Hertha-Fans zündeln mit Pyro während der Pokal-Partie in Rostock
Die Pyro-Exzesse beim DFB-Pokal in Rostock haben die Debatte um Ultras wieder angeheizt © Getty Images

In der Diskussion über den Umgang mit Gewalt in den deutschen Stadien nimmt Bayerns Innenminister Joachim Herrmann die Vereine in die Pflicht. Eine Lockerung des Pyro-Verbots lehnt er ab.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat in der Debatte über Gewalt in Fußballstadien ein härteres Durchgreifen der Vereine gefordert.

"Überführte Gewalttäter müssen Stadionverbote erhalten. Das hat auch eine abschreckende Wirkung", sagte der CSU-Politiker der Passauer Neuen Presse: "Ich höre aber leider immer wieder, dass Vereine damit sehr lasch umgehen. Das muss sich ändern."

Der 60-Jährige hat dabei auch diverse Ultra-Gruppierungen im Blick. Zwar seien "nicht alle Ultras gewalttätige Chaoten. Aber viele Gewalttäter sind Ultras", sagte Herrmann. Eine Gruppierung, die sich nicht klar von Gewalt abgrenzt, dürfe auch von den Vereinen "nicht mehr anerkannt und unterstützt werden", sagte Herrmann weiter: "Ziel muss es sein, möglichst alle Fan-Gruppierungen zu einer klaren Distanzierung von Gewalt zu bringen."

Herrmann widerspricht Pistorius

In diesem Zusammenhang bezeichnete der Politiker die Gesprächsbereitschaft des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), der vorerst Kollektivstrafen aussetzen will, als "gut".

Eine andere Meinung vertritt Herrmann jedoch, wenn es darum geht, Pyrotechnik in einem bestimmten Stadionabschnitt zu erlauben. Diesen Vorschlag hatte sein niedersächsischer Kollege Boris Pistorius ins Spiel gebracht.

"Das ist völlig abwegig. Es ist blauäugig, anzunehmen, Pyrotechnik auf ein bestimmtes Eck im Stadion begrenzen zu können", sagte Herrmann: "Hier muss null Toleranz gelten. Alle Fans müssen vor lebensgefährlichen Bengalos geschützt werden."