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München - Anthony Modeste ist sich bereits mit einem chinesischen Klub einig, doch der 1. FC Köln zieht die Reißleine. Deshalb konnte der Deal noch platzen.

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Bis vor kurzem war Anthony Modeste noch der absolute Publikumsliebling beim 1. FC Köln. Die Fans machten sich sogar einen Spaß daraus, Liedzeilen für den Torjäger zu dichten.

Zum Beispiel: "Wer feiert täglich Schützenfest? Anthony Modeste!"

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Doch heute spotten die Fans bei Twitter: "Wer sitzt ohne Deal in China fest?" Oder: "Wer wollte weg und hat jetzt Stress?" Die Antwort lautet ebenfalls: Anthony Modeste.

"Keine Einigung aller Parteien"

Der Franzose, der die Kölner mit seinen 25 Saisontreffern zum ersten Mal nach einem Vierteljahrhundert in den Europapokal schoss, wollte unbedingt nach China. Jetzt aber steht Modeste im Abseits.

Der 29-Jährige war sich mit Tianjin Quanjian bereits handelseinig, die Verhandlungen zwischen dem FC und dem chinesischen Erstligisten waren weit fortgeschritten.

Und: Die kolportierte Ablösesumme von 35 Millionen Euro hätte für Köln einen Einnahmerekord bedeutet.

Doch am Mittwoch erklärte der Verein die Gespräche in einem offiziellen Statement plötzlich für beendet. Es konnte "keine Einigung aller Parteien für einen möglichen Transfer erzielt werden" hieß es knapp.

Es war die vorerst letzte Eskalationsstufe einer Entwicklung, die sich über Wochen zog.

Berater offenbar zu gierig

Zur Erinnerung: Tags zuvor war Modeste ohne Absprache nach China geflogen, wollte den Wechsel erzwingen und absolvierte bereits den Medizincheck.

Nun allerdings sitzt Anthony Modeste tatsächlich ohne Deal in China fest - und nicht wenige Beobachter fragen sich: Wie konnte es dazu kommen?

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Eigentlich hätten Modestes Berater den Transfer eintüten sollen, aber Etienne und Patrick Mendy sind offenbar ein Hauptgrund dafür, dass der Wechsel nicht zustande kam.

Die Brüder sollen laut Bild völlig überzogene Forderungen gestellt haben. Für ihre Dienste verlangten sie demnach sechs Millionen Euro von den Kölnern sowie drei Millionen Euro von Tianjin. Zudem wollten die Chinesen die 35 Millionen in Raten abstottern - weshalb Kölns Sportchef Jörg Schmadtke die Reißleine zog.

Tianjin auch an Aubameyang dran?

Auch über einen weiteren Grund für das Scheitern des Geschäfts kann spekuliert werden: Laut Sport Bild soll sich Bundesliga-Torschützenkönig Pierre-Emerick Aubameyang mit Tianjin geeinigt haben.

Der BVB-Angreifer soll dort künftig 30 Millionen Euro pro Jahr kassieren. Netto versteht sich.

Haben die Chinesen möglicherweise selbst Abstand von einer Modeste-Verpflichtung genommen, weil sie doch lieber Aubameyang für das Sturmzentrum haben wollen?

Das Problem dabei: Dortmund fordert für den Gabuner 80 Millionen Euro. Ob sich die BVB-Verantwortlichen ihrerseits auf eine Ratenzahlung einlassen würden, darf allerdings bezweifelt werden.

So oder so: Modeste kann seinen Traum vom Reich der Mitte erst einmal abhaken. Am Montag steht in Köln der Trainingsauftakt auf dem Programm. Und der Stürmer wird erwartet.

Schmadtke: "Ist doch alles gut!"

"Tony hat bei uns Vertrag. Ich gehe davon aus, dass er bei uns auf dem Trainingsplatz steht", stellte Schmadtke im Express klar.

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Schmadtke hat bewiesen: Weder von neureichen Chinesen, noch von frechen Beratern lässt er sich auf der Nase herumtanzen. Auch wenn seine Prinzipientreue teuer werden könnte.

Denn: Ein bockiger, vielleicht gar lustloser Modeste, der in Köln bleiben muss, könnte rapide im Wert fallen.

Köln verpflichtet Cordoba

Besonders wenn der FC nächste Saison auf drei Hochzeiten tanzt, braucht man aber eine schlagkräftige Offensive.

Deshalb verpflichteten die Kölner am Mittwoch Jhon Cordoba von Mainz 05. Seine überschaubare Bilanz letztes Jahr: 5 Tore, 5 Vorlagen. Kosten soll der 24 Jahre alte Kolumbianer laut Bild trotzdem zwischen 15 und 17 Millionen Euro. Ein stolzer Preis, eine neue Dimensionen für den 1. FC Köln.

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Refinanziert werden könnte der Kölner Rekord-Transfer mit der Rekord-Einnahme für Modeste. Der Verkauf nach Tianjin ist zwar vom Tisch, Schmadtke erklärte der dpa: "Niemand weiß, was morgen passiert. Aber ich möchte ausdrücklich kein Hintertürchen öffnen. Es gibt keine Verhandlungen, Schluss, aus".

Jedoch muss Köln Modeste ja nicht unbedingt an Tianjin Quanjian verkaufen. Für den Dritten der deutschen Torschützenliste könnte sich durchaus noch ein anderer Interessent finden lassen.

Schmadtke will kein Hintertürchen öffnen. Aber wie er selbst sagt: "Niemand weiß, was morgen passiert."