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Frankfurt am Main - Borussia Dortmund verspielt in Frankfurt eine 2:0-Führung. Trainer Peter Bosz begünstigt mit einem Doppelwechsel das Remis - sieht aber seine Spieler in der Verantwortung.

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Es war ein Spiel, das wie gemacht schien als Balsam für die gepeinigte Dortmunder Seele.

Neven Subotic durfte sich nach anderthalb Jahren über sein Comeback im Dress der Borussia freuen.

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Nuri Sahin stürmte nach seinem 1:0 in der 19. Minute über den gesamten Platz, um öffentlich sein Mitgefühl für den zuletzt verunsicherten und kritisierten Torhüter Roman Bürki zu demonstrieren.

Und als Maximilian Philipp in der 57. Minute zum 2:0 bei Eintracht Frankfurt traf, schien der BVB das Gerede um eine Krise im Keim erstickt zu haben. (Spielplan und Ergebnisse der Bundesliga)

Aber dann? Stürzte das schwarz-gelbe Kartenhaus wieder in sich zusammen.

Und es drängte sich der Eindruck auf, dass Trainer Peter Bosz dieses offenbar fragile Bauwerk mit zum Einsturz gebracht hat.

Ohne Castro und Weigl fehlt die Ordnung

Unmittelbar nach dem 2:0 nahm der Niederländer einen überraschenden Doppelwechsel vor.

Er holte Mittelfeldrenner Gonzalo Castro und Julian Weigl aus dem Spiel, den Bosz wegen der erheblichen personellen Abwehrprobleme in die Innenverteidigung beordert hatte.  (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

Die Folge: Die Spielkontrolle im Mittelfeld war endgültig dahin, die Defensive mit Subotic, Marc Bartra und dem eingewechselten Dan-Axel Zagadou war fortan dem Ansturm der Frankfurter nicht mehr gewachsen.

(Alle Highlights der Partie am Sonntag um 9.30 Uhr und 13.30 Uhr in Bundesliga Pur im TV auf SPORT1)

Eine Mitschuld am verspielten Sieg wollte Bosz trotzdem nicht einräumen. Auf die Frage, ob er noch einmal so wechseln würde, antwortete er trotzig: "Ja."

Immerhin räumte der Niederländer ein, dass der BVB "ab diesem Moment keinen Fußball gespielt" habe.

"Die defensive Kontrolle kann man aber wieder gewinnen, wenn man richtig Fußball spielt", erklärte Bosz.

Bürki ungestüm

Richtig Fußball spielte in dieser Phase nur die Eintracht. Es passte ins Bild, dass Bürki mit einer ungestüm wirkenden Aktion den Strafstoß zum 1:2 durch Sebastien Haller verursachte. Nur vier Minuten später traf Marius Wolf zum 2:2-Endstand.

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Einziger Trost: Aufgrund der um drei Treffer besseren Tordifferenz gegenüber dem FC Bayern bleibt der BVB Tabellenführer. (Tabelle der Bundesliga)

Als Grund für das am Ende ernüchternde Remis sah Bosz die erneut mangelnde Chancenverwertung und nicht seinen unglücklichen Doppelwechsel.

"Wenn man so viele Torchancen hat, darf man den Gegner nicht mehr leben lassen", sagte er. Auch das ist wahr.

Sahin: "Hätte cooler sein müssen"

Der harmlose Pierre-Emerick Aubameyang vergab ebenso wie Christian Pulisic und Sahin, der kurz vor Schluss wenige Meter vor dem Tor am Frankfurter Makoto Hasebe scheiterte.

"Da hätte ich cooler sein müssen", gestand Sahin.

Wie schon bei der Niederlage gegen RB Leipzig und beim blamablen Unentschieden in der Champions League bei APOEL Nikosia verpassten es die Dortmunder in der Schlussphase, das Blatt noch einmal zu wenden.

"Vielleicht", sagte Bosz, "muss ich meine Spieler demnächst nach dem Training noch einmal aus der Kabine holen, um Torschusstraining zu üben."

Eine ungewohnte Maßnahme, die möglicherweise zu mehr Erfolg führen könnte als Bosz' Doppelwechsel in Frankfurt.