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SPORT1-Experte Marcel Reif bewertet die wiedererstarkten Bayern und hebt Arjen Robben als Führungsfigur hervor. Beim BVB und Peter Bosz meldet er Zweifel an.

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Hallo Fußball-Freunde,

unter Jupp Heynckes spielt der FC Bayern wieder groß auf. Die Mannschaft zieht voll mit. David Alaba ist ja wie ein Neuzugang. Der hatte alles verlernt. Jetzt weiß er wieder, was er zu spielen hat. Kingsley Coman war eigentlich weg und jetzt ist er wahrscheinlich ein Hoffnungsträger, wenn es darum geht, die Dinge weiter zu drehen. 

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Und Arjen Robben ist ja wie entfesselt. Mit welcher Ruhe er sich hinstellt und wie er für die Mannschaft spricht. Er ist der neue große Leader. Vielleicht spürt er auch: Das ist die letzte Saison, in der er nochmal alles gewinnen will. 

Mit diesem Robben waren die Bayern in Dortmund nicht zu schlagen. Beim BVB darf unter Watzke und Zorc ja niemand von Krise reden. Aber man spürt sehr wohl eine Verunsicherung bei den Spielern. 

Wir alle haben es ihnen aber auch schwer gemacht, indem wir sie nach dem glänzenden Saisonstart zum Meisterschaftsfavoriten erklärt haben. Als es ernst wurde, konnte Dortmund das Niveau nicht halten. Ich glaube nicht, dass der Klub auf die Meisterschaft aus ist, sondern man die Dinge realistisch sieht.

Gewundert hat mich allerdings, wie starr Peter Bosz an seinem System festgehalten hat, als es nicht mehr lief. Er hat gegen Real Madrid, Tottenham und Leipzig gespielt. Und plötzlich merkst du, dass das nicht funktioniert. Dann ändert er das System gegen Bayern und es geht wieder schief. Ich frage mich, wie lange das gut geht. Eine Mannschaft spürt, wie stark der Trainer ist, ob der einen mitnimmt. 

Und dann müssen wir natürlich über das große Streitthema der Liga reden. Ich bleibe dabei: Der Videobeweis ist vom Ansatz her eine gute Sache. Aber wenn du ihn kaputt machen willst, musst du es genauso machen wie im Moment. Ein solches Desaster habe ich seit Jahren nicht erlebt. 

Dass Herr Grindel als DFB-Präsident sagt, er sei nicht glücklich darüber, das ist ein Witz. Es ist jetzt an ihm zu sagen: Ich habe den Hut auf und so machen wir es jetzt.

Ich empfehle, das Ganze pragmatisch zu handeln. Es geht nur um krasse Fehlentscheidungen. Es darf aus Köln einem Schiedsrichter kein Quatsch erzählt werden. Der Videoassistent soll nur eine Hilfestellung sein, wenn eine Entscheidung eindeutig falsch ist.

Wir müssen auch dahin kommen, dass eine korrigierte Entscheidung erklärt wird. Auf der Videowand muss jedem Zuschauer klar gemacht werden, was gerade passiert.

Bis demnächst,
Euer Marcel Reif

Marcel Reif ist nach rund 1.500 kommentierten Spielen eine Reporter-Legende. Für seine Arbeit erhielt Reif unter anderem den "Grimme Preis", den "Deutschen Fernsehpreis" und den "Bayerischen Fernsehpreis". Seit dieser Saison begleitet Marcel Reif als Experte den Check24 Doppelpass auf SPORT1.