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München - Der FC Bayern greift in der 3. Liga nach der Meisterschaft. Im Derby könnten die Aufstiegsträume der Löwen zerstört werden. SPORT1 stellt die Eckpfeiler vor.

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Noch im Dezember schien das aktuelle Szenario undenkbar.

Damals stand die Zweitvertretung des FC Bayern München in der 3. Liga auf Platz 15 und kämpfte gegen den Abstieg.

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Seitdem ist viel passiert - und Bayern hat die Meisterschaft im Visier. Vor und nach der Corona-Pause lief Bayerns Reserve zu Hochform auf, verlor seit der Winterpause erst ein Spiel.

Dank des späten Ausgleichs zum 2:2 gegen Magdeburg in der Nachspielzeit behauptete der FCB die Tabellenführung am vergangenen Wochenende und könnte nun im Derby die wohl letzten Aufstiegsträume des TSV 1860 München zerstören (3. Liga: FC Bayern München II – 1860 München, 20.30 Uhr im LIVETICKER).

"Wir machen auf dem Campus gute Arbeit", erklärte Profi-Cheftrainer Hansi Flick auf SPORT1-Nachfrage. SPORT1 stellt die Eckpfeiler der Bayern-Reserve, die selbst nicht aufsteigen darf, vor.

Der Kapitän: Nicolas Feldhahn

Die Vorbereitung und den Saisonstart hatte Nicolas Feldhahn wegen einer Muskelverletzung noch verpasst, seit dem 19. August ist der Innenverteidiger aber wieder zurück und als einer der wenigen Routiniers eine wichtige Stütze für Trainer Sebastian Hoeneß und die Talente.

Nachdem der 33-Jährige vor der Corona-Pause einige Male ins zweite Glied gerückt war, stand Feldhahn seit dem Re-Start in sechs von sieben Partien über 90 Minuten auf dem Feld.

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"Wir wollen die inoffizielle Stadtmeisterschaft für uns entscheiden und zeigen, dass München Rot ist", sagte Feldhahn, der in der Jugend für die Löwen gespielt hatte und 2015 in seine bayrische Heimat zurückkehrte.

Feldhahns Vertrag läuft am Ende der Saison aus, doch der erfahrene Innenverteidiger (240 Drittliga- und 40 Zweitligapartien) steht vor einer Verlängerung.

Der Torjäger: Kwasi Okyere Wriedt

Willem II Tilburg darf sich auf einen echten Knipser freuen. Denn Kwasi Okyere Wriedt, der im Sommer in die Niederlande wechselt, ist der Ballermann der 3. Liga, nachdem er die Bayern im Jahr zuvor erst zum Aufstieg geschossen hatte.

Mit 23 Toren in 31 Spielen führt der Deutsch-Ghanaer die Torjägerliste klar an, zuletzt gelang Wriedt am Tag nach der Meisterfeier mit den Profis ein Dreierpack gegen Meppen. In der Scorerliste liegt er auf Rang zwei. Für die Rolle als Lewandowski-Backup hat es nie gereicht, doch für Bayerns Zweite ist der 25-Jährige Gold wert.

Nachdem der Klassenerhalt längst unter Dach und Fach gebracht ist, will sich Wriedt mit dem Titel verabschieden, ehe er mit Tilburg in der Europa-League-Quali antritt. Im Hinspiel gegen die Löwen (1:1) traf Wriedt zur 1:0-Führung.

Es wird spannend, wer in die Rolle als Torjäger bei Bayerns Reserve schlüpfen wird.

Der Vorlagen-König: Derrick Köhn

Genau wie Wriedt wagt auch Derrick Köhn den Schritt zu Willem II Tilburg in die Eredivisie. Der 21-Jährige kam 2017 aus seiner Heimatstadt Hamburg nach München.

Nachdem ihn eine Sprunggelenkverletzung zu Saisonbeginn außer Gefecht gesetzt hatte, ist Köhn seit dem 31. August Dauerbrenner auf der linken Abwehrseite.

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Mit acht Vorlagen ist Köhn Bayerns Vorlagen-König, ligaweit sind nur zehn Spieler besser. Besonders gegen Meppen erwischte er mit drei Vorlagen und einem Traumtor einen Sahnetag. Insgesamt lief Köhn bislang 88 Mal für Bayerns Zweite auf.

Der Regisseur: Angelo Stiller

Angelo Stiller hat sich seit Winter zur festen Größe in Bayerns defensivem Mittelfeld entwickelt. Der 19-Jährige, der auch noch für die U19 spielberechtigt wäre, will im Derby "zeigen, dass wir die Nummer eins in München sind."

Für Stiller selbst war es "ein stückweit überraschend, dass mir das Trainerteam auf so einer wichtigen Position sofort das Vertrauen schenkt", sagte er auf der Bayern-Homepage.

Der gebürtige Münchner wird von den Bayern-Fans gefeiert. Seit dem 26. Januar kam Stiller in 12 von 14 Partien zum Einsatz - und spielte dabei immer über 90 Minuten. Auch zwei Assists hat er bereits auf dem Konto.

Das Supertalent: Jamal Musiala

Am Samstag hatte Jamal Musiala seinen großen Moment. Beim 3:1-Sieg der Bundesliga-Bayern gegen den SC Freiburg wurde der offensive Mittelfeldspieler in der 88. Minute für Thomas Müller eingewechselt und schrieb damit Geschichte.

Mit 17 Jahren und 115 Tagen ist Musiala nun der jüngste Bundesligaspieler der Bayern. Und auch in der 3. Liga sorgt der gebürtige Stuttgarter, der im Sommer 2019 aus London an die Isar wechselte, zuletzt mit einem Doppelpack beim 2:0-Sieg gegen Zwickau für Furore, wodurch er der zweitjüngste Reserve-Schütze der FCB-Geschichte nach David Alaba wurde.

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Der englische U17-Nationalspieler, der in der Hinrunde noch in der B-Jugend der Bayern spielte und dort acht Scorerpunkte in zwölf Partien sammelte, ist laut FCB-Cheftrainer Hansi Flick "auf einem sehr guten Weg".

Zu Jahresbeginn wurde Musiala zur A-Jugend hochgezogen, nach dem Corona-bedingten Abbruch der Jugendspielklassen feierte Musiala Anfang Juni sein Debüt in der 3. Liga, wo er bisher in fünf Partien fünf Mal eingewechselt wurde.

Der Trainer: Sebastian Hoeneß

Der Neffe von Ehrenpräsident Uli Hoeneß hat die Zweifler überzeugt und den Spagat zwischen sportlicher Leistung und Talente-Entwicklung sehr gut gemeistert. Nachwuchskräfte wie Joshua Zirkzee, Sarpreet Singh, Oliver Batista Meier, Chris Richards, Musiala & Co. nähern sich den Profis an oder haben den Sprung schon geschafft.

Gleichzeitig wurde das Ziel Klassenerhalt nach anfänglichen Schwierigkeiten früh abgehakt - und jetzt spielt Bayern sogar um den Titel mit. Dazu will Sebastian Hoeneß, der zuvor Bayerns U19 trainierte, den Punkterekord von Hermann Gerland (59 Zähler) knacken.

"Am auffälligsten ist derzeit, dass wir unseren offensiven Spielstil weiterhin pflegen, aber viel weniger zulassen und dementsprechend weniger Gegentore bekommen", sagte der Sohn von Dieter Hoeneß zuletzt auf der klubeigenen Website.

Hoeneß ist am Spielfeldrand emotional bei der Sache, erhielt bereits vier Gelbe Karte, weswegen er gegen Zwickau zuletzt auf der Tribüne saß.