Daniel Stendel hat bei Hannover 96 zu Wochenbeginn Thomas Schaaf beerbt
Daniel Stendel hat bei Hannover 96 zu Wochenbeginn Thomas Schaaf beerbt © Getty Images
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Berlin - Schlusslicht Hannover präsentiert sich im ersten Spiel unter Daniel Stendel stark verbessert, bleibt bei Hertha BSC aber dennoch zum sechsten Mal in Serie ohne Sieg.

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Hannover 96 steuert trotz eines kleinen Achtungserfolgs auch unter dem neuen Trainer Daniel Stendel unaufhaltsam dem Abstieg entgegen (DATENCENTER: Tabelle).

Beim Debüt des Nachfolgers von Thomas Schaaf kam das abgeschlagene Schlusslicht bei Hertha BSC zu einem 2:2 (1:1), hat aber noch immer neun Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz.

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Bei nur noch fünf ausstehenden Begegnungen käme eine Rettung einem kleinen Wunder gleich (DATENCENTER: Spielplan und Ergebnisse).

"Können die Tabelle schon lesen"

"Wir haben mal wieder ein paar Tore geschossen, das haben wir in der Rückrunde fast ausnahmslos nicht hinbekommen", sagte Hannovers umstrittener Geschäftsführer Martin Bader bei Sky.

Im Kampf um den Klassenerhalt gab sich der 48-Jährige aber keinen Illusionen hin: "Der Punkt bringt uns nicht viel, die Abstände sind zu groß. Wir können die Tabelle schon lesen. Aber das Spiel hilft, den Kopf wieder ein wenig hochzubekommen."  

(Alle Tore und Highlights am Sonntag ab 9.15 Uhr in Bundesliga Pur und ab 11 Uhr im Volkswagen Doppelpass LIVE im TV auf SPORT1)

© SPORT1

Stendel als Dauerlösung?

Stendel war mit seinem ersten Spiel als Bundesliga-Coach zufrieden. "Alles war eine Nummer größer und schneller, die Anspannung war aber ähnlich wie bei der U19", sagte der 42-Jährige.

Seine neue Mannschaft habe "eine Reaktion gezeigt und es hat Spaß gemacht, mitzufiebern. Das Spiel hat mit dem frühen Rückstand alles andere als optimal angefangen, aber wir sind mutig geblieben. Wir nehmen mit, dass es erfolgreich sein wird, wenn wir mutiger agieren und verteidigen. Nächste Woche gegen Gladbach werden wir es erneut versuchen."

Sein Vorgesetzter fand derweil lobende Worte für den Debütanten - und schloss eine Weiterbeschäftigung über das Saisonende nicht aus.

"Wir haben immer gesagt, dass wir nicht nur Jugendspieler, sondern auch junge, ambitionierte Trainer ausbilden wollen. Daniel hat es in den vergangenen Jahren in der U19 herausragend gemacht, deswegen war es für uns eine logische Konsequenz, ihm die Verantwortung zu übertragen", sagte Bader.

Man sei aber wie angekündigt auch in Kontakt mit anderen Trainern. Die Planungen für die Zweite Liga würden schon "mit Hochdruck" laufen.

Hannover gibt Führung aus der Hand

Für den Hauptstadtklub erzielten die beiden Angreifer Vedad Ibisevic (3.) und Salomon Kalou (72.) die Treffer, allerdings hatten Artur Sobiech (18.) und Manuel Schmiedebach (58.) die Begegnung zwischenzeitlich gedreht (SERVICE: Die Statistiken zum Spiel).

Die lange Zeit enttäuschenden Berliner verpassten derweil einen wichtigen Schritt in Richtung der direkten Qualifikation für die Champions League und müssen als Tabellendritter mehr denn je die starken Verfolger fürchten.

Borussia Mönchengladbach und Bayer Leverkusen (beide 45 Punkte) könnten an diesem Wochenende bei eigenen Siegen jeweils bis auf einen Zähler an die "Alte Dame" (49) heranrücken.

"Wir können froh sein, so ein Spiel kann man auch verlieren. Wir waren dieses Mal nicht clever genug, Hannover hat verdient einen Punkt geholt. Wir müssen uns steigern", ärgerte sich Hertha-Coach Pal Dardai.

Schmiedebach scheitert am Pfosten

Vor 45.229 Zuschauern im Olympiastadion legten die Gastgeber zum Auftakt des 29. Spieltags unter Flutlicht einen Blitzstart hin.

Marvin Plattenhardt nutzte seinen Raum auf der linken Seite und flankte bereits im ersten Angriff perfekt auf Ibisevic, der den Ball nur noch einschieben musste.

Fast im Gegenzug traf Hannovers agiler Schmiedebach den Pfosten, ehe die zunächst hitzige Begegnung etwas abflachte.

Stendel stellt Startelf um

96 spielte nach zuvor fünf Niederlagen in Serie in der Anfangsphase mutig nach vorne und wurde durch Sobiechs Treffer früh belohnt (SERVICE: Das Spiel zum Nachlesen im TICKER).

Nach Schaafs Rauswurf zu Wochenbeginn wirbelte der bisherige U19-Coach Stendel die Mannschaft dabei gehörig durcheinander.

Bei seiner Bundesliga-Premiere verbannte der Aufstiegsheld von 2002 einstige Stammkräfte auf die Bank und brachte unter anderem Youngster Noah-Joel Sarenren-Bazee von Anfang an.

Pfiffe für die Hertha

Die klar favorisierten Herthaner starteten zwar ordentlich, taten im Spiel nach vorne anschließend bis zur Pause aber viel zu wenig und wurden von den enttäuschten Fans mit einem Pfeifkonzert in die Kabine verabschiedet.

Nach dem bitteren 0:5 am vergangenen Sonntag in Mönchengladbach haperte es an Ideen im Mittelfeld, allerdings verteidigten die Gäste auch kompakt und zeigte eine ordentliche Vorstellung.

Auch nach dem Seitenwechsel bestimmte 96 weiterhin das Geschehen. Der eingewechselte Kenan Karaman nutzte einen Fehler in Herthas Defensive und spielte Schmiedebach frei.

Der ehemalige Herthaner musste gegen seinen Jugendklub nur noch ins rechte Toreck einschieben, sah wenig später aber, wie Kalou nach Vorarbeit von Julian Schieber zum Ausgleich traf.