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München - Mit einem weitreichenden Spar-Beschluss nimmt der HSV-Aufsichtsrat dem Management das Heft bei der Kaderplanung aus der Hand. Die Folgen sind unabsehbar.

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Torpediert der Aufsichtsrat den Neuaufbau des Hamburger SV?

Das Kontrollgremium des HSV macht der Klubführung um Heribert Bruchhagen und Jens Todt harte Spar-Vorgaben - und beeinträchtigt damit die Transfer-Planungen in nicht geringem Maße.

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Wie die Bild berichtet, sollen praktisch alle (!) Berater der Hamburger Spieler verständigt worden sein: Der Klub sei für alle Angebote offen.

Sparen trotz Millionen-Spritze

"Wir haben uns auf unser Ziel verständigt. Wir müssen unser strukturelles Defizit verkleinern", sagte Bruchhagen der Bild nach einem Treffen mit dem Aufsichtsrat am Donnerstagabend.

Die Räte sollen gefordert haben, dass der Gehalts-Etat von 56 Millionen Euro auf 48 Millionen Euro gesenkt wird. Sportchef Jens Todt darf demnach nur noch den Vertrag von Bobby Wood verlängern und den Transfer von Torhüter Julian Pollersbeck abwickeln.

Der Torhüter vom 1. FC Kaiserslautern ist nach SPORT1-Informationen Wunschkandidat beim HSV, die Verhandlungen sind aber wegen der Transfersperre festgefahren.

Dabei hatte Investor Klaus-Michael-Kühne noch eine 20-Millionen-Spritze versprochen, um den Kader verstärken zu können. 

Transfer-Planung wird zur Glückssache

Stattdessen muss im HSV-Kader nun abgespeckt werden. Und zwar in einer Art und Weise, die Todt und Bruchhagen in die Zwickmühle bringt.

Der Klub gibt in seinen Planungen damit das Heft aus der Hand und macht sich von äußeren Faktoren abhängig. Welcher Spieler durch ein Angebot eines anderen Klubs von der Gehaltsliste gestrichen werden kann (und damit eine neue Transfer-Baustelle aufreißt)? Glückssache.

Schwer einzuschätzen, wo der HSV mit einem solch weitreichenden Spar-Beschluss hinsteuert - auch für potenzielle Transfer-Ziele des Klubs. Jeder Manager weiß: Unklare Kader-Perspektiven sind für jeden weiteren Planungsschritt Gift. Ein unkontrollierter Ausverkauf anstelle eines strukturierten Neuaufbaus droht.

Wie reagiert HSV-Investor Kühne?

Bloße Willkür steckt allerdings nicht hinter der Entscheidung der Aufseher um Gremiumsboss Andreas Peters: Die Räte sollen die harte Linie fahren, weil unter Ex-Vorstand Dietmar Beiersdorfer offenbar trotz anderer Vorgaben, regelmäßig der Gehaltsrahmen überzogen wurde.

Gut möglich allerdings, dass die Antwort darauf dem Verein mehr schadet als nutzt.

Die Bild deutet sogar an, dass Investor Kühne "im kleinen Kreis" einen Rückzug in den Raum gestellt haben soll.