Chefredakteur Digital Ivo Hristic sieht Leipzig als Titelkandidaten
Chefredakteur Digital Ivo Hristic sieht Leipzig als Titelkandidaten © SPORT1/Getty Images
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RB Leipzig avanciert mit dem Sieg im besten Spiel bei Borussia Dortmund zum Titelkandidaten. Der SPORT1-Kommentar von Chefredakteur Digital Ivo Hrstic.

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Was für ein atemberaubendes Fußballspiel! Das Dortmunder 2:3 zu Hause gegen RB Leipzig war zweifelsohne die bislang beste Bundesligapartie der Saison.

Fünf Tore, zwei Platzverweise, zwei Elfmeter, zahlreiche Großchancen und höchstes Tempo spiegeln die Bilanz zweier mutig wie risikoreich spielender Mannschaften wider. Nach acht Spieltagen schält sich also mit Borussia Dortmund, Bayern München und RB Leipzig immer mehr ein Trio aus der Frage nach dem Titelrennen heraus und dabei kämpfen alle drei mit unterschiedlichsten Herausforderungen.

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Mir hat das klare 5:0 der Bayern gegen Freiburg weniger imponiert als die anschließende Kritik von Jupp Heynckes an seiner Mannschaft.

Der neue, alte Bayern-Trainer überzeugt mit Erfahrung und feinem Gespür für die aktuelle Situation. Von einer nachhaltigen Trendwende beim Rekordmeister kann (noch) keine Rede sein. Das weiß Heynckes, bei aller Euphorie um ihn, nur allzu gut. 

Borussia Dortmund bleibt nach der dritten Niederlage gegen ein Spitzenteam (Tottenham, Real, Leipzig) den Beweis der Titelreife noch schuldig. Einer geballten Offensivkraft stehen derzeit massive Abwehrsorgen gegenüber. Der BVB muss in Raphael Guerreiro, Lukasz Piszczek, Erik Durm und Marcel Schmelzer vier(!) etatmäßige Außenverteidiger ersetzen. Eine derzeit unlösbare Aufgabe für Trainer Peter Bosz - gerade gegen Spitzenmannschaften.

Vizemeister RB Leipzig findet nach einem holprigen Saisonstart zunehmend zurück zur starken Vorjahresform. Dabei hat mich vor allem der Mut von Leipzigs Trainer Ralph Hasenhüttl in Dortmund beeindruckt.

Der Österreicher ließ trotz Rückstands stets offensiv verteidigen und verzichtete dabei sogar auf Leistungsträger wie Emil Forsberg, Timo Werner und Kapitän Willi Orban - dieses Risiko gehen nur wenige Bundesligatrainer ein.

Besonders interessant zu beobachten ist die Lernkurve der Leipziger Spieler. Dem Angsthasenfußball einer sichtlich beeindruckten Mannschaft im Hexenkessel von Besiktas Istanbul in der Champions League folgte nur wenige Wochen später in der Bundesliga eine reife und beherzte Leistung vor großer Kulisse im Dortmunder Signal Iduna Park.

Sportdirektor Ralf Rangnick hat mit Kevin Kampl, Bruma, Jean-Kevin Augustin und Konrad Laimer den Kader auch in der Breite hervorragend verstärkt und gleichzeitig abwanderungswillige Spieler wie Naby Keita und Forsberg halten können – der Grundstein für eine erfolgreiche Saison, die womöglich mit einem Pokal- oder Meistertitel belohnt wird!

RB Leipzig hat sich mit dem Auftritt in Dortmund das Titel-Prädikat "gute Außenseiterchancen" mehr als verdient. Aus einem Zweikampf um die Meisterschaft ist nun ein Dreikampf geworden. Der Spannung und Qualität in der Bundesliga kann das nur guttun.