeptieren, ohne 24 andere Spieler in der Kabine gegen sich aufzubringen. Da muss man ein Zeichen setzen, dass man nicht der "BVB Aubameyang" ist.

Der FC Bayern muss trotz seines derzeitigen Erfolgs in Zukunft über radikale Methoden nachdenken. Nachfolger für Robben und Ribery zu finden, ist extrem schwierig. Vielleicht darf man auch eine völlig andere Spielweise nicht ausschließen. Ich glaube, dass es nicht gelingen wird, die großen alten Herren eins zu eins zu ersetzen. 

Der 1. FC Köln hadert unterdessen mal wieder mit dem Videobeweis. Der Elfmeter für Mainz war zwar eine klare Fehlentscheidung. Aber ich sehe grundsätzlich ein Problem beim FC: Die Mannschaft hat in der Vergangenheit überperformt. Andere Teams sind besser aufgestellt.

Wenn man überlegt, wer aus der aktuellen Mannschaft bei einem Team in der oberen Tabellenhälfte Stammspieler wäre, fällt einem eigentlich nur Timo Horn ein.

Für mich hat Köln nicht die Qualität, eine Aufholjagd zu starten. Eigentlich müsste sofort ein neuer Sportdirektor her. Es wäre fatal, bis zur Winterpause zu warten. Und derjenige, der kommt, muss dann fünf Spieler aus dem Hut zaubern.

Aber wer geht zum Tabellenletzten?

Da muss ich die Spieler für den 1.FC Köln begeistern. Da sehe ich ein totales Vakuum, auch an fußballerischer Kompetenz und Glaubwürdigkeit, um nicht einfach nur irgendwelche Transfers zu machen.

Euer Thomas Strunz

Ex-Nationalspieler Thomas Strunz ist als Experte im CHECK24 Doppelpass tätig. Der Europameister von 1996 wechselt sich in dieser Saison bei der sonntäglichen Doppelpass-Kolumne mit Marcel Reif und Armin Veh ab.