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Clemens Tönnies lobt den früheren BVB-Coach und schließt eine Verpflichtung nicht aus. Der Aufsichtsratsboss fordert den Einzug in die Champions League.

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Clemens Tönnies hat Thomas Tuchel in den höchsten Tönen gelobt, eine Verpflichtung aber vorerst ausgeschlossen.

"Tuchel ist ein überragender Trainer, völlig klar. Aber ich weiß nicht, ob das jetzt gepasst hätte zu diesem Zeitpunkt, ihn so frisch von Dortmund zum Erzrivalen zu holen. Ich weiß nicht, ob wir uns damit nicht allesamt überfordert hätten", erklärte Schalkes Aufsichtsratschef im Interview mit den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Auch die mögliche Reaktion der Fans könne Tönnies nicht beurteilen.

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Tuchel trainierte in den vergangenen beiden Jahren Borussia Dortmund, wurde jedoch in der vergangenen Woche entlassen.

Tönnies bestätigt Verhandlungen mit Tuchel

Trotzdem sieht Tönnies Tuchel "sehr positiv. Ich habe ja schon mal mit ihm verhandelt, damals. Das hat leider nicht geklappt. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir insgesamt eine ganz andere Entwicklung genommen hätten, aber leider hat uns Christian Heidel damals in Mainz die Freigabe nicht gegeben."

Statt Tuchel holte Schalke am Freitag Domenico Tedesco und entließ Markus Weinzierl.

Tönnies kann die Entscheidung, sich von Weinzierl zu trennen, nachvollziehen. "Es ist besser, jetzt einen Schnitt zu machen und eine Entscheidung zu korrigieren, als die Trennung zu scheuen und womöglich in eine weitere mittelmäßige Saison reinzulaufen", erklärte er. Sportvorstand Christian Heidel habe den Fehler, Weinzierl zu holen, auf seine Kappe genommen.

Trotz der durchwachsenen Saison habe Heidel die Erwartungen absolut erfüllt.

Lob für Heidel

"Wir haben unheimlich viel, den Tabellenplatz außen vor, an den Strukturen, die so im Vordergrund gar keiner mitbekommt, verändert und verbessert", lobte Tönnies und nannte explizit das Trainingsgelände sowie das Scouting-System.

Nach Platz 10 in der abgelaufenen Saison hat Tönnies wieder große Ziele, die Teilnahme an der Königsklasse soll her.

"Unser Anspruch ist, Champions League zu spielen. Nicht nur meiner, sondern der der Fans, der Mitglieder. Wir wollen oben mitspielen, eine der großen Kräfte innerhalb der Bundesliga sein. Und deswegen ist der Anspruch, immer international dabei zu sein." Die Qualität das Kaders reiche gemeinsam mit einem guten Trainer für die Champions League.

Dem 31-jährigen Tedesco traut er diesen Erfolg zu, obwohl kein Cheftrainer in der Geschichte der Königsblauen jünger war. "Ich glaube, dass der Trainerberuf mit dem Alter nichts zu tun hat. Sondern mit der Reife der Persönlichkeit und mit der Qualität seiner Arbeit."

Für Tönnies ist es kein Problem, dass Tedesco nicht mehr als ein halbes Jahr Profierfahrung beim Zweitligisten Erzgebirge Aue vorzuweisen hat.

"Das hatten (Julian) Nagelsmann, (Thomas) Tuchel und (Jürgen) Klopp auch nicht", sagte er: "Und da sind wir schon gleich bei zwei Namen, die Christian Heidel entdeckt hat. Ich vertraue ihm, er ist ja nicht ganz unerfolgreich mit der Benennung von völlig unbekannten Überraschungstrainern."

Konoplyanka erhält Geldstafe

Auch zu den heftig diskutierten Aussagen von Yevhen Konoplyanka äußerte sich der 61-Jährige. Der Ukrainer hatte Weinzierl als "Feigling" bezeichnet und prophezeit, dass S04 mit dem ehemaligen Augsburger als Coach absteigen würde.

"Er wird eine saftige Geldstrafe dafür kriegen. Die wird ihm wehtun", stellte Tönnies klar. Das Geld werde er an einen sozialen Zweck spenden.