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Die mögliche Fortsetzung der 3. Liga sorgt seit Wochen für Diskussionsbedarf. Einige Klubs machen klar: Geht die Liga weiter, stellt uns das vor noch größere Probleme.

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Einziger Rettungsanker oder schleichender Tod? Eine mögliche Fortsetzung der 3. Liga erhitzt weiterhin die Gemüter in einer ohnehin bereits zerrissenen Spielklasse. Am 26. Mai, so will es der Deutsche Fußball-Bund (DFB), soll es nach langer Corona-Pause unter Ausschluss der Öffentlichkeit weitergehen - zum Ärger mancher Vereinsvertreter. 

"Bei Geisterspielen müssen wir auf die ohnehin großen Verluste durch die Coronakrise noch 740.000 Euro obendrauf legen", sagte Geschäftsführer Mario Kallnik vom 1. FC Magdeburg im Interview mit dem MDR

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Das von Kallnik gefürchtete Szenario könnte aber schon am heutigen Montag Gewissheit sein, dann tagt das DFB-Präsidium und könnte die Fortsetzung beschließen - wenn die Politik den Daumen hebt. Ein Schreiben des Verbandes an die Klubs mit einem Fahrplan liegt der ARD-Sportschau vor. Dort sei der 26. Mai als Starttermin festgelegt. 

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Länger schon machen sich vor allem die bayerischen Klubs für eine Fortführung stark. Unter anderem Michael Henke, Sportchef des FC Ingolstadt, hatte vor einem Abbruch gewarnt. "Dann wäre die Liga aus meiner Sicht kaputt", sagte er dem SID. Magdeburg war derweil mit sieben weiteren Drittligisten für einen Saisonabbruch eingetreten. In einer Abstimmung Ende April hatte sich jedoch eine knappe Mehrheit der 20 Vereine für eine Fortsetzung ausgesprochen. 

Hygienekonzept stellt Klubs vor Probleme

Die Stimmen der Gegner blieben aber laut, der Streit schwelt seitdem. Carl Zeiss Jena wandte sich jüngst in einem Brief an Thüringens Politik und beklagte die Kosten zur Einhaltung der Hygieneregularien, die nicht stemmbar seien. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) forderte derweil vom DFB einen klaren Finanzierungsplan für das am vergangenen Freitag vorgestellte Hygienekonzept, das an die Pläne der 1. und 2. Bundesliga angelehnt ist. 

Manche Klubs stellt das Konzept vor schwierige Aufgaben. Im Fall des Tabellenletzten Jena könne der Verein laut eigenen Angaben beispielsweise keinen Hygienebeauftragten einstellen, die Sicherheitsabstände im Stadion nicht einhalten oder sich keine abgeschirmten Hotels für die Spieler leisten.

Wie der MDR berichtete, kämen die Jenaer daher zu dem Schluss, dass "eine Umsetzung des Hygienekonzeptes der 1. und 2. Bundesliga Vereine in der 3. Liga, wie unseren FC Carl Zeiss Jena, organisatorisch, strukturell und personell überfordert." 

Neutrale Spielorte als Lösung?

Eine Lösung für Probleme wie in Jena könnte ein Antrag des Drittliga-Ausschusses des DFB sein, den dieser laut Informationen des kicker bei Präsidium und Vorstand einbringen will. Jener sehe vor, dass Spielausschussleiter Manfred Schnieders einen neutralen Spielort festlegen kann, falls sich die jeweilige Partie am vorgesehenen Ort nicht absolvieren lässt. Dies könnte auch für Einschränkungen aufgrund von Corona-Maßnahmen gelten. Laut kicker soll über den Antrag am Montag aber noch nicht befunden werden. 

Mit Blick auf die Debatte in Liga eins und zwei, die am Samstag durch die Quarantäne des Kaders von Zweitligist Dynamo Dresden ausgelöst wurde, wäre wohl auch in der 3. Liga mit keiner ruhigen Restsaison zu rechnen. Sollte es tatsächlich weitergehen, sind erst 27 Spieltage absolviert, es fehlen noch elf. Die Spielzeit soll möglichst bis zum 30. Juni abgeschlossen sein. Unter den gegebenen Umständen eine Mammutaufgabe. 

"Wir haben acht Wochen nicht richtig trainiert, sollen dann aber innerhalb von fünf Wochen elf Saisonspiele und möglicherweise zwei Landespokalspiele absolvieren. Bei einer solchen Belastung sind Verletzungen programmiert", sagte Sören Bertram vom 1. FC Magdeburg der Magdeburger Volksstimme.