Nuri Sahin von Borussia Dortmund grüßt Fans des BVB
Nuri Sahin feierte als 16-Jähriger sein Profi-Debüt für Borussia Dortmund © Imago

In einem emotionalen Beitrag blickt Nuri Sahin zurück auf seine Kindheit, seinen Wechsel zu Real und das Busattentat im April - und schwärmt von den BVB-Fans.

von Jonas Nohe

Nuri Sahin hat in einem emotionalen Beitrag für The Players' Tribune den Fans von Borussia Dortmund gehuldigt.

Der Mittelfeldspieler blickt unter anderem noch einmal zurück auf das Attentat auf den Dortmunder Mannschaftsbus im April. Als er an jenem Abend zurück nach Hause zu seiner Familie gekommen sei, habe er "geweint wie ich es zuvor noch nie getan habe. Ich habe meine Tochter umarmt, ihr Gesicht an meinem gespürt und gedacht: Ich habe so ein Glück."

Noch am selben Abend habe er gemeinsam mit Marcel Schmelzer und Gonzalo Castro den schwerverletzten Marc Bartra im Krankenhaus besucht und dabei im Fernsehen gesehen, wie Dortmunder Fans gestrandete Monaco-Anhänger bei sich aufnahmen.

Sahin: "Mein ganzes Leben BVB-Fan"

"Daran werde ich für immer denken", schwärmt Sahin: "Sie wussten, dass das, was früher am Tag passiert war, größer als Fußball gewesen war. So sind die Fans von Dortmund einfach."

Er wisse das, erklärt Sahin, "denn ich bin mein ganzes Leben lang einer gewesen".

Die Entscheidung, den BVB 2011 Richtung Real Madrid zu verlassen, sei dadurch umso schwerer gewesen. Dortmund habe ihm so viel gegeben, dass er sich gefragt habe: "Wie kann ich sie jetzt verlassen?"

Gespräch mit Klopp über Real-Interesse

Nach schlaflosen Nächten und vielen Gesprächen mit seiner Familie habe er sich dem damaligen BVB-Coach Jürgen Klopp anvertraut.

"Nuri, es ist deine Entscheidung", habe Klopp ihm gesagt: "Aber wenn du gehst, musst du wissen, dass ich immer zu dir stehe. Du bist für immer mein Freund."

Real Madrid CF v GNK Dinamo Zagreb - UEFA Champions League
Nuri Sahin (l.) spielte bei Real Madrid u.a. an der Seite von Mesut Özil (M.) und Sergio Ramos © Getty Images

Nach eineinhalb schwierigen Jahren in Madrid und Liverpool habe er jedoch gespürt, dass er zurück nach Dortmund müsse.

Angst vor Reaktion der Südtribüne

"Ich musste wieder ein Teil der BVB-Familie sein. Die Leute dort waren der Grund, warum ich Fußball spielte, wie ich es tat", erklärt Sahin.

Bei seiner Rückkehr habe er Angst vor der Reaktion der Südtribüne gehabt, schließlich habe er gewusst, dass er die Menschen in Dortmund mit seinem Wechsel verletzt habe.

Kurz vor seiner Einwechslung nahm ihn Klopp jedoch zur Seite und forderte ihn auf, die Augen zu schließen. "Hörst du das?", habe Klopp gefragt - und Sahin hörte die Gelbe Wand seinen Namen singen.

Sahin schwärmt von "echter Liebe"

"Ich dachte wirklich, sie würden dich hassen", habe Klopp noch gesagt, gefolgt von seinem bekannt bebenden Lachen, ehe der Trainer ihm durch die Haare gefahren sei und ihn aufs Feld geschickt habe.

"Diese Fans sind die besten Fans der Welt. Die Südtribüne ist der großartigste Ausblick, den es im gesamten Sport gibt", huldigt Sahin in The Players' Tribune der Gelben Wand: "Echte Liebe, das ist der Geist der Borussia. Das ist unsere Stärke."

Und Sahin verspricht: "Diese Verbindung, die ich zu den Menschen in Dortmund habe, wird niemals gebrochen werden. Ich weiß das jetzt."