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München - Um Fiete Arp ist es in letzter Zeit still geworden. Nun spricht der Youngster im SPORT1-Podcast Split it! über seine Zeit beim FC Bayern und eine HSV-Rückkehr.

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Für drei Millionen Euro war Fiete Arp im Sommer vergangenen Jahres vom Hamburger SV zum FC Bayern München gewechselt. Der Stürmer aus Bad Segeberg galt als große Hoffnung für die Zukunft. In seinem ersten Jahr konnte der 20-Jährige jedoch kaum auf sich aufmerksam machen.

Zahlreiche Verletzungen haben ihn gerade in seinen ersten Monaten in München zurückgeworfen. Im Sommer verabschiedete sich Arp schließlich freiwillig aus dem Profi-Kader. Er will sich in dieser Saison mit guten Auftritten bei den Amateuren in der 3. Liga wieder in den Vordergrund spielen. (Service: Spielplan der 3.Liga

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Lisa Ramuschkat sprach im SPORT1-Podcast Split it! mit Fiete Arp unter anderem über seine Entscheidung für die U23 aufzulaufen, den Trubel über seine Person und eine mögliche Rückkehr zum HSV. (Service: Tabelle der 3. Liga)

Fiete Arp über

... seine Entscheidung in die U23 zu gehen

"Junge Spieler denken oft, sie seien weiter als sie tatsächlich sind. Wenn dir jeder erzählt, wie toll du bist und was du alles kannst und du Leute um dich herum hast, die dir nur sagen, dass der andere Schuld ist und es nicht an dir liegt, dann kommst du schnell in so eine Denkweise rein, dass du dich für höhere Aufgaben berufen fühlst, als du in der Situation vielleicht bewältigen kannst. Bei mir war es nicht so. Ich bin an die Probleme und die schwierigen Situationen, die ja auch ganz offensichtlich da waren, so rangegangen, wie es wirklich war und habe nicht versucht, das auf jemand anders zu schieben. Am Ende des Tages, mit den wenigen Spielen, die ich im letzten Jahr gemacht habe, ist es aber auch kein Wunschkonzert, wo man am Ende landet. Deswegen ist es ziemlich offensichtlich, dass dieser Weg mit der U23 mit Abstand der Beste für mich ist, weil ich mich A noch weiter an den Verein gewöhnen kann und B bleibe ich im Blickfeld, laufe immer noch hin und wieder den Spielern über den Weg, mit denen ich eines Tages zusammenarbeiten möchte."

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Arp: Zweifel beim FC Bayern verboten

... den Trubel um seine Person

"Ich war immer sehr gut darin, sehr reflektiert zu wirken und immer jedem das Gefühl zu vermitteln, ja, der ist schon sehr weit für sein Alter, der kriegt das schon irgendwie bewältigt. Nur ganz unterbewusst habe ich dann an einem Punkt gemerkt, anscheinend nagt es doch vielleicht mehr an dir, als es dir lieb ist. Das war dann eher der Moment, in dem ich wirklich angefangen habe, es zu reflektieren und es auch wirklich für mich zu verstehen. Inzwischen fühle ich mich um einiges stärker, was den Kopf angeht, weil ich jetzt schon Situationen hatte, wo es gefühlt gar kein Licht mehr am Ende des Tunnels gab."

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... Zweifel

"Das einzige beim FC Bayern München, was du überhaupt nicht zeigen kannst, sind Zweifel. Jeder, der hier ist, ist hier, weil er weiß, wie gut er ist. Und jeder der hier ist, ist auch so erfolgreich, weil er von sich überzeugt ist. Ich habe es lange genug nur gespielt, dass ich überzeugt bin von dem, was ich mache und was ich wirklich kann. Vielleicht ist es auch wirklich dieses Bayern-Gen, das irgendwie auf den Spieler überfärbt. Inzwischen bin ich wirklich von meinen Taten überzeugt."

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... Bayerns Mentalität

"Vielleicht ist es das, was nach außen hin und wieder für den ein oder anderen unsympathisch wirken kann, was hier aber einfach so gelebt wird. Jeder Spieler, jeder Funktionär, auf jeder Stelle hier im Verein, die Leute sind einfach so besessen davon sich zu verbessern und auch einfach der Beste zu werden, in dem, was sie machen und das überrumpelt dich am Anfang auch ein bisschen."

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... Erfolg

"Mein Erfolg besteht für mich darin, dass ich weiß, jeden Tag habe ich die Möglichkeit besser zu werden als am Tag davor. Das war lange genug für mich nur so eine Floskel, die ich gesagt hatte, weil es in einem Interview vielleicht ganz gut rüberkommt, aber inzwischen ist es wirklich so, dass selbst an den freien Tagen der Gedanke da ist und ich mich frage: was kann ich heute machen? Für mich ist deshalb Erfolg einfach das Gefühl, abends zu wissen: okay, heute habe ich Dinge gemacht, die vielleicht richtig schlecht gelaufen sind, heute habe ich viele Dinge gemacht, die ich überhaupt nicht konnte, aber ich habe es mit einem guten Gewissen gemacht, damit ich sie morgen vielleicht 1 Prozent besser machen kann." 

Arp schließt HSV-Rückkehr nicht aus

... eine mögliche Rückkehr zum HSV

"Ich glaube, im Fußball sind schon wildere Sachen passiert, als dass jemand zu seinem Heimatverein irgendwann zurückkehrt. Aber momentan ist es noch ziemlich weit weg und auch gar nicht der richtige Zeitpunkt, sich darüber Gedanken zu machen. Die Verbundenheit und auch die Liebe zur Stadt wird nicht weggehen, ganz egal, wie wohl ich mich in München inzwischen fühle. Für mich ist es ziemlich klar, dass ich früher oder später in Hamburg bin. Den Verein habe ich auf jeden Fall nicht vergessen."

... Kumpel Joshua Kimmich

"Mit Joshua habe ich mich von Anfang an gut verstanden. Die Art und Weise, wie er auftritt, finde ich bewundernswert. Alles, was man von ihm sieht und wie man ihn wahrnimmt, genauso ist er auch. Diese Einstellung, diese Mentalität, die teilweise so extrem ist, dass du denkst, so krass kann er ja nicht drauf sein, so ist er einfach. Sobald er in die Kabine kommt, ist er zu 100 Prozent auf Strom. Teilweise muss man darüber lachen, weil man sich fragt, wie dieser Junge so dauerhaft auf Spannung sein kann. Wenn er 25 Stunden am Tag hätte, würde er auch 25 Stunden trainieren. Das ist einfach krass."