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Der FC Bayern reist seit Jahren trotz heftiger Kritik ins Trainingslager nach Katar. Eine Zeitung im Scheichtum macht sich diese Beziehungen nun zunutze - mit fragwürdigen Methoden.

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Der FC Bayern hält seit geraumer Zeit sein Wintertrainingslager in Katar ab. Und immer dann, wenn der Tross des Rekordmeisters im Mittleren Osten residiert, müssen sich die Verantwortlichen böse Worte anhören. Zu sehr steht das Gastgeberland wegen Menschenrechtsverletzungen und zwielichtiger politischer Handlungen am Pranger.

Die Vorwürfe gegen Katar erhallen in diesen Tagen umso lauter, nachdem Berichte öffentlich wurden, dass das Scheichtum Terrorismus finanziell unterstützt. Mehrere Nachbarstaaten hatten daraufhin vorübergehend ihre diplomatische Beziehungen zu Katar eingestellt. 

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Um sich von den Gegebenheiten vor Ort zu distanzieren, hatte der FC Bayern in dieser Woche via Sport Bild ein Statement verbreitet. In der Erklärung heißt es, Katar sei in Deutschland ein "starker Investor". Zur Bekräftigung wurde ein Urteil des heutigen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier beigefügt: "Gegen eine Geschäftsbeziehung zwischen Bayern München und einem katarischen Unternehmen sei aus 'außenpolitischer Sicht nichts einzuwenden', sagte 2016 der damalige Außenminister Frank-Walter Steinmeier."

Eine Verteidigungsrede, um auch künftig bei den Scheichs trainieren zu dürfen.

Die katarische Zeitung al-Arab nahm das Communiqué aus München am Freitag zum Anlass, um fürs eigene Land die Werbetrommel zu rühren. An anderen Orten der Erde spricht man bei solchen Gegebenheiten mitunter auch von Propaganda. 

Die Zeitung druckte ein Foto der Bayern aus dem letzten Winter-Trainingslager und versah es mit der Headline: "Bayern München: Unsere Beziehung zu Katar ist stark und wird durch die gegenwärtige Lage nicht beeinflusst werden."

In dem dazugehörigen Artikel wurde die Stellungnahme der Bayern ziemlich frei übersetzt - und an den passenden Stellen verfälscht. Die Geschäftsbeziehungen zwischen dem Verein und dem Flughafen Doha stünden nicht im Widerspruch zur Außenpolitik, heißt es zum Beispiel. Davon ist in der Original-Mitteilung jedoch überhaupt nicht die Rede.