Markus Höhner beschreibt die Situation bei Dynamo Dresden
Markus Höhner beschreibt die Situation bei Dynamo Dresden © SPORT1-Grafik: Imago/SPORT1
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Dynamos Thriller gegen Kaiserslautern wirkt nach. Viktoria Köln trennt sich von Trainer Pavel Dotchev. Das ist schade, meint SPORT1-Kommentator Markus Höhner.

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Dezember 2019, also vor gut einem Jahr: Nach einem 1:5 im Heimspiel gegen Hansa Rostock und fünf Niederlagen in Folge taumelte Viktoria Köln in die Weihnachtsferien.

Als deshalb viele an die Entlassung von Trainer Pavel Dotchev dachten, stellte sich Sport-Vorstand Franz Wunderlich kerzengerade an seine Seite und sagte: "Pavel hat unsere 1000-prozentige Rückendeckung!" Dieses unübliche Krisenmanagement wurde zur beispielhaften Ideallösung. Mit Temperament und tollem Fußball führte Dotchev die Viktoria durch die Rückrunde zum souveränen Klassenerhalt. 

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Nun haben sie Dotchev also doch gefeuert, was ich sehr schade finde.

Dotchev, im Umgang stets außergewöhnlich sympathisch, schien für mich auch durchaus langfristig der richtige Mann für Köln zu sein. Dass die Vereinsführung aber eine solche Entscheidung nicht halbherzig und vogelwild trifft, hat sie eben im letzten Dezember eindrucksvoll bewiesen. Was hat sich also verändert?

Sind mit großen Spielernamen wie Sebastian Mielitz, Timmy Thiele oder Marcel Risse die Ansprüche in Köln so sehr gestiegen? Ist irgendetwas in der Kabine passiert? Oder hat einfach der rasante Absturz mit nur einem Sieg in elf Spielen den Ausschlag gegeben?

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Dotchev selber lässt uns mit einem Fragezeichen zurück. Nach dem Spiel sagte er im Interview bei MagentaSport: "Auch eine falsche Uhr geht zwei Mal am Tag richtig." Stimmt. Und sollte wohl heißen: In einer tiefen Krise brauchst Du dann auch mal ein paar Glücksmomente, die es für dich hinbiegen. Fußballer nennen das "Spielglück". Und genau das fehlte der Viktoria zuletzt allzu oft.

Uerdinger Quarantäne sorgt für Gerüchte

Zuletzt habe ich hier meine emotionale Nähe zum KFC Uerdingen hinterlegt und begründet. Nun sorgt der KFC wieder für negative Schlagzeilen.

"Du kommst hier nicht rein", verkündete der Betreiber des Düsseldorfer Stadions und verweigerte dem KFC den Zugang zur Austragung des Heimspiels gegen Ingolstadt. Wer seine Miete nicht zahlt, bekommt halt Ärger. Das ist soweit kein Novum. Dass ein Fußballklub deshalb aber nicht in sein Stadion darf, war dann doch neu.

"Sein" Stadion ist in diesem Falle natürlich sehr relativ zu sehen. Und schon wieder hat Investor Mikhail Ponomarev den schwarzen Peter. Ohne Kohle wird die Lage langsam schwierig für den KFC, der mittlerweile ja auch Insolvenz angemeldet hat. Dass sich genau in diesem Moment die komplette Mannschaft in "Corona-Quarantäne" begibt, macht manchen stutzig. Ausgerechnet die so sehr belastende Gesundheitslage hilft dem KFC in diesen Tagen, Zeit für die Suche nach Geldern oder einem neuen Spielort zu finden.

Durch die Medien geistern mittlerweile Auszüge aus Nachrichtengruppen, in denen sich Uerdinger Spieler über die Ansetzung der Quarantäne wundern. Fakt ist allerdings, dass sie nach zwei positiven Tests durch das Gesundheitsamt behördlich angesetzt wurde.

Im Drittliga-Podcast "Audiobeweis", powered by SPORT1, reden wir natürlich darüber.

Zwei Ostklubs auf Kurs

Die großen Gewinner zum Rückrundenauftakt sind für mich Dynamo Dresden und Hansa Rostock. Was war das für ein Fight der Dresdner beim 4:3 gegen den FCK! Wir alle wissen, dass es Spiele gibt, die eine Saison prägen können. Ich denke, dass dieser Sieg gegen Kaiserslautern für Dynamo eine emotionale Haltbarkeit haben wird.

Nach zwei Rückständen kamen sie zurück, drehten das Spiel zum Dreier und wissen nun, dass letztlich irgendwie alles geht. Und so marschieren sie vorweg als Tabellenführer mit nun acht Erfolgen in den letzten zehn Spielen.

Der FC Hansa ist zwar noch nicht im gleichen Tempo unterwegs, kommt aber auch immer besser auf Touren. Mit dem 2:1 in Duisburg schaffte die Kogge erstmals in dieser Saison drei Siege in Folge und wirkt immer stabiler. Das Spiel der Rostocker in Duisburg habe ich selber für MagentaSport kommentiert.

Hansa spielte vorne effektiv, besonders beeindruckend war aber die überaus disziplinierte Defensivarbeit in der zweiten Hälfte. Acht mal lag Hansa in dieser Saison mit 1:0 vorne, alle acht Spiele wurden gewonnen. Symbolische Zahlen.