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München - Borussia Dortmund wird auf der Suche nach einem Trainer offenbar in Amsterdam fündig. Peter Bosz wäre nicht billig zu haben. Ein Ex-Weggefährte vergleicht ihn mit Tuchel.

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Wird Bosz der neue Boss beim BVB?

Einen Tag nach der Absage von Lucien Favre ist Borussia Dortmund bei der Suche nach einem Nachfolger des entlassenen Thomas Tuchel offenbar fündig geworden.

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Übereinstimmenden Medienberichten zufolge steht Peter Bosz vom Europa-League-Finalisten Ajax Amsterdam kurz vor einer Einigung mit dem BVB.

Wie der eigentliche Wunschkandidat Favre, der von OGC Nizza keine Freigabe erhielt, steht allerdings auch der Niederländer bei seinem Klub noch unter Vertrag (bis 2019).

Fünf Millionen Euro Ablöse?

Die Ablöse soll bei rund rund fünf Millionen Euro liegen, die Gespräche zwischen beiden Vereinen laufen bereits.

"Dortmund wirft mit Millionen nach Bosz", kommentierte De Telegraaf.

Bosz soll schon auf der Geschäftsstelle des Bundesliga-Dritten gewesen sein, um mit der BVB-Führung zu verhandeln.

In den Niederlanden wird mit einer Einigung bis spätestens Montag gerechnet, Bosz selbst soll der Wechsel mit einem Gehalt von rund vier Millionen Euro pro Jahr schmackhaft gemacht werden.

Vertrag bis 2020

Demnach erhält der 53-Jährige einen Vertrag bis 2020 und wird vermutlich seine rechte Hand Hendrie Krüzen als Co-Trainer mitbringen.

Nachfolger bei Ajax, das von Bosz in seiner ersten Saison auf Platz zwei geführt wurde, soll Ron Jans werden.

Nach dem 0:2 im Europa-League-Finale gegen Manchester United hatte sich Bosz noch klar zu Ajax bekannt.

"Ich hatte bei anderen Vereinen oft eine Ausstiegsklausel, bei Ajax habe ich keine. Das sagt etwas aus, ich fühle mich bei Ajax wohl", sagte er.

Bosz wäre nach Bert van Marwijk der zweite niederländische Trainer in Dortmund, was von zahlreichen Fans skeptisch kommentiert wurde.

Der ehemalige Mittelfeldspieler, der in der Endphase seiner aktiven Laufbahn 1998 kurz bei Hansa Rostock unter Vertrag gestanden hatte, spricht fließend Deutsch und steht für eine offensive und aggressive Spielweise.

Pieckenhagen sieht Ähnlichkeiten zu Tuchel

Martin Pieckenhagen, der Bosz aus seiner Zeit beim niederländischen Erstligisten Heracles Almelo kennt, ist voll des Lobes über den möglichen Tuchel-Nachfolger.

"Das Training unter Peter hat mir viel gebracht. Er ist ein guter Mann, ich danke ihm heute noch", sagte der frühere Bundesliga-Profi bei Sky.

Der ehemalige Torhüter, der 2010 aus Almelo zum FSV Mainz 05 gewechselte war und dort unter Tuchel trainiert hatte, sieht Parallelen zwischen beiden:

"Sie sind sich ähnlich, haben ein klares Bild, einen Matchplan für jedes Spiel."

Wie sich Bosz seit der gemeinsamen Zeit weiterentwickelt hat, könne er ich nur an den sportlichen Leistungen ablesen, "und die sind großartig", meinte Pieckenhagen:

"Menschlich bin ich mit beiden super klargekommen, ich hatte überhaupt keine Probleme."

"Wichtig ist uns grundsätzlich immer, dass sich der Trainer komplett auf den BVB einlässt und mit uns gleichgerichtet die Strategie entwickelt. Wichtig ist uns auch, dass wir mit einer Sprache sprechen", hatte BVB-Sportdirektor Michael Zorc zuletzt dem kicker gesagt.

Stöger: "Kein Kontakt"

Der zuletzt ebenfalls als Tuchel-Nachfolger gehandelte Peter Stöger (1. FC Köln/Vertrag bis 2020) hatte am Freitag dem Express gesagt: "Es gibt keinen Kontakt zu Borussia Dortmund. Es braucht keiner nervös zu werden. Nur weil es mehr Leute schreiben, macht es das nicht richtiger."

Die weiteren Kandidaten Giovanni van Bronckhorst (Feyenoord Rotterdam) und Paulo Sousa (AC Florenz) sind offenbar aus dem Rennen.